HSH Nordbank

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  HSH Nordbank AG
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HSH Nordbank in Kiel
Sitz Hamburg und Kiel
Rechtsform Aktiengesellschaft
Bankleitzahl 210 500 00[1]
BIC HSHN DEHH XXX[1]
Gründung 2. Juni 2003
Website www.hsh-nordbank.de
Geschäftsdaten 2014[2]
Bilanzsumme 110,082 Mrd. Euro
Einlagen 43,165 Mrd. Euro
Kundenkredite 67,336 Mrd. Euro
Mitarbeiter 2.579 (Vollzeitstellen)
Leitung
Vorstand Constantin von Oesterreich (CEO)
Aufsichtsrat Thomas Mirow (Vorsitzender)

Die HSH Nordbank AG (HSH steht für hamburgisch-schleswig-holsteinische) ist am 2. Juni 2003 aus der Fusion der Hamburgischen Landesbank mit der Landesbank Schleswig-Holstein (LB Kiel) entstanden.

Sie ist eine Regionalbank im Norden Deutschlands mit den beiden Hauptsitzen Hamburg und Kiel und verfügt über weltweite Niederlassungen und Repräsentanzen. In ihrer Kernregion Hamburg und Schleswig-Holstein ist sie eine führende Bank für Geschäftskunden. Als internationaler Spezialfinanzierer liegt der Schwerpunkt auf Transport und Immobilien. Im Transportbereich deckt die HSH Nordbank die gesamte Wertschöpfungskette ab und ist ein bedeutender Schiffsfinanzierer.

Eigentümerstruktur[Bearbeiten]

Anteil Anteilseigner
10,80% Freie und Hansestadt Hamburg, teilweise über HGV
9,58% Land Schleswig-Holstein
65,00% HSH Finanzfonds AöR, gemeinsame Anstalt der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein
9,31% neun Trusts, die von J.C. Flowers & Co. LLC (USA) beraten werden
5,31% Sparkassen- und Giroverband für Schleswig-Holstein (SGVSH)

Stand: 30. November 2013[3]

Im August 2006 wurde bekannt, dass der Finanzinvestor J.C. Flowers & Co. LLC (USA) den Anteil der WestLB an der HSH Nordbank kauft. Dies war die erste Investition eines externen Unternehmens bei einer deutschen Landesbank. Zu dieser Zeit war Alexander Stuhlmann CEO der HSH.[4] In Schleswig-Holstein regierte eine große Koalition unter MP Peter Harry Carstensen (Kabinett Carstensen I vom 27. April 2005 bis zum 27. Oktober 2009) und in Hamburg ein CDU-Senat unter Ole von Beust (CDU, Senat von Beust II 17. März 2004 bis zum 7. Mai 2008).

2007 und 2008 strebten das Land Schleswig-Holstein und andere Eigentümer der HSH einen Börsengang der HSH an. [5] Mit der Finanzkrise ab 2007 und der Geschäftsentwicklung der HSH wurden diese Pläne obsolet.

Management[Bearbeiten]

Dem Vorstand der HSH Nordbank gehören (Stand 27. Juni 2013) an:[6]

  • Constantin von Oesterreich, Vorsitzender (CEO) seit dem 1. November 2012 (Mitglied des Vorstands seit 1. November 2009, Chief Risk Officer (CRO), seit 1. Oktober 2011 Chief Financial Officer (CFO) )
  • Torsten Temp (Mitglied seit 1. Mai 2010, Vorstand Shipping-, Projekt- & Immobilienkunden)
  • Edwin Wartenweiler (Mitglied seit 1. Juni 2012, Risikovorstand)
  • Stefan Ermisch (Mitglied seit 1. Dezember 2012, Finanzvorstand)
  • Matthias Wittenburg (Mitglied seit 1. Januar 2013, Vorstand Corporates & Markets)

Beteiligungen[Bearbeiten]

Das Beteiligungsportfolio der HSH Nordbank setzt sich (Stand: 30. August 2010) aus zwei Teilportfolien zusammen:[7]

Geschäftsfeldunterstützende Beteiligungen[Bearbeiten]

  • HSH Nordbank Securities S.A. in Luxemburg
  • HSH Nordbank Private Banking S.A. in Luxemburg (zum 30. September 2011 veräußert) [8]
  • HSH Corporate Finance Gruppe in Hamburg [9]
  • HSH Real Estate AG Gruppe in Hamburg [10]
  • HSH Finance & Science GmbH in Kiel [11]
  • Swift Capital Partners GmbH in Hamburg [12]

Strategische Beteiligungen[Bearbeiten]

  • HSH Facility Management Holding AG in Kiel [13]

Neben diesem auf der Webseite der Bank angegebenen Beteiligungsportfolio existieren (Stand Ende 2010) weitere Beteiligungen mit teilweise nennenswerten Ergebniseinflüssen.[14]

Private-Equity-Beteiligungen[Bearbeiten]

  • Capcellence Private Equity Beteiligungen GmbH & Co. KG, Hamburg
  • HSH Private Equity GmbH, Hamburg
  • Gardeur Beteiligungs GmbH, Mönchengladbach
  • BRINKHOF Holding Deutschland GmbH, Erfurt

Weitere Beteiligungen[Bearbeiten]

  • HSH N Funding I, George Town, Cayman Islands
  • HSH N Funding II, George Town, Cayman Islands
  • EALING INVESTMENTS LIMITED, London, Großbritannien
  • Neptune Ship Finance (Luxembourg) S.A.R.L. & CIE, SECS.
  • PREGU GmbH, Hamburg
  • Current, L.P., Dallas, USA

Das Beteiligungsportfolio wurde vom Vorstand der Bank jedoch fehlerhaft und unvollständig wiedergegeben.[15]

Eine weitere Beteiligung besteht beispielsweise an der Dii GmbH zur Realisierung von DESERTEC in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten.[16]

Auswirkungen der Finanzkrise[Bearbeiten]

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2005 verlor die HSH Nordbank, wie alle Sparkassen und Landesbanken, das Privileg der Staatshaftung. Im Zuge der Finanzkrise musste die HSH Nordbank Wertberichtigungen durchführen, die Gesamtabschreibungen Stand September 2008 betrugen laut Pressemeldungen rund 1,1 Milliarden Euro. Sie hatte damit Belastungen (Gewinn- und Verlustrechnung plus Neubewertungsrücklage) in Höhe von 2,4 Milliarden Euro in ihren Büchern.[17]

Am 24. Oktober 2008 bestätigte der schleswig-holsteinische Finanzminister Rainer Wiegard (Kabinett Carstensen I, 2005−2009, eine große Koalition aus CDU und SPD) dem Norddeutschen Rundfunk, dass die HSH Nordbank den deutschen Finanzmarktstabilisierungsfonds in Anspruch nehmen müsse.[18] Am 3. November 2008 teilte die HSH Nordbank in einer Pressemeldung mit, dass sie bei der Finanzmarktstabilisierungsanstalt (SoFFin) eine Liquiditätshilfe in Form von Garantien für die Emission neuer Schuldtitel in Höhe von insgesamt 30 Mrd. EUR beantragt habe.[19] Die SoFFin gewährte diese Liquiditätsgarantie. Am 10. November 2008 trat Hans Berger wegen der Finanzmarktkrise von seinem Amt als Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank zurück.[20] Neuer Vorstandsvorsitzender wurde Dirk Jens Nonnenmacher; er war seit dem 1. Oktober 2007 Chief Financial Officer (CFO).[21]

Am 31. Dezember 2008 hatte die HSH eine Bilanzsumme von 208 Mrd. EUR, risikogewichtete Vermögenswerte im Wert von 112 Mrd. EUR und beschäftigte rund 4.300 Mitarbeiter. Trotz der Auswirkungen der Finanzkrise und Inanspruchnahme von Geldern aus dem Soffin wollte die HSH Nordbank für 2008 zunächst eine Dividende von 70 Millionen Euro auszahlen.[22] Die Bank argumentierte, dass ansonsten institutionelle Anleger ihre Anteile an der HSH Nordbank abziehen würden. Dieses Vorhaben wurde auf Druck der EU im März aufgegeben; keine Dividende wurde ausgezahlt[23].

Am 24. Februar 2009 haben die Landesregierungen von Schleswig-Holstein und Hamburg in einer gemeinsamen Kabinettssitzung ein Rettungspaket für die HSH Nordbank beschlossen, das eine Kapitalzufuhr in Höhe von drei Milliarden Euro (je 1,5 Mrd. pro Bundesland) und eine Zweitverlust-Risikoabschirmung in Höhe von zehn Milliarden Euro auf einen großen Teil der Bilanz beinhaltet.[24] Am 30. April 2009 meldete Deutschland bei der EU-Kommission die Maßnahmen zur Genehmigung an, die diese am 29. Mai 2009 bestätigte. Am 6. Mai 2009 stufte die US-amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s das Rating der HSH um zwei Stufen von (A) auf (BBB+) mit negativem Ausblick herab.

