Hasper SV

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Hasper SV
Hasper SV.gif
Voller Name Hasper Sportverein e.V.
Ort Hagen, NRW
Gegründet 1911/12
Stadion Bezirkssportanlage Haspe
Stephanstr. 20
Plätze 5.000
Vorstand Harald Kröner
Trainer Christian Hagemann, Efraim Caliskan
Homepage Website des Hasper SV
Liga Landesliga Westfalen, Staffel 3
2012/13 8. Platz
Heim
Auswärts

Der Hasper SV ist ein Sportverein aus Hagen. Seine erste Fußball-Mannschaft spielt derzeit in der Landesliga. Größter sportlicher Erfolg des Vereins war das Vordringen in die Oberliga Westfalen in den 1990er Jahren, wo der Verein mehrere Jahre in Folge um den Aufstieg in die Regionalliga spielte, letztlich aber wiederholt scheiterte.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Hasper SV entstand 1956 als Fusion aus dem FC Harkorten und FC Union Haspe. Damals konnte man sich nicht auf das Gründungsjahr 1911 einigen (dem Gründungsjahr des FC Harkorten, 1912 wurde Union Haspe gegründet), so dass seitdem das (früher auch im Wappen des Vereins ersichtliche) Gründungsjahr des Hasper SV „1911/12“ lautet. Die Vereinsfarben der Clubs waren Schwarz-Weiß (Harkorten) und Grün-Weiß (Union) - der HSV trägt als Kompromiss die Farben Blau-Weiß.

An der westlichen Grenze Haspe im Ortsteil Vogelsang gründeten einige junge Leute den Hasper Fußballclub von 1910. Es war ein sogenannter „wilder“ Verein; aber fand doch immerhin Gegner, die mit ihm zusammen Wettkämpfe austrugen. Dennoch hatte dieser Verein in der ursprünglichen Form keinen Bestand. Er änderte seinen Namen und hieß ein Jahr später FC Hufeisen, offenbar deswegen, weil er in einer Schmiede von Heinrich Grebe gegründet worden war. Schließlich aber wurde aus ihm der FC Harkorten, ein Name, der nur mit der Genehmigung der Familie Liebe-Harkort geführt werden durfte. Der FC Union entwickelte sich aus verschiedenen kleinen Schlagballclubs der unteren Tillmannstraße und auf dem Heubing sowie der Gerichtstraße (heute Swolinzkystraße). Es handelte sich also um eine Vereinigung mehrerer Gruppen und verdiente sich daher die Bezeichnung „Union“ um so mehr, als sich 1913 auch Teile des in Kückelhausen gegründeten, aber dann wieder aufgelösten FC Germania anschlossen. Erst viel später, 1928, bildete sich in Kückelhausen noch einmal ein Fußballclub, der sich Hasper Sportverein nannte, aber keinen langen Bestand hatte. Schon in jenen Jahren, um 1925 bis 1930, kam der Gedanke einer Vereinigung zwischen Harkorten und Union auf; er wurde aber zuletzt von den Mitgliedern doch immer wieder verworfen. Die Zeit war noch nicht reif für einen solchen Zusammenschluss.

Als 1955 eine gemeinsame Auswahl aus FC Harkorten und der FC Union den damals übermächtig erscheinenden SSV Hagen mit 3:1 schlug, wurde die Fusion der beiden starken Hasper Fußballvereine vollzogen. Als dritter Partner wurde der Box-Sport-Club Haspe hinzugezogen.

Nach dem raschen Niedergang bis in die Landesliga wurde es um den Verein ruhiger: Der Hasper SV spielt seit mehreren Jahren in der Regel im Mittelfeld der Landesliga und musste in der Saison 2005/06 um den Klassenerhalt zittern. In der Saison 2006/07 spielte der HSV jedoch in der Spitze der Landesliga um den Aufstieg in die Verbandsliga. Die Mannschaft verpasste den Aufstieg jedoch knapp, als sie, nachdem sie Tabellenzweiter wurde, in der anschließenden Relegation um den Aufstieg am BV Brambauer scheiterte. In der Spielzeit 2008/09 konnte sich der HSV erst am letzten Spieltag vor dem Abstieg in die Bezirksliga retten und belegte am Ende Rang zwölf. In der Saison 2009/10 wurden die Hasper in der Abschlusstabelle Sechster, ein Jahr darauf Zweiter, scheiterte jedoch in der Relegation am Aufstieg in die Verbandsliga. Auf lokaler Ebene war zumeist der SSV Hagen schärfster Kontrahent des HSV.

Chronik[Bearbeiten]

Die zahlreichen Turn- und Sportarten in Haspe, ob Handball, Fechten, Fußball, Reiten, Basketball oder Turnen, gehören zu Haspe wie das Pils, der Hasper Maggi und die Zwiebäcke. Die Geschichte der Turn- und Sportvereine ist daher zugleich auch ein Stück Heimatgeschichte. Nach dem ersten deutschen Turnfest, das 1860 in Coburg ausgetragen wurde, wuchsen überall Turnvereine wie Pilze aus dem Boden. Zu ihnen gehörte auch der Hasper Turnverein von 1860. Um die Jahrhundertwende begeisterte eine neue Sportart: das Fußballspiel.

