Hasper SV

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Hasper SV
Hasper SV.gif
Voller Name Hasper Sportverein e.V.
Ort Hagen, Nordrhein-Westfalen
Gegründet 1911/12
Stadion Bezirkssportanlage Haspe
Stephanstr. 20
Plätze 5.000
Vorstand Harald Kröner
Trainer Werner Boss
Homepage www.haspersv.com
Liga Landesliga Westfalen 3
2013/14 7. Platz
Heim
Auswärts

Der Hasper SV ist ein Sportverein aus Hagen. Seine erste Fußball-Mannschaft spielt derzeit in der Landesliga. Von 1958 bis 1967 und 1973 bis 1976 spielte der HSV in der damals dritthöchsten Spielklasse, der Verbandsliga Westfalen. Von 1994 bis 1999 war der Hasper SV Bestandteil der Oberliga Westfalen und scheiterte mehrfach am Aufstieg in die Regionalliga.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Beginn der Hasper Fußballsportbewegung in Haspe liegt im Halbdunkel. Genaue Aufzeichnungen darüber existieren nicht. Sicher ist, dass um 1905 bis 1910 die Jugend nach dem Ballspiel drängte. Zunächst aber war das aus England stammende Fußballspiel keineswegs dominierend. Die in Haspe bestehenden Turnvereine besaßen um jene Zeit neben ihren Geräteturnern und Volksturnern, wie die Leichtathleten damals genannt wurden, auch Spielabteilungen oder wenigstens Spielmannschaften. Das Schleuderballspiel, das Faustballspiel und besonders das Schlagballspiel eroberten sich die Jugendherzen. Schlagball wurde allenthalben in Haspe auch außerhalb der Vereine auf den Straßen gespielt.

In solchen Spielgemeinschaften fand dann auch der Fußball alsbald Eingang, nachdem sich in der Umgebung schon verschiedene Fußballclubs gebildet hatten. An der westlichen Grenze Haspe im Ortsteil Vogelsang gründeten einige junge Leute den Hasper Fußballclub von 1910. Es war ein sogenannter „wilder“ Verein; aber fand doch immerhin Gegner, die mit ihm zusammen Wettkämpfe austrugen. Dennoch hatte dieser Verein in der ursprünglichen Form keinen Bestand. Er änderte seinen Namen und hieß ein Jahr später FC Hufeisen, offenbar deswegen weil er in einer Schmiede von Heinrich Grebe gegründet worden war. Schließlich aber wurde aus ihm der FC Harkorten, ein Name, der nur mit der Genehmigung der Familie Harkort (Unternehmerfamilie) geführt werden durfte.

Der FC Union entwickelte sich aus verschiedenen kleinen Schlagballclubs der unteren Tillmannstraße und auf dem Heubing sowie der Gerichtstraße (heute Swolinzkystraße). Es handelte sich also um eine Vereinigung mehrerer Gruppen und verdiente sich daher die Bezeichnung „Union“ um so mehr, als sich 1913 auch Teile des in Kückelhausen gegründeten, aber dann wieder aufgelösten FC Germania anschlossen. Erst viel später, 1928, bildete sich in Kückelhausen noch einmal wieder ein Fußballclub, der sich Hasper Sportverein nannte, aber keinen langen Bestand hatte. Schon in jenen Jahren, um 1925 bis 1930, kam der Gedanke einer Vereinigung zwischen Harkorten und Union auf; er wurde aber zuletzt von den Mitgliedern doch immer wieder verworfen. Die Zeit war noch nicht reif für einen solchen Zusammenschluss. Erst 1956 kam das zusammen, was zusammengehörte. Als 1955 eine gemeinsame Auswahl aus FC Harkorten und der FC Union den damals übermächtig erschienenen SSV Hagen mit 3:1 schlug, wurde die Fusion der beiden starken Hasper Fußballvereine vollzogen. Als dritter Partner wurde der Box-Sport-Club Haspe hinzugezogen.

In 52 Begegnungen standen sich im Laufe der Jahre die beiden Hasper Vereine gegenüber. Der letzte Kampf auf dem Quambusch in der Spielzeit 1955/56 endete unentschieden 1:1, mit genau demselben Resultat wie der vorletzte auf dem Kursbrink. Bei der Punkte-Schlussbilanz standen beide hintereinander in der Mitte der Tabelle.

