Gustav Belz

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Gustav Georg Belz (* 25. März 1940 in Wiesbaden-Biebrich) ist ein deutscher Internist, Kardiologe und Klinischer Pharmakologe.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belz studierte nach dem Abitur Medizin in Mainz und Frankfurt und promovierte 1968. Er war Assistenz- und Oberarzt an Kliniken in Eppstein, Bad Soden, Frankfurt, Mainz, Ulm und Koblenz. Dabei wurde er besonders geprägt durch den Kardiologen Jörgen Schmidt-Voigt. 1974 habilitierte er sich an der Universität Ulm und lehrte zunächst dort als Privatdozent, ab 1976 als Professor in Mainz. Seit 1977 war er ärztlicher Leiter des gemeinsam mit Gudrun Belz begründeten „Zentrums für Kardiovaskuläre Pharmakologie“. 1993 war er Präsident des Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Klinische Pharmakologie und Therapie.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1970 gelang ihm die Erstveröffentlichung der blutdrucksenkenden Wirkung eines oral verabreichten Calciumantagonisten bei Hypertonikern. Als Versuchsubstanz wurde 536=D600=Methoxy-Verapamil, das später Gallopamil benannte Arzneimittel eingesetzt.[1] Es gelangen ihm wesentliche Beiträge zur Erforschung der Dosis-Wirkungsbeziehungen herzwirksamer Glykoside und deren Wechselwirkungen (Interaktionen)mit anderen Medikamenten, z. B. Chinidin/Verapamil. Für diese wurde er zum „Fellow“ des American College of Cardiology gewählt.[2] Es gelang ihm, Prinzipien der experimentellen Pharmakologie (z. B. Schild-Plot) unter Beachtung ethischer Einschränkungen in Untersuchungen am Menschen einzusetzen. So konnte er Wirkungsdauer und -stärke verschiedener β-Blocker, ACE-Hemmstoffe und Angiotensin-Antagonisten vergleichend charakterisieren. Auch die Wirkungen verschiedener pflanzlicher Arzneimittel wie Campher, Crataegus und Knoblauch konnten am Menschen belegt werden.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1974 Dr. Willmar Schwabe Preis der Schwabe Stiftung Karlsruhe
  • 1975 Ludwig Heilmeyer Medaille in Silber der Deutschen Gesellschaft für Fortschritte auf dem Gebiet der Inneren Medizin
  • 1976 Albert Knoll Preis der Saarländisch-Pfälzischen Internistengesellschaft
  • 1987 Preis der Deutschen Therapiewoche des Kuratoriums der Deutschen Therapiewoche, Karlsruhe
  • 1982 und 1985 Paul-Martini-Preis der Medizinisch-Pharmazeutischen Studiengesellschaft e. V. und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Dokumentation, Informatik und Statistik e. V.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebe länger und gesünder: Mit Freude und Genuss, Springer Medizin Verlag Heidelberg, 2008, ISBN 3540758976[3].
  • Dose-response relationships and plasma concentrations of digitalis glycosides in man (mit Erbel R, Schumann K, Gilfrich HJ.). In: Eur J Clin Pharmacol. 1978;13: 103–111.
  • Dose-response related efficacy in orthostatic hypotension of a fixed combination of D-camphor and an extract from fresh Crataegus Berries and the contribution of the single components (mit D. Löw). In: Phytomedicine 2003;10(Suppl.IV):61.
  • Angiotensin II dose-effect curves and Schild regression plots for characterization of different angiotensin II AT1 receptor antagonists in clinical pharmacology. In: Br J Clin Pharmacol 2003;56:3.
  • Die herzwirksamen Glykoside. J. Lehmanns Verlag, München, 1971, ISBN 3469003203.
  • Therapie der Herzrhythmusstörungen mit Verapamil (mit F. Bender). G. Fischer Verlag, Stuttgart, 1974.
  • Notfall EKG Fibel (mit M. Stauch), Erstauflage 1977, 5. Auflage 1994, Springer Verlag, Berlin-Heidelberg-New York, ISBN 3540579974.
  • Klinische Pharmakologie und Plasmaspiegel von Scilla- und Digitalis-Glykosiden, Habilitationsschrift Ulm 1974.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Wirkung des α-Isopropyl-α-[(N-methyl-N-homoveratryl)-γ- aminopropyl]-3,4,5-trimethoxyphenyl-acetonitril [536=D600=Methoxy-Verapamil = Gallopamil] auf den Blutdruck des Menschen bei oraler Medikation im akuten Versuch. Arzneimittel Forschung 1970;20:799.
  2. Prof. Dr. Gustav G. Belz Memberships
  3. Google Digitalisat