HMS Indomitable (R92)

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Indomitable
HMS Indomitable (92) underway 1943.jpg
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Seekriegsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Flugzeugträger
Klasse Illustrious-Klasse
Bauwerft Vickers-Armstrong, Barrow-in-Furness
Bestellung 6. Juli 1937
Kiellegung 10. November 1937
Stapellauf 26. März 1940
Indienststellung 10. Oktober 1941
Verbleib 1955 verkauft zur Schrottgewinnung
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
230 m (Lüa)
Breite 29,2 m
Tiefgang max. 8,8 m
Verdrängung
23.000 Standard Maximalverdrängung 29,730 t
 
Besatzung 1392 Mann, später 2100
Maschinenanlage
Maschine 6 × Admiralty 3-Trommel-Dampfkessel
3 × Parsons-Getriebeturbine
Maschinen-
leistung
111.000
Höchst-
geschwindigkeit
30,5 kn (56 km/h)
Propeller 3
Bewaffnung

Die HMS Indomitable war der vierte Flugzeugträger der Illustrious-Klasse der Royal Navy. Sie wurde im November 1937 bei der Vickers-Armstrong-Werft in Barrow-in-Furness auf Kiel gelegt und ging im Oktober 1941 in Dienst.

Bau und Einsatzbeginn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Indomitable war im Gegensatz zu ihren drei Vorgängerinnen noch während ihres Baues umkonstruiert worden, um 48 Flugzeuge anstatt nur 36 tragen zu können. Dafür bekam der Träger statt einer Halle zwei Hallen, die übereinander gebaut wurden. Die untere Halle hatte die halbe Größe der oberen Halle. Um das Mehrgewicht durch die zweite Halle auszugleichen wurde die Seitenpanzerung der Hallen verringert. Die Illustrious-Klasse war auch vorgesehen für einen möglichen Einsatz im Mittelmeer gegen Italien und in der Nordsee gegen Deutschland und sollte mit der Panzerung Geschützfeuer von 15-cm-Granaten und 250-kg-Bomben von Landflugzeugen standhalten, um weiterhin ihre Bewaffnung, die Flugzeuge, einsetzen zu können.

Nach ihrer Indienststellung im Oktober 1941 machte die Indomitable eine Ausbildungsfahrt in die Karibik, wobei sie durch Grundberührung mit einem Korallenriff bei Jamaika leicht beschädigt wurde. Im Januar 1942 traf der Flugzeugträger bei der Indik-Flotte der Royal Navy ein, die zu der Zeit ihre Flottenbasis auf Ceylon hatte. Mit dem Schwesterschiff Formidable und dem veralteten Träger Hermes stellte die Indomitable die Flugzeugträgermacht der britischen Indikflotte.

Im Mai 1942 war die Indomitable an der Landung auf der zu Vichy-Frankreich gehörenden Insel Madagaskar (Operation Ironclad) beteiligt. Dabei wurde der Träger vom französischen U-Boot Monge angegriffen, das U-Boot wurde aber von den den Träger begleitenden Zerstörern versenkt.[1]

Mittelmeer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 1942 kehrte die Indomitable nach England zurück und war dann im August an der Operation Pedestal beteiligt, dem größten Konvoi nach Malta, der die Insel mit Nachschubgütern versorgen sollte, um die Kapitulation der belagerten Insel vor Italien und Deutschland zu verhindern. Während der Operation Pedestal wurde die Indomitable von drei 500-kg-Bomben deutscher Ju 87-Stukas getroffen.[2] und musste schwer beschädigt zur Reparatur in die USA fahren. Im Februar 1943 wurden die Reparaturarbeiten beendet und der Träger kehrte zurück in das Mittelmeer.

Indischer Ozean und Pazifik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 1944 verlegte die Indomitable zur britischen Indikflotte. Zusammen mit anderen britischen Flugzeugträgern war sie an Luftangriffen gegen Ziele in von den Japanern besetzten Niederländisch-Indien beteiligt.

Zu Beginn des Jahres 1945 wechselte der Flugzeugträger zur Britischen Pazifikflotte, bekämpfte aber weiterhin Ziele in Niederländisch-Indien. Vor Japan wurde der Flugzeugträger am 4. Mai 1945 von einem Kamikaze-Flugzeug getroffen, wobei ihr gepanzertes Flugdeck sie vor schwereren Schäden schützte. Am 30. August 1945 fuhr die Indomitable als Teil einer britischen Kriegsschiffgruppe zur Entgegennahme der Kapitulation der dortigen japanischen Garnison in den Hafen von Hongkong ein.[3]

Nachkriegszeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1945 kehrte der Flugzeugträger nach England zurück. 1947 begann eine dreijährige Grundüberholung des Schiffes. Nach der Beendigung der Grundüberholung wurde der Träger zur englischen Heimatflotte beordert. Am 3. Februar 1953 wurde sie durch ein Feuer im Schiffsinneren, verbunden mit einer Explosion, schwer beschädigt. Im Juni 1953 wurde eine verbessertes Spiegel-Decklandesystem auf der Indomitable installiert und dann in einer Serie von Tests ausprobiert und weiter verbessert. Durch die Einführung des Spiegel-Decklandesystems und die Tests auf der Indomitable konnte der ganze Landevorgang auf Flugzeugträgern deutlich verbessert werden.[4]

Ende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Decklandungstests wurde die Indomitable Teil der Reserveflotte und schließlich zur Verschrottung verkauft. Am 30. September 1955 traf sie in Faslane-on-Clyde für ihren Abbruch ein.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Roger Chesneau: Aircraft Carriers of the World, 1914 to the Present – An Illustrated Encyclopedia, Naval Institute Press, Annapolis 1984.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. J. Rohwer/G. Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939-45, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, Herrsching ohne Jahresangabe, Seite 243.
  2. J. Rohwer/G. Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939-45, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, Herrsching ohne Jahresangabe, Seite 270.
  3. J. Rohwer/G. Hümmelchen: Chronik des Seekrieges 1939-45, Manfred Pawlak Verlagsgesellschaft, Herrsching ohne Jahresangabe, Seite 570.
  4. David Hobbs: A Century of Carrier Aviation, Seaforth Publishing, Barnsley 2009, Seite 211.