FC Harkorten[Bearbeiten]

1911 betrat mit dem Fußball-Club Harkorten ein neuer Akteur die Bühne des Hasper Sports; die Zebras, wie der Volksmund sehr bald den neuen Verein aufgrund der schwarz-weiß gestreiften Trikots wegen nannte. Der Fußballsport war 1911 in Haspe nichts Neues mehr. In Nachbarorten war der neue Sport bereits eingeführt, in Hagen seit 1905. Aber auch in Haspe selbst gab es bereits einen Fußballclub, der 1910 gegründet und ein Jahr später in FC Hufeisen umgetauft worden war. In der Dorfschmiede bei Heinrich Grebe war er entstanden. Aus diesem Club entwickelte sich dann im Laufe des Jahres 1911 der FC Harkorten, der seinen Namen mit ausdrücklicher Genehmigung der Familie Liebe-Harkort führen durfte und damit seinen Heimatcharakter in schönster Weise betonte.

Man wird sich diesen Club nicht so vorstellen wie einen Verein von heute. Der Spielbetrieb war mehr oder weniger „wild“, d.h. es wurde nicht regelmäßig um Punkte gespielt. Man traf sich gelegentlich mit befreundeten Clubs, so beispielsweise mit dem FC Himberger Heide oder Markana Hagen, aus dem sich Preußen Hagen entwickelte, und anderen, die heute längst vergessen sind. Die Kluft war zwar offiziell Schwarz-Weiß, aber es gelang in den ersten Jahren nie, die erste Mannschaft einheitlich zu kleiden. Man war froh, wenn man immer einen einwandfreien Ball hatte und auf der Nielandswiese spielen durfte.

Hatte ursprünglich Nielandswiese als Spielplatz gedient, später der Kirmesplatz in Haspe, so schufen sich die Getreuen des Vereins in der schweren Arbeitslosenzeit, die 1929 mit der Weltwirtschaftskrise einsetzte, eine eigene Kampfbahn, den Quambusch. Es scheint geradezu ein Charakteristikum des FC Harkorten gewesen zu sein, dass erst die Not alle Kräfte alarmierte. Fast 99 % aller Mitglieder waren ohne ständigen Erwerb in der Zeit damals, trotzdem arbeiteten sie freiwillig auf dem Quambusch, als gelte es, sich ein eigenes, neues Dasein aufzubauen. Rund 6.000 m³ Boden mussten bewegt werden; der Grund bestand teilweise aus Schieferfelsen. Es war wirklich eine Gemeinschaftsleistung größter Art, als nach anderthalbjähriger Tätigkeit endlich der neue Spielplatz eingeweiht werden konnte.

Diese kurze Übersicht über die Geschichte des FC Harkorten wäre unvollständig, wenn nicht auch die verschiedenen Versuche geschildert würden, den Club im Sinne einer größeren Sportgemeinschaft ganz Haspes zu erweitern. Eine Vereinigung der Brudervereine Harkorten und Union ist im Laufe der Jahre mehrfach geplant gewesen. 1927 war es fast so weit, aber damals scheiterte das lobenswerte Bemühen dann doch wieder. Auch die Zwangsehe mit Jahn Westerbauer im Jahre 1933 war nicht von langer Dauer. Der neugebildete Verein trug den Namen TuS Jahn Harkorten von 1886. Im Lokal Quambusch auf der Kipper fand seinerzeit der Zusammenschluss statt. Walter Thamer war der Vereinsführer, scheiterte aber an der inneren Opposition. Die Turner-Fußballer-Ehe hielt nur ein einziges Jahr, dann wurde sie wieder geschieden. Als dann aber am 21. Januar 1956 in der Jahreshauptversammlung bei Thamer die Frage nach einer Konzentration der Kräfte im Hasper Sport erneut gestellt wurde und eine Empfehlung der Interessengemeinschaft Hasper Turn- und Sportvereine vorlag, gab es einhellige und spontane Zustimmung. Gedacht war zunächst an den Zusammenschluss aller Vereine. Träger des Vereinigungsgedankens aber waren in erster Linie die Fußballvereine, obwohl gerade sie oftmals unter einem starken Vereinsegoismus gelitten hatten.

Die Harkorter brachten in die neue Ehe über 400 Mitglieder, ein gutes Dutzend Mannschaften, eine eigene Vereinsanlage, viel Idealismus und frischen Mut mit.

