Heinrich Ernst Siegrist

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Heinrich Ernst Siegrist (geboren am 19. November 1903 in Bergheim / Ruhr; gestorben am 28. April[1] 1970 in Schönau bei Gotha) war ein deutscher Bergarbeiter und Schriftsteller.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Ernst Siegrist war der Sohn eines Arbeiters. Nach dem Besuch der Volksschule und Mittelschule erlernte er den Beruf eines Kaufmanns. Nach der Lehre war er in Berg- und Walzwerken tätig. 1925 trat der der KPD. Nach der Machtergreifung 1933 lebte er in Ostfriesland und Oldenburg in Widerstand gegen das NS-Regime.[2] 1940 wurde er als Soldat in die Wehrmacht eingezogen. Während des Zweiten Weltkrieges desertierte er zur Roten Armee.[3] Von 1945 bis 1953 war er als Kulturfunktionär in Mecklenburg tätig. Ab 1953 lebte er als freier Schriftsteller in Berlin und in Cottbus. Er war stellvertretender Vorsitzender des Schriftstellerverbandes der DDR im Bezirk Cottbus.[4] 1959 und 1964 war Siegrist aktiver Teilnehmer der Bitterfelder Konferenzen.[5] Er war Chronist des Kombinats Schwarze Pumpe.[6] Siegrist legte der jungen Autorin Brigitte Reimann Steine in den Weg: „Außerdem hatte er[7] im Juli 1960 Heinrich Ernst Siegrist, der B. R.[8] mehrfach beim Verband und bei Funktionären verleumdet hatte, zu einer Aussprache im Vorstand des DSV[9] zitiert.“[10] Ab 1961 lebte er in Schönau bei Gotha. Heinrich Ernst Siegrist starb dort am 28. oder 29. April 1970. Der Deutsche Schriftstellerverband, Arbeitskreis Thüringen, würdigte ihn in einem Nachruf.[11]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Und so vergingen die Jahre. Ein Bericht aus einem Gefangenenlager in der Sowjetunion. Dietz Verlag, Berlin 1950.
  • Peter Schoenewald. Verlag Tribüne, Berlin 1953.
  • Für die Welt arbeiten. Ein Lebensbild von Karl Marx. Verlag Tribüne, Berlin 1954. (2. Aufl. 1958.)
    • Pochodeň pravdy Životopis Karla Marxe. Z něm. orig. přel. Věra Macháčková. Svobodné Slovo, Praha 1955.
    • Obrazy ze života Karla Marxe. Z něm. orig. přel. Maria Hodačová. Práce, Praha 1955.
  • Ohm Ohlen, der Philosoph vom Alexanderplatz. Verlag Tribüne, Berlin 1954.
  • Vor vielen, vielen Zeiten. In: Karl Grünberg (Redaktion): Hammer und Feder. Deutsche Schriftsteller aus ihrem Leben und Schaffen. Verlag Tribüne 1955, S. 466–472.
  • Der 1. Mai 1929. In: Karl Grünberg (Redaktion): Hammer und Feder. Deutsche Schriftsteller aus ihrem Leben und Schaffen. Verlag Tribüne 1955, S. 475–478.
  • Zurück ins Dorf der Väter. Berlin 1956.
  • Stürmische Jahre. Volksverlag, Weimar 1960.
  • Zur Erarbeitung einer Betriebsgeschichte. In: Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte. Akademie-Verlag, Berlin 1961. S. 169–173.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Oder am 29. April. So schreiben die Deutsche biographische Enzyklopädie. