Halloren Schokoladenfabrik

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Halloren Schokoladenfabrik AG
Logo
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0LR5T0
Gründung 1804
Sitz Halle (Saale)

Leitung

Mitarbeiter >600 (2014)[1]
Umsatz 122 Mio. Euro (2013)[2]
Branche Nahrungsmittelindustrie
Produkte SchokoladeVorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Produkte
Website www.halloren.de

Die Halloren Schokoladenfabrik AG ist die älteste bis heute produzierende Schokoladenfabrik Deutschlands.

Geschichte[Bearbeiten]

Haupteingang
Inneres der Halloren Schokoladenfabrik
Halloren-Kugeln
Altes Logo, verwendet bis 2011

Das von Friedrich August Miethe als Kakao- und Schokoladenfabrik in Halle (Saale) gegründete Unternehmen wurde 1804 zum ersten Mal erwähnt. 1851 übernahm Friedrich David die Geschäfte. Das Unternehmen hieß ab da Friedrich David & Söhne, florierte und wurde mit Pralinen der Marke Mignon bekannt. 1905 erfolgte die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, der David Söhne AG. 1912 wurden die ersten Lieferautos eingesetzt. 1933 kam es im nationalsozialistischen Deutschland zu Judenboykotten und das Unternehmen benannte sich in Mignon Schokoladenwerke AG um, um der haltlosen Vermutung zu entgehen, David sei jüdisch. Im Zuge des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion von Süßwaren 1943 eingestellt, um die Fertigung auf Zubehörteile für Flugzeugtragflächen umzustellen.

Nach Wiederaufnahme der Produktion wurde die Schokoladenfabrik 1950 enteignet und in einen Volkseigenen Betrieb umgewandelt. Es folgte die Angliederung an das Süßwarenkombinat Halle. 1952 erhielt das Unternehmen den Namen Halloren, angelehnt an die in Halle ansässige Bruderschaft der Salzwirker. Die Treuhandanstalt veräußerte das Unternehmen 1992 an die Halloren Beteiligungsgesellschaft mbH aus Hannover.

Der Hauptsitz befindet sich nach wie vor in Halle. Im 1896 erbauten Fabrikgebäude findet bis heute die Produktion statt, dazu der Fabrikverkauf, und seit 2002 lädt ein Schokoladenmuseum mit dem sogenannten Schokoladenzimmer zur Besichtigung ein.

Seit 2000/2001 gehört die 1880 gegründete Confiserie Dreher aus München als eigenständige Marke mit ihren Mozartkugeln zur Halloren Schokoladenfabrik.[3][4] 2002 wurde die Weibler Confiserie & Chocolaterie GmbH in Cremlingen übernommen.[4] Die Confiserie Weibler ist der größte Arbeitgeber Cremlingens.

2002 wurde Halloren Preisträger des Wettbewerbs Großer Preis des Mittelstandes. Im Jahre 2004 wurde das Unternehmen mit dem Mitteldeutschen Marketingpreis ausgezeichnet.

Im Jahr 2007 wurde das Unternehmen in die Halloren Schokoladenfabrik AG umgewandelt. Zum 11. Mai 2007 ging das Unternehmen an die Frankfurter Wertpapierbörse im Entry Standard.[5] Der erste Kurs lag 10 Cent über dem Ausgabepreis von 7 Euro. Das Unternehmen konnte Aktien im Wert von 15,6 Mio. Euro platzieren, davon gingen 6,3 Millionen an die Altgesellschafter.[6]

Hauptaktionär und Aufsichtsratsvorsitzender des Unternehmens war bis zum Börsengang mit 90 Prozent der Anteile Paul Morzynski.

2007 wurde die gläserne Fabrik in Betrieb genommen, bei der die Besucher die Produktionsabläufe betrachten können, das Schokoladenmuseum wurde nochmals erweitert.

2008 wurde die Delitzscher Schokoladenfabrik GmbH übernommen.

Das Unternehmen erzielte 2010 einen Umsatz von 60,65 Mio Euro.[7]

Seit 2011 ist die Halloren Schokoladenfabrik AG Mitgesellschafterin und Produktionsstätte der Wunschpralinen Manufaktur GmbH. Diese bietet individuelle Pralinen an, die sich der Kunde selbst kreieren kann.[8]

Ebenfalls 2011 wurde die niederländische Firma Steenland Chocolate gekauft.

2013 stieg der Umsatz auf 122 Mio Euro.[2] Der Auslandsumsatz beträgt ein Viertel; dabei spielen die Länder Dänemark, Kanada und Rumänien eine Rolle.

Produkte[Bearbeiten]

Das bekannteste von 120 Produkten sind die Original Halloren-Kugeln, die ihren Namen von den in Halle in früherer Zeit tätigen Salzwirkern, den Halloren, haben, angeblich weil die aus Sahne und Schokolade bestehenden Pralinen an die Silberknöpfe an den Jacken der Halloren erinnern. 180 Mio Kugeln werden jährlich verkauft. Sie tragen aber nur noch zu einem Viertel zum Gesamtumsatz bei.

Literatur[Bearbeiten]

  • Halloren Schokoladen-Büchlein. Buchverlag für die Frau, Leipzig 2001, ISBN 3-89798-041-X.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Halloren Schokoladenfabrik – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Zahlen zum ersten Halbjahr 2014
  2. a b Bilanzpressekonferenz vom 9. April 2014 (Jahresabschluss 2013), abgerufen am 17. Februar 2015
  3. Wurzeln im 19. Jahrhundert. In: Mitteldeutsche Zeitung. 27. Februar 2011, abgerufen am 6. März 2014.
  4. a b Massimo Bognanni: Der Herr der Kugeln. In: Handelsblatt. 26. November 2007, abgerufen am 6. März 2014.
  5. Halloren-Börsengang - Preisspanne 6,50 bis 8,50 Euro. In: n-tv.de. 30. April 2007, abgerufen am 7. März 2014.
  6. Aktie über Ausgabepreis: Halloren schmeckt Anlegern. In: n-tv.de. 11. Mai 2007, abgerufen am 10. März 2014.
  7. Bilanzpressekonferenz 30. März 2011 Halloren Schokoladenfabrik AG: Rekordumsatz bei solider Ergebnisentwicklung. In: Webseite der Halloren Schokoladenfabrik AG. 30. März 2011, archiviert vom Original am 2. April 2011, abgerufen am 10. März 2014.
  8. Wunschpraline per Mausklick - aus der hauseigenen Confiserie von Halloren. In: Webseite der Halloren Schokoladenfabrik AG. 30. August 2011, archiviert vom Original am 25. Oktober 2011, abgerufen am 10. März 2014.

51.477512.009444444444Koordinaten: 51° 28′ 39″ N, 12° 0′ 34″ O