  • 1910: erste Bestrebungen einen Fußballverein in Haspe aus der Taufe zu heben; lose Vereinigungen. Die erste „wilde“ Fußballmannschaft gründete sich, der FC Haspe 1910.
  • 1911: der erste Verein wurde gegründet; der FC Hufeisen Haspe. Der Vereinszusatz „Hufeisen“ wurde ausgewählt, da der Verein in der Dorfschmiede von Heinrich Grebe aus der Taufe gehoben worden war. Noch im selben Jahr wurde der Verein in FC Harkorten Haspe umbenannt. Die Vereinsfarben waren schwarz-weiß. Aufgrund Ihrer schwarz-weiß gestreiften Trikots wurde der FC Harkorten auch die „Zebras" genannt. Erster Spielort war die Nielandswiese.
  • 1912: mit dem FC Union Haspe wurde der zweite Fußballverein der Stadt gegründet. Die Vereinsfarben waren grün-weiß. Erster Vorsitzender wurde Fritz Engel.
  • 1920: Der FC Union Haspe empfing im ersten internationalen Freundschaftsspiel die niederländische Mannschaft von Wilhelmina-Vooruit Amsterdam. Haspe gewann 13:2. Die 1. Mannschaft von Union stieg von der C-Klasse in die B-Klasse auf.
  • 1921: Der FC Union stieg erneut auf und spielte nun in der A-Klasse.
  • 1922: In einem Siegeslauf gelang Union auch 1922 die Meisterschaft und damit der Aufstieg in die „Liga“.
  • 1928: erster Versuch einer Fusion der beiden Hasper Fußballvereine. Diese scheiterte allerdings.
  • 1933: Die Regierung „zwang“ die Sportvereine sich zusammenzuschließen. Turner-Fußballer-Ehen wurden geschlossen, hielten aber nicht länger als ein Jahr, so z. B. TuS Jahn Harkorten und Turn- und Sport-Union Haspe. Die Vereine bauten sich seine eigenen Sportanlagen und weihten diese ein. Am Quambusch entstand die neue Heimat des FC Harkorten, am Kursbrink die des FC Union.
  • 1934: Union Haspe spielte in der Bezirksklasse Westfalen, der damals zweithöchsten Spielklasse. Gegner war unter anderem Borussia Dortmund. Union verliert gegen die Borussen mit 1:4 in Dortmund und 2:5 in Haspe und stieg am Saisonende ab. Bereits 1936 gelingt die Rückkehr in die Bezirksklasse.
  • 1945: Alle Hasper Sportvereine, darunter der FC Harkorten und FC Union Haspe, schlossen sich unter dem Diktat der Alliierten zum Zentralsportverein Turn- und Spielvereinigung Haspe zusammen.
  • 1946: Die britische Militärregierung gestattete den Vereinen ab April wieder den alten Clubnamen anzunehmen. Der Zentralsportverein „Turn- und Spielvereinigung Haspe“ wurde aufgelöst, die Hasper Sportvereine erlangten ihre Eigenständigkeit wieder.
  • 1951: Die A-Jugend des FC Harkorten unterlag im Endspiel um die Westfalenmeisterschaft unglücklich mit 0:1 gegen Eintracht Gelsenkirchen.
  • 1955: Der Wunsch der Hasper Vereine auf Bündelung der Kräfte in Haspe wurde immer deutlicher. Die beiden letzten Derbys der Saison 1955/56 zwischen Harkorten und Union endeten jeweils 1:1.
  • 1956: Die Fusion der Hasper Vereine gelang. Am 23. Juli 1956 wurde die Gründung des Hasper Sportvereins HSV beschlossen. Beteiligt waren der FC Harkorten von 1911, FC Union von 1912 und der Box-Sport-Club von 1949. Die am 25. Juli stattgefundene Feierstunde stand bereits im Zeichen der neuen Vereinsfarben Blau-Weiß. Am 3. August fand die erste Mitgliederversammlung statt und der Vorstand wurde gebildet. Drei Monate später schlossen sich die vier Sportabteilungen von Friesen 1860 (Fechten, Handball, Leichtathletik und Tischtennis) dem neuen Hasper Sportverein an. Als Sportstätten dienten dem neuen Verein der Sportplatz am Quambusch (FC Harkorten) und der Sportplatz im Kursbrink (Union). Als Spielstätte der ersten Mannschaft fungierte der Platz am Quambusch.
Die erste tatsächliche HSV-Elf spielte zum Goldjubiläum des TuS 06 Haspe auf dem Höing in Hagen gegen die Vertragsreserve des FC Schalke 04 1:1. Die erste Elf: Gleim, Weber, Scheidt, Obermeit, Schönrock, Gebel, Röwekamp (vom TuS 06), Höfinghoff, Fentner, Dahlhoff, Dembowski und Motz. Sein allererstes Pflichtspiel bestritt der „Großverein“ Hasper SV am Loheplatz. Gegen die gastgebende SpVg. Hagen 1911 unterlag man mit 2:3. Am Ende der Saison stieg der HSV aber als Meister in die Landesliga auf. Zum Abschluss der Wettkampfzeit 1956/57 empfing der HSV den SV Sodingen vor 6000 Zuschauern und unterlag mit 1:3.