Im Juli 2009 wurde bekannt, dass der Vorstandsvorsitzende der HSH Nordbank, Dirk Jens Nonnenmacher, trotz der finanziellen Lage seines Instituts Bonuszahlungen von 2,9 Millionen Euro erhalten solle.[25]

Am 1. September 2009 meldete Deutschland bei der EU-Kommission einen von der Bank ausgearbeiteten Umstrukturierungsplan an. Diese sah vor die langfristige Rentabilität wieder herzustellen. Dieser Plan sah eine Verringerung der Bilanzsumme vor und in erster Linie durch Auslagerung von rund 40 bis 60 % aller Vermögenswerte der HSH auf eine interne Bad Bank vor.

Bis zum 1. Oktober 2009 wurden der HSH aus dem Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) im Rahmen der Garantieregelung Ziehungen in Höhe von insgesamt 17 Mrd. EUR genehmigt, die die Emission von Anleihen durch die HSH abdeckten.

Am 13. Oktober 2009 berichtete NDR Info, dass Nonnenmacher über jenes 500-Millionen-Verlustgeschäft informiert war, durch das die HSH an den Rand der Insolvenz geriet.[26] [27] Im Kreis der Eigentümer wurde seine Ablösung diskutiert;[28]

Am 15. Dezember 2010 wurde bekannt, dass Nonnenmacher die HSH Nordbank zum 31. März 2011 verlassen werde.[29] Nachfolger wurde Paul Lerbinger (bis 31. Oktober 2012).[30]

Staatsanwaltschaft und Parlamentarischer Untersuchungsausschuss[Bearbeiten]

Sowohl im Landtag von Schleswig-Holstein als auch in der Hamburgischen Bürgerschaft wurde im Juni 2009 die Einsetzung jeweils eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses (PUA) beschlossen. Dort sollen die Umstände der HSH-Nordbank-Krise geklärt werden.[31]

Im August 2009 erklärte die Staatsanwaltschaft Hamburg, dass die Abteilung Wirtschaftskriminalität des Landeskriminalamts (LKA) eine zehnköpfige Sondergruppe mit acht LKA-Beamten und zwei Staatsanwälten eingerichtet habe. Ermittelt werde „in Richtung Untreue und Bilanzfälschung“.[32] Hierzu der Hamburger Staatsanwalt Wilhelm Möllers im Februar 2010 gegenüber dem NDR: „Das Verfahren ist bisher gegen niemanden eingestellt.[33]

Anfang Februar 2010 sagte Nonnenmacher erstmals als Zeuge vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft aus. Er verteidigte umstrittene Geldgeschäfte – bei diesen Geldgeschäften beispielsweise „lagerte die Nordbank riskante Immobilienkredite an eine eigens geschaffene Tochterfirma auf der Kanalinsel Jersey aus. Die Kredite wurden von der französischen BNP Paribas versichert und dann zusammen mit Krediten und verbrieften Kreditportfolios der BNP zu dem Konstrukt Omega 55 verbunden. Die Nordbank konnte damit Risiken für einige Monate auslagern (damit die Risiken nicht in der Bilanz 2007 auftauchen und möglichen Einfluss auf die Hamburgerische Bürgerschaftswahl am 24. Februar 2008 nehmen[34] [35]), handelte sich aber im Gegenzug andere ein und musste mehrere hundert Millionen Euro abschreiben …“ – Diese Transaktionen hatten einen Gesamtwert von 17 Milliarden Euro, so die taz,[36] räumte aber auch Fehler der HSH Nordbank ein. Sein Institut habe „nicht immer sorgfältig gearbeitet“ und „Hamburg und Schleswig-Holstein in eine schwierige Lage gebracht“.[37] Eine persönliche Verantwortung für die Krise lehnte er jedoch indirekt ab. Das Geldhaus werde laut seiner Einschätzung voraussichtlich erst 2011 wieder profitabel werden.[38]

Der „Bericht und Beschlussempfehlung des Ersten Parlamentarischen Untersuchungsausschusses HSH Nordbank“ liegt seit dem 15. August 2011 vor.[39]