FC Union Haspe[Bearbeiten]

Wie in Vogelsang und um das Haus Harkorten herum, so entwickelte sich der Fußballsport auch im Stadtkern von Haspe um 1912 – zunächst in Form von Straßenclubs. Junge Burschen, die vorher meist Faustball und Schlagball gespielt hatten, entdeckten nun ihre Liebe zum Fußball. An der Tillmannstraße, auf dem „Eisplatz“ hinter der Heubingschule, auf der Wiese hinter dem Rathaus, in der Gerichtstraße – überall wurde Fußball gespielt.Zwei junge Männer hatten die Führung: Fritz Engel und Eugen Menn, der später unter dem Namen „Lustiger Eugen“ einer der bekanntesten Hagener Wirte werden sollte. Diese beiden gründeten in den Sommerferien 1912 den Fußball-Club Union Haspe: Vereinsfarben Grün und Weiß, weiße Hose, grün-weiß gestreiftes Hemd. Gespielt wurde auf dem „Eisplatz“. Vorstand und Vereinslokal gab es zunächst nicht, aber eine prächtige Kameradschaft.

Das erste größere Fußballspiel fand am 2. November 1913 auf dem Platz hinter der Heubingschule zwischen Union Haspe und dem SSV 04 Elberfeld statt. Es gab ein 2:2. Die Hasper Zeitung berichtete sogar darüber, auch über spätere Spiele gegen FC Neheim-Hüsten und Teutonia Gevelsberg. Offenbar hatte der FC Union damals gute Beziehungen zu Vereinen des Westdeutschen Spielverbandes. Demzufolge war wohl auch sein Sportbetrieb amtlicherseits anerkannt, denn er erhielt die Erlaubnis, sonntags zwischen 14 und 18 Uhr auf dem Marktplatz zu spielen, sofern der Platz nicht zu anderen Zwecken gebraucht wurde. Die Umkleideräume in der nahegelegenen Turnhalle durften die Fußballer jedoch nicht benutzen. Soweit ging die Liebe nicht; sie waren eben doch noch nicht ganz gesellschaftsfähig.

1931 verfügte die Fußballabteilung über einen Mitgliederandrang wie noch nie zuvor. Der Unternehmungsgeist blieb nicht auf das sportliche Geschehen beschränkt. Die Vereinsleitung griff nun auch das früher schon oft diskutierte Thema „Eigene Platzanlage“ wieder auf. Vorsitzender August Müschenborn und sein Kassierer Werner Meyer machten gleich ganze Sache; sie mieteten für Union ein Waldgelände oberhalb des Stadtwaldrestaurants „Im Kursbrink“ zunächst einmal für zehn Jahre. Mit eigener Hand verwandelten die Mitglieder des FC Union, meist waren sie erwerbslos wie viele Millionen andere Deutsche in jener Zeit auch, das Waldstück in einen Sportplatz. Gönner, vor allem die Leitung der Klöckner-Werke, halfen finanziell mit. Dennoch mussten Schulden gemacht werden. Aber Union ließ nicht locker. Obwohl der Platz erst im Mai 1933 eingeweiht werden konnte und vorher meist auf fremden Plätzen die größeren Fußballkämpfe ausgetragen werden mussten, war die Kameradschaft im Verein ungebrochen, die Tatkraft groß.

Im Jahre 1956 kam die Vereinigung, über die schon so oft in den Jahren vorher gesprochen und geschrieben worden war. Die Mitgliederversammlung des FC Union stimmte keineswegs spontan dem neuen Schritt zu; es gab noch einige interne Schwierigkeiten. Schließlich siegte aber die Vernunft. Der FC Union brachte ähnlich wie der FC Harkorten einen tadellosen Sportplatz, 375 Mitglieder, 9 Mannschaften und eine gesunde Kasse mit in die Ehe. Mit dem Hasper Sportverein als neuen Großverein konnte ein neuer Abschnitt im Hasper Sportleben beginnen.

Stadion[Bearbeiten]

In der circa 5000 Zuschauer fassenden Bezirkssportanlage Haspe, die im Jahr 1990 eröffnet wurde, wird auf Kunstrasen gespielt. Der offizielle Zuschauerrekord datiert aus dem Jahr 1997, als der HSV die Sportfreunde Siegen in der Oberliga Westfalen vor 2.100 Zuschauern empfing.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]