Harald Stein (Basketballtrainer)

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Harald Stein (geboren 1. November 1966 in Braunschweig) ist ein deutscher Basketballtrainer und ehemaliger Basketballnationalspieler.

Harald Stein (Bildmitte) im Jahr 2018

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater ist Eckhard „Ecki“ Stein, seines Zeichens Gründungsvater der SG Braunschweig. Harald Stein machte das Abitur am Gymnasium Kleine Burg,[1] erwarb 1990 die A-Lizenz und schloss 1991 sein Studium an der Trainerakademie in Köln als Diplom-Basketballtrainer ab.

Spielerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stein gab 1983 seinen Einstand in der Herrenmannschaft der SG Braunschweig. Mit der Mannschaft stieg der 1,96 Meter messende Flügelspieler 1987 an der Seite seines Vaters Eckhard (Trainer) und seines Bruders Lothar (Spielmacher und im Gespann mit seinem Vater Spielertrainer) in die 2. Basketball-Bundesliga auf.[2] Die Premierensaison wurde als Tabellensechster der Nordstaffel beendet, da sich der ASC Göttingen aus der ersten Liga zurückzog und andere Nachrückkandidaten verzichteten, stieg Braunschweig 1988 in die 1. Bundesliga auf.[3]

Als Bundesliga-Neuling stand die SG auf einem verlorenen Posten und stieg 1988/89 sieglos wieder aus der Bundesliga ab. Stein war mit 24,4 Punkten pro Begegnung bester Korbschütze der Niedersachsen in der ersten Braunschweiger Bundesliga-Saison.[4] Stein blieb der Mannschaft treu und spielte mit ihr von 1989 bis 1991 wieder in der 2. Bundesliga. 1991 zog er mit der SG als Zweitligist in die beiden Endspiele (Hin- und Rückspiel) des DBB-Pokals ein. Dort unterlag man Bayer 04 Leverkusen, zog aber in den Europapokal ein. Ebenfalls 1991 gelang Stein mit Braunschweig der Wiederaufstieg in die Bundesliga,[5] er selbst war gemeinsam mit Štefan Svitek überragender Mann des Kaders gewesen, der dies als Meister der 2. Bundesliga Nord vollbrachte.[6] Im Sommer 1991 versuchte sich Stein in den Vereinigten Staaten und nahm an der NBA-Sommerliga teil. Dort lernte er Scooter Barry kennen, der dann nach Braunschweig wechselte.[1] In der Bundesliga-Spielzeit 1991/92 fiel Stein einige Zeit verletzt aus, er kam auf 15,5 Punkte je Begegnung, damit war er hinter Barry und Svitek drittbester Korbschütze der SG in dieser Saison.[7] Nach Barrys Weggang waren Stein (17,1 Punkte/Spiel) und Svitek 1992/93 weiterhin Braunschweigs Beste und führten die Mannschaft erstmals in die Bundesliga-Meisterrunde.[8] Während des Spieljahres 1993/94 kam Stein auf 13,9 Punkte pro Partie,[9] gemeinsam mit Igors Miglinieks übernahm er im Frühjahr 1993 die Traineraufgaben, Braunschweig stieg jedoch aus der Bundesliga ab.

Stein verließ Braunschweig nach der Saison 1993/94 und spielte in den folgenden Jahren für die Bundesligisten TuS Bramsche, SV Oberelchingen, MTV Gießen und SSV Ulm 1846. Mit Ulm wurde Stein 1998 deutscher Vizemeister, mit dem MTV Gießen erreichte er das Pokalfinale. Im Vorfeld der Saison 2000/01 ging er nach Braunschweig zurück. Nach dem Bankrott des Geld- und Namensgebers Metabox verließ er während der Saison den Verein. 2003 beendete Stein Spielerlaufbahn beim Zweitligisten TV Langen.

In seiner Bundesligakarriere wurde er vier Mal erfolgreichster deutscher Korbwerfer, er erzielte in der höchsten deutschen Spielklasse insgesamt 4078 Punkte.[10] Zu Steins Stärken gehörten sein Wurf, seine Verteidigung, seine Arbeitseinstellung und sein Trainingsfleiß. In der Chronik der Braunschweiger Basketballmannschaft Dunke-Schön wurde Stein als „die Braunschweiger Basketball-Ikone schlechthin“ bezeichnet.[1]

Nationalmannschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stein war nie Juniorennationalspieler.[11] Zwischen 1989 und 1993 kam Stein zu sechs Einsätzen in der Deutschen Basketballnationalmannschaft. Stein wurde kurz vor der Weltmeisterschaft 1994 aus dem Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft gestrichen.[1]

Trainerkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits während seiner Spielerlaufbahn war Stein, der ein Studium an der Kölner Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes 1991 als Diplom-Basketballtrainer beendete, auch schon als Trainer tätig und trainierte von 1981 bis 1994 die Jugend der SG Braunschweig sowie von 1996 bis 1997 die Jugend des SV Oberelchingen.[12] Von 2003 bis 2008 wirkte Stein als Sportlicher Leiter des Basketball-Leistungszentrums Mittelhessen (BBLZ) in Gießen[13] und trainierte in diesem Amt ab 2006 auch die Mannschaft des BBLZ (Basketball-Leistungszentrum) Mittelhessen in der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL). Mit diesem Team erreichte er in der Saison 2007/2008 die NBBL Play-Offs. Ab 2004 (und bis 2008) war er zudem auf Honorarbasis Verbandstrainer beim Hessischen Basketballverbandes (HBV) und unter anderem für die Hessenauswahl verantwortlich.[12]

2008 wechselte er nach Frankfurt zu den Fraport Skyliners, wo er als hauptamtlicher Leiter der Nachwuchs- und Schulförderung fungierte und als Headcoach die ProB- und NBBL-Mannschaften trainierte. Ebenfalls 2008 wurde Stein Assistenztrainer der deutschen U16-Nationalmannschaft. 2010 übernahm er das U-16-Nationalteam als Chefcoach und errang bei der Europameisterschaft 2011 einen achten Platz und bei der Europameisterschaft 2012 einen fünften Platz. 2013 gab er seinen Posten bei den Skyliners Frankfurt ab und wurde in Vollzeit Nachwuchs-Bundestrainer.[14] 2015 gehörte er einem Ausschuss an, der gemeinsam vom Deutschen Basketball-Bund, der Basketball-Bundesliga, der 2. Basketball-Bundesliga und den Landesverbänden gebildet wurde, um Ligen und Verbände in Spitzensportfragen zu beraten.[15]

Als Bundestrainer der deutschen U18-Nationalmannschaft führte Stein die DBB-Auswahl im Frühjahr 2016 zum Gewinn des Albert-Schweitzer-Turniers. Es war bei der 28. Auflage der Veranstaltung der erste Titel für das Gastgeberland.[16] Im Dezember 2016 wurde die U18-Auswahl unter seiner Leitung Vierter der Europameisterschaft.[17] Seine Tätigkeit für den DBB endete im August 2018,[18] im selben Jahr wechselte Stein als Trainer an die ungarische Basketballschule Vasas Akadémiá und übernahm dort unter anderem Aufgaben in der Ausbildung von Jugendspielern und in der Heranführung von Talenten an den Erwachsenenbereich.[19] Stein wurde bei Vasas zudem Direktor.[20]

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 4 All-Star-Game-Nominierungen 1. Bundesliga
  • 4 Mal erfolgreichster Deutscher Werfer der 1. Bundesliga

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Henning Brand: Die Braunschweiger Galionsfigur. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 67–69.
  2. Rüdiger Franzke: Rist vor hoher Hürde. In: Wedel-Schulauer-Tageblatt. A. Beig Verlag, Pinneberg 2. November 1987.
  3. Von Ute Berndt: Stein-Brüder kommen zum Basketball-Treff. (braunschweiger-zeitung.de [abgerufen am 14. Oktober 2017]).
  4. Das Team 88/89. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 10.
  5. Henning Brand: Sensationell: Als Zweitligist wird die SG 1991 Vizepokalsieger. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 20–21.
  6. Zurück im Oberhaus und erstmals mit US-Profi. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 23.
  7. Das Team 91/92. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 23.
  8. Das Team 92/93. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 44.
  9. Das Team 93/94. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 60.
  10. Die 200 besten Korbjäger der Bundesliga seit 1975. In: Basketball Bundesliga GmbH (Hrsg.): 50 Jahre Basketball Bundesliga. Köln, ISBN 978-3-7307-0242-0, S. 212.
  11. Christoph Matthies: Legenden der Anfangstage. In: Ute Berndt, Henning Brand, Ingo Hoffmann, Christoph Matthies (Hrsg.): Dunke-Schön. 25 Jahre 1. Bundesliga Basketball in Braunschweig. Klartext Verlag, 2015, ISBN 978-3-8375-1505-3, S. 67–69.
  12. a b Bundestrainer U18-Jungen: Harald Stein. Deutscher Basketball Bund, 1. Juni 2017, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  13. GIESSEN 46ers | Harald Stein verlässt das BBLZ - GIESSEN 46ers. Abgerufen am 14. Oktober 2017.
  14. Harald Stein: Hauptamtlicher Nachwuchs-Bundestrainer. Deutscher Basketball Bund, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  15. Kompetenzteam zum Wohle des Basketballs. Deutscher Basketball Bund, abgerufen am 29. Dezember 2018.
  16. AST 2016: Deutschland erstmals Turniersieger! In: www.basketball-bund.de. Deutscher Basketball Bund, abgerufen am 2. April 2016.
  17. EM: U18-Jungen werden Vierter. Deutscher Basketball Bund, abgerufen am 14. Oktober 2017.
  18. Fabian Villmeter ist neuer Nachwuchs-Bundestrainer. In: basketball-bund.de. Abgerufen am 26. September 2018.
  19. Német mesteredző segíti a Vasas szakmai stábját. In: BB1.hu. 25. Mai 2018 (bb1.hu [abgerufen am 26. September 2018]).
  20. Csapataink – Vasas Kosárlabda Akadémia. Abgerufen am 21. Januar 2020.