Zusammenfassung:

„27 vernommene Zeugen, 50.000 Aktenseiten und 800.000 Euro Kosten: Der Kieler Untersuchungsausschuss zur HSH Nordbank hat [...] nach knapp zwei Jahren seinen Abschlussbericht vorgelegt. Darin fordern die Parlamentarier keine personellen Konsequenzen aus der Krise der Landesbank, sondern sprechen sich für einen größeren Einfluss der staatlichen HSH-Anteilseigner im Aufsichtsrat, eine stärkere Risikobeteiligung der Manager sowie einen Verkauf der Landesanteile an der Bank aus. Für die Milliardenverluste der Bank, die von Hamburg und Schleswig-Holstein mit drei Milliarden Euro vor dem Konkurs gerettet wurde, gebe es nicht einen einzelnen Schuldigen, sagte SPD-Obmann Jürgen Weber. ‚Aber keiner ist frei von Verantwortung‘, so Weber bei der Vorstellung des 439-seitigen Berichts. Die Parlamentarier sehen eine Mitschuld bei den Bankmanagern, dem Aufsichtsrat, den Ratingagenturen, der Bankenaufsicht sowie bei der Landespolitik.“[40]

Prozess wegen "Omega 55"[Bearbeiten]

Seit dem 24. Juli 2013 mussten sich sechs Vorstände der HSH Nordbank, die 2007 im Amt waren, vor der Großen Wirtschaftsstrafkammer 8 des Hamburger Landgerichts für Fehlmanagement (Veruntreuung von Bankvermögen in einem besonders schweren Fall) verantworten. Im Zentrum des Verfahrens steht das (oben erwähnte) ominöse Geschäft der Bank aus dem Jahre 2007, mit der Bezeichnung „Omega 55“.[41][42]

Angeklagt wurden:
Hans Berger, der im Dezember 2007, als das Omega-55-Geschäft beschlossen wurde, Vorstandsvorsitzender der HSH Nordbank war. Berger trat im November 2008 zurück.
Dirk Jens Nonnenmacher, der dem Vorstand der Bank seit Oktober 2007 angehörte. Nonnenmacher sollte als Vorstand für Finanzen und Steuern den geplanten Börsengang der HSH Nordbank vorbereiten. Im November 2008 wurde er als Nachfolger von Berger Vorstandschef.
Peter Rieck, der als (damaliger) stellvertretender Vorsitzender des Vorstands u.a. für die Bereiche Schifffahrt, Transport, Immobilienkunden und die Niederlassungen in Amerika und Asien zuständig war.
Jochen Friedrich, der im Dezember 2007 dem HSH-Vorstand seit einem halben Jahr angehörte und zuständig war für das Investmentmanagement und den Kapitalmarkt sowie die Niederlassung London.
Hartmut Strauß, der (damals) für das Risikomanagement der Bank zuständig war und
Bernhard Visker, Vorstand seit Januar 2007. Visker war verantwortlich für Firmen- und Immobilienkunden, Private Banking und Sparkassen.
Damit stand erstmals der komplette Vorstand eines Geldhauses vor Gericht.[43][44][45]

Den Angeklagten wurde vorgeworfen, „als Mitglieder des Vorstands der HSH Nordbank AG im Dezember 2007 die komplexe Finanztransaktion 'Omega 55' genehmigt zu haben, obwohl anhand der ihnen vorgelegten Kreditvorlage eine umfassende Abwägung von Chancen und Risiken des Geschäfts nicht möglich gewesen sei.“ U. a. sei eine allgemein von der Bank bezweckte Verbesserung bankaufsichtsrechtlicher Eigenkapitalkennziffern aufgrund der Struktur dieser Transaktion nicht zu erreichen gewesen. Ebenfalls habe die Kreditvorlage keine aussagekräftigen Angaben über die Ertrags- und Kostensituation des Geschäfts enthalten. Die Staatsanwaltschaft bezifferte den entstandenen Schaden auf 158 Millionen Euro.[46]