  • 1957: Der neue HSV wurde auf Anhieb Meister der Bezirksklasse und stieg in die Landesliga auf.
  • 1958: Aufstieg in die Verbandsliga (dritthöchste Spielklasse, höchste Amateurklasse) – die Landesliga-Meisterelf: Fiebing, Krugmann, Geilfuß, Herzig, Motz, Obermeit, Schönrock, Gebel, Weber, Werner, Scheidt. Nach Saisonende empfing man den schwedischen Klub IJK Kristianstad zu einem Freundschaftsvergleich (1:1).
  • 1965: Der HSV spielte die wahrscheinlich beste Saison seiner Vereinsgeschichte. In der dritthöchsten Spielklasse, der Verbandsliga Westfalen belegten die Hasper am Saisonende Platz drei hinter dem VfL Bochum und dem Lüner SV.
  • 1967: Abstieg des HSV aus der Verbandsliga
  • 1972: Freiwilliger Übertritt des HSV aus der „Ruhrgebietsstaffel“ in die „Sauerlandstaffel“ der Landesliga
  • 1973: Dem HSV gelang sofort nach Übertritt der Aufstieg und die Rückkehr in die Verbandsliga.
  • 1976: Abstieg aus der Verbandsliga
  • 1981: Rückkehr in die Verbandsliga, zur Meistermannschaft gehörten: Hartfeld, Hülsenbeck, Schweers, Drenks, Röttgers, Schwenker, Döring, Sirrenberg, Graebe, Sosna, Bulwin, Müller, Haller, Dirks.
  • 1988: erneuter Abstieg aus der Verbandsliga nach Relegationsspiel-Niederlage gegen RW Lennestadt (1:9)
  • 1990: Im Oktober wurde die neue Sport- und Freizeitanlage (im Volksmund auch: Bezirkssportanlage) auf dem Gelände der ehemaligen Hasper Hütte eröffnet. Eine kombinierte Mannschaft aus Hasper SV / Fortuna Hagen unterlag dem damaligen Bundesligisten Wattenscheid zur Eröffnung mit 0:2. Die neue Anlage mit einem der ersten Kunstrasenbeläge der Region erwies sich bald als klarer sportlicher Vorteil.
  • 1992: Der Hasper SV empfing den englischen Erstligisten Everton Football Club zum Freundschaftsspiel.
  • 1993: Rückkehr in die Verbandsliga
  • 1994: Aufstieg in die Oberliga Westfalen; im gleichen Jahr wurde die neue Regionalliga eingeführt; deshalb wurde die Oberliga die vierthöchste Spielklasse. Nach Platz drei in der regulären Saison gewann der HSV in der Relegation im Lüdenscheider Nattenbergstadion mit 3:2 n.V. gegen RW Lennestadt. Freundschaftsspiele gegen Borussia Dortmund und die weißrussische Mannschaft von Dinamo Minsk wurden absolviert
  • 1996: Ausgliederung der Fußballabteilung aus dem Hasper Sportverein. Neuer Vereinsname: Hasper SV Fußball e. V.
  • 1998: Auflösung des Hasper Sportvereins aufgrund finanzieller Probleme und folgender Insolvenz.
  • 1999: Abstieg aus der Oberliga. Der HSV schnupperte in der Zwischenzeit sogar am Aufstieg in die Regionalliga (Platzierungen: 5., 3., 2., 5., 15.). Zum Unmut vieler Hasper zog der HSV in dieser Zeit zu Beginn ins Hagener Ischelandstadion um.
  • 2000: Der HSV schaffte den Klassenerhalt in der Verbandsliga nach einem 2:0-Sieg n.V. gegen den TuS Sundern im Entscheidungsspiel in Menden.
  • 2001: Abstieg aus der Verbandsliga in die Landesliga. Bis heute spielt der HSV seitdem in dieser Spielklasse.
  • 2007: Der HSV beendete die Landesligasaison auf Platz zwei. Das folgende Relegationsspiel gegen BV Brambauer wurde 1:3 verloren und die Rückkehr in die Verbandsliga verpasst.
  • 2011: Der HSV beendete die Landesligasaison wie vier Jahre zuvor auf Platz zwei. In der anschließenden Relegation hatte der HSV gleich zwei Chancen auf den Aufstieg. Allerdings wurden beide Partien verloren: zunächst mit 1:2 gegen die SpVgg. Vreden in Dorsten und mit 1:4 gegen TuS Heven in Dortmund.

Jugend[Bearbeiten]

Von den Minikickern bis zur A-Jugend spielt mindestens eine Junioren-Mannschaft in der Spitze des Kreises Hagen. Derzeit stellt Hasper SV mit den U15 (C-Junioren um Trainer Heinrich Adamietz) ein überregionales Juniorenteam. U. a. erreichten die C-Junioren in der Saison 2012/13 sowie im darauf folgenden Jahr den Kreispokalsieg. Derzeit spielt die Mannschaft in der Bezirksliga Staffel 5.

Stadion[Bearbeiten]

In der circa 5000 Zuschauer fassenden Bezirkssportanlage Haspe, die im Jahr 1989 eröffnet wurde, wird auf Kunstrasen gespielt. Zusätzlich finden dort die Bundesjugendspiele aller Hasper Schulen statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]