Hans Molisch

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Hans Molisch (* 6. Dezember 1856 in Brünn; † 8. Dezember 1937 in Wien) war ein österreichischer Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Molisch“.

Leben[Bearbeiten]

Ab 1876 studierte er Naturwissenschaften in Wien, promovierte 1879 und habilitierte sich 1885. Bevor er 1889 Außerordentlicher Universitätsprofessor in Graz wurde, hatte er 1897/98 eine zweijährige botanische Forschungsreise um die Erde unternommen. Von 1894 bis 1909 war er ordentlicher Professor an der Karl-Ferdinands-Universität in Prag. Anschließend war er bis zu seiner Emeritierung 1928 ordentlicher Professor der Anatomie und Physiologie der Pflanzen an der Universität Wien und zugleich auch Vorstand des Pflanzenphysiologischen Institutes. Im japanischen Sendai gründete er gemeinsam mit Hatai Shinkishi die Fakultät für Biologie an der Universität Tōhoku.[1]

Im Jahr 1892 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt. Seit 1930 gehörte er der Preußischen Akademie der Wissenschaften als korrespondierendes Mitglied an.[2] Von 1931 bis 1937 war er Vizepräsident der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, deren wirkliches Mitglied er seit 1908 war.[3]

In seiner Funktion als Rektor der Universität Wien 1926/27 war Molisch für eine Radikalisierungswelle unter den antisemitisch und deutschnational eingestellten Studenten verantwortlich. Die eskalierende Gewalt gegen politisch Andersdenkende im allgemeinen und jüdische Studenten im speziellen wurde durch Molisch gefördert und durch entsprechende Nachsicht bei der Bestraftung der Täter unter Beweis gestellt. Auf der Universität galt er als offener Förderer der „Hakenkreuzler“.[3]

Reaktion nach Molisch[Bearbeiten]

Die Molisch-Probe ist ein allgemeiner Kohlenhydratnachweis.

Definition der Allelopathie[Bearbeiten]

Noch im Jahre seines Todes definierte er die biochemische Wechselwirkung zwischen Pflanzen und auch Mikroorganismen als Allelopathie. Seine Definition gilt immer noch als modern, wobei heutzutage die Mikroorganismen ausgenommen werden.

Ehrungen[Bearbeiten]

Molisch ruht in einem Ehrengrab auf dem Wiener Zentralfriedhof (Gruppe 32 C, Nummer 14). 1950 wurde im Arkadenhof der Universität Wien ein Denkmal für Molisch errichtet. Im Februar 1952 wurde in Wien-Penzing (14. Bezirk) die Molischgasse nach ihm benannt.

Werke[Bearbeiten]

  • Leuchtende Pflanzen (1904)
  • Die Purpurbakterien (1907)
  • Die Eisenbakterien (1910)
  • Mikrochemie der Pflanzen (1913)
  • Pflanzenphysiologie als Theorie der Gärtnerei (1916)
  • Pflanzenphysiologie (1921)
  • Pflanzenphysiologie in Japan (1926)
  • Im Lande der aufgehenden Sonne (1927)
  • Die Lebensdauer der Pflanze (1930)
  • Als Naturforscher in Indien (1930)
  • Autobiographie (1934)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHistory of the Institute. The Department of Biology, Tohoku University, archiviert vom Original am 15. März 2014, abgerufen am 7. Oktober 2014 (englisch).
  2. Mitglieder der Vorgängerakademien. Hans Molisch. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, abgerufen am 8. Mai 2015.
  3. a b Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ (PDF; 4,4 MB), S. 278f, Forschungsprojektendbericht, Wien, Juli 2013