Zwei der Angeklagten (Nonnenmacher und Friedrich) warf die Kammer zusätzlich bewusst falsche Darstellung von Bilanzen vor. Im Quartals-Zwischenbericht für den HSH Konzern vom 31. März 2008 und in einer Pressemitteilung vom 20. Juni 2008 war ein Überschuss in Höhe von 81 Mio. Euro ausgewiesen worden, wohingegen in Wirklichkeit ein Fehlbetrag in Höhe von 31 Mio. Euro vorlag. Die Bilanz wurde später korrigiert und wies dann auch einen Verlust von 77 Millionen Euro aus. Der Vorwurf lautet, die beiden Angeklagten hätten die Bilanz vorsätzlich falsch erstellt.[41][46][47]

Am 9. Juli 2014 endete der Prozess mit einem Freispruch für die Angeklagten. Die Staatsanwaltschaft will Revision beim Bundesgerichtshof einlegen.[48]

Falschbilanzierungen[Bearbeiten]

Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) hat festgestellt, dass die von der Prüfungsgesellschaft KPMG testierten[49] Konzernabschlüsse der HSH Nordbank AG zu den Abschlussstichtagen 31. Dezember 2008 und 31. Dezember 2009 fehlerhaft sind.

Konsolidierungkreise[Bearbeiten]

In den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 wurden 270 und in den Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 wurden 323 Tochter-, Gemeinschafts- und assoziierte Unternehmen nicht einbezogen. Bei der Beurteilung, ob die nicht einbezogenen Unternehmen wesentlich sind, wurden quantitative Aspekte (z. B. Auswirkungen auf einzelne Abschlussposten) und qualitative Aspekte (z. B. Investments in Finanzvehikel) nicht hinreichend berücksichtigt. Die Nichteinbeziehung von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen verstößt gegen den Grundsatz der vollständigen Einbeziehung gemäß Internationaler Bilanzstandards.

Geschäfts- oder Firmenwerte[Bearbeiten]

Neben diesen Fehlern in den Konsolidierungskreisen wurden Geschäfts- oder Firmenwerte der Beteiligungen überbewertet. Das Ergebnis vor Steuern in 2008 bzw. das Eigenkapital zum 31. Dezember 2008 sind um EUR 100 Mio. sowie das Eigenkapital zum 31. Dezember 2009 ist um EUR 56 Mio. zu hoch ausgewiesen.

Cash-Flow Prognosen[Bearbeiten]

Die Cash-Flow Prognosen des Managements sind im Konzernanhang zum 31. Dezember 2008 und 2009 nicht belegt. Es fehlen die zahlungsmittelgenerierenden Einheiten sowie die Beschreibung der wesentlichen Annahmen und des Zeitraums.

Verstoß gegen Angabepflichten und Anforderungen der IAS[Bearbeiten]

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2008 wird gegen einzelne Anforderungen der Bilanzierung und Angabepflichten der Internationalen Bilanzierungsstandards verstoßen.
Dies betrifft

  • das Nachrangkapital und zugehörige Derivate,
  • Leasinggeschäfte,
  • Forderungen an Kunden,
  • die Neubewertungsrücklage,
  • das Volumen des Kreditrisikoexposures,
  • die Klassenbildung von Finanzinstrumenten,
  • das Devisenergebnis,
  • Zinswährungsswaps,
  • Finanzanlagen,
  • immaterielle Vermögenswerte,
  • die Restlaufzeiten von anderen Rückstellungen,
  • die Bruttobuchwerte wertgeminderter finanzieller Vermögenswerte sowie
  • erhaltene und übertragene Sicherheiten.

Hieraus resultiert zusammenfassend, dass der Konzernjahresfehlbetrag um EUR 140 Mio. zu niedrig ausgewiesen wurde.

Überbewertung von Finanzinstrumenten[Bearbeiten]

Im Konzernabschluss per 31. Dezember 2009 wurden sieben den Kategorien „Kredite und Forderungen“ und „zur Veräußerung verfügbar“ zugeordnete Wertpapiere um EUR 64 Mio. überbewertet und das Konzernergebnis entsprechend zu hoch ausgewiesen.

Fehlende Angaben im Konzernanhang[Bearbeiten]

Im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2009 wurden gegen Ausweisvorschriften und Angabepflichten gemäß Internationaler Bilanzierungsstandards verstoßen.
Dies betrifft Angaben

  • zur Fälligkeitsstruktur des Nachrangkapitals,
  • zur Kategorisierung von Zertifikaten einer strukturierten Transaktion,
  • zu den Buchwerten von als Sicherheiten übertragenen Kundenforderungen und
  • zur Höhe der umkategorisierten Wertpapiere.[15]

Die fehlerhafte Bilanzierung des Konzernabschlusses setzt sich auch im Folgejahr fort. In dem am 12. April 2011 veröffentlichten Konzernjahresabschluss der HSH Nordbank zum Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2010, wird beispielsweise für die „gardeur Beteiligungs GmbH“ ein Verlust in Höhe von 5,3 Mio. EUR ausgewiesen. Dies ist jedoch lt. Bundesanzeiger das Ergebnis der Gardeur Beteiligungs GmbH aus dem Wirtschaftsjahr 1. Oktober 2008 bis 30. September 2009. Das im relevanten Wirtschaftsjahr 1. Oktober 2009 bis 30. September 2010 erwirtschaftete Jahresergebnis der Gardeur-Gruppe fließt nicht in den HSH-Konzernabschluss ein.[50]

HSH Nordbank Arena[Bearbeiten]

Vom 4. Juli 2007 bis zum 30. Juni 2010 war die HSH Nordbank Namensgeber des Hamburger Fußballstadions HSH Nordbank Arena. Die HSH Nordbank gab aufgrund der Finanzkrise die Namensrechte, die ursprünglich bis 2013 vertraglich vereinbart waren, im Jahr 2010 vorzeitig ab. Das Fußball-Sponsoring war nach den Stützungsaktionen der Öffentlichkeit nicht mehr vermittelbar und wurde auch aus Einsparungsnotwendigkeiten eingestellt. Ab dem 1. Juli 2010 ist Imtech der neue Namenssponsor, dementsprechend heißt die Arena seit der Saison 2010/11 „Imtech Arena“.[51] [52]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: HSH Nordbank – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Stammdaten des Kreditinstitutes bei der Deutschen Bundesbank
  2. Geschäftsbericht 2014
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKonzern Unternehmensprofil Eigentümer. HSH Nordbank AG, abgerufen am 30. November 2013.
  4. ftd.de, 30. August 2008: US-Investoren steigen bei HSH ein (Memento vom 28. Juni 2013 im Webarchiv Archive.is); FTD 30. August 2006: Christopher Flowers: Auf Beutezug (Memento vom 28. Juni 2013 im Webarchiv Archive.is) (Porträt Christopher Flowers)
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFrank M. Drost: HSH Nordbank hält Kurs auf Börse. In: Handelsblatt.com. 26. November 2007, abgerufen am 23. Juni 2013.
  6. Homepage
  7. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHomepage der HSH Nordbank AG - Beteiligungen. In: Unternehmensprofil. HSH Nordbank AG, abgerufen am 30. August 2010.
  8. www.hsh-nordbank-pb.com
  9. www.hshcf.com
  10. www.hsh-realestate.com
  11. Willkommen beim Wissenschaftsportal der HSH Nordbank AG
  12. Homepage
  13. Homepage
  14. eBundesanzeiger; Jahresabschluss und Konzernabschluss der HSH Nordbank AG zum 31. Dezember 2010; abgerufen am 29. Mai 2011
  15. a b eBundesanzeiger vom 20. September 2011 und vom 23. September 2011 - Veröffentlichungen nach § 37q Abs. 2 Satz 1 WpHG
  16. [1] Gesellschafter der Dii GmbH, dii-eumena.com (abgerufen am 12. November 2012)
  17. Nina Luttmer, Financial Times Deutschland: HSH schreibt abermals 500 Mio ab (Memento vom 24. September 2008 im Internet Archive) - abgerufen am 25. September 2008
  18. Schleswig-Holstein Magazin im NDR Fernsehen: HSH Nordbank ist offenbar auf staatliche Hilfe angewiesen, 24. Oktober 2008
  19. Pressemitteilung der HSH Nordbank vom 10. November 2008: HSH Nordbank nutzt Garantiefonds; abgerufen am 11. Januar 2009
  20. Pressemitteilung der HSH Nordbank vom 10. November 2008: Vorstandsvorsitzender Hans Berger tritt zurück; abgerufen am 11. Januar 2009
  21. Pressemitteilung der HSH Nordbank vom 17. November 2008: Aufsichtsrat der HSH Nordbank bestellt Dirk Jens Nonnenmacher zum Vorstandsvorsitzenden; abgerufen am 11. Januar 2009
  22. HSH Nordbank schüttet trotz Krise 70 Millionen an Investoren aus. In: Wirtschaftswoche, 7. Januar 2009 (abgerufen am 16. Januar 2009)
  23. HSH Nordbank stoppt geplante Ausschuettung der 200 Millionen Dividende In: Hamburger Abendblatt, 24. März 2009 (abgerufen am 16. Februar 2011)
  24. dpa-AFX-Information vom 24. Februar 2009: Kiel und Hamburg beschließen Rettungspaket für HSH Nordbank (abgerufen am 24. Februar 2009)
  25. DIRK JENS NONNENMACHER Millionenzahlungen für HSH-Vorstandschef auf Spiegel online, 10. Juli 2009
  26. Peter Hornung, Jürgen Webermann: HSH-Chef genehmigte offenbar verlustreiches Geschäft. Auf: NDR Info, 13. Oktober 2009
  27. Wir haben den Anfangsverdacht der Untreue. Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Nordbank-Chef Nonnenmacher. In: Hamburger Abendblatt, 17. Oktober 2009
  28. „Landesregierungen fordern Rauswurf Nonnenmachers“ auf Spiegel Online, 9. November 2010
  29. spiegel.de: Nonnenmacher geht zum 31. März
  30. siehe auch Interview mit Hilmar Kopper, damals AR-Vorsitzender der HSH Nordbank: (Juli 2013)
  31. Untersuchungsausschuss zur Nordbank beschlossen. In: Hamburger Morgenpost, 12. Juni 2009
  32. Polizei ermittelt wegen „Untreue und Bilanzfälschung“. In: Hamburger Abendblatt, 8. August 2009
  33. Dossier: Die Zockerbank, NDR 45 Min vom 2. Februar 2010
  34. Michael Naumann: HSH-Verlust schon 2008 bekannt. In: Hamburger Abendblatt, 12. Januar 2010 (abgerufen am 6. Februar 2010)
  35. SPD wirft Senat „Täuschung der Öffentlichkeit“ vor. In: Die Welt, 11. Januar 2010 (abgerufen am 6. Februar 2010)
  36. Dr. No geht baden. In: taz, 19. November 2009
  37. vgl. Untersuchungsausschuss: HSH-Chef Nonnenmacher räumt Fehler ein bei Spiegel Online, 5. Februar 2010 (abgerufen am 5. Februar 2010)
  38. vgl. HSH Nordbank: Nonnenmacher räumt schwere Fehler ein bei ndr.de, 5. Februar 2010 (abgerufen am 5. Februar 2010)
  39. „Bericht und Beschlussempfehlung des Ersten Parlamentarischen Untersuchungsausschusses HSH Nordbank“ Drucksache 17/1675 15. August 2011
  40. „HSH: Keiner schuld, viele verantwortlich“ NDR, 16. August 2011
  41. a b Handelsblatt 23. Juli 2013: Bankvehikel. Das ominöse Omega
  42. Der Spiegel (Printausgabe) No. 30 / 22. Juli 2013, S. 36 - 38.: Botox für die Bilanz
  43. Handelsblatt 24. Juli 2013: Prozessauftakt HSH Nordbank. Omega 55 verfolgt Dr. No
  44. manager-magazin 24. Juli 2013: HSH-Vorstand vor Gericht. Dr. No und der ominöse Omega-55-Deal
  45. manager-magazin 24. Juli 2013: HSH-Prozess: Banker auf der Anklagebank (Fotostrecke – Die Angeklagten)
  46. a b Pressestelle des Hanseatischen Oberlandesgerichts 2. Mai 2013: Verfahren gegen ehemalige Vorstandsmitglieder der HSH Nordbank – Entscheidung des Landgerichts über die Eröffnung des Hauptverfahrens
  47. Stern-Online 24. Juli 2013: Eher landet ein Dieb im Gefängnis als ein Banker.
  48. Staatsanwaltschaft legt Berufung gegen HSH-Urteil ein
  49. http://inn-hh.de/images/kpmghshbil_445.jpg
  50. eBundesanzeiger vom 18. Oktober 2011 Konzernabschluss der HSH Nordbank von 2010 und der Gardeur Beteiligungs GmbH zum 30. September 2009 und zum 30. September 2010
  51. HSH Nordbank beendet Namensrecht-Vertrag mit dem HSV auf hsh-nordbank.de
  52. Imtech wird neuer Namensgeber der Arena (PDF) auf imtech.de

54.3242410.136184Koordinaten: 54° 19′ 27″ N, 10° 8′ 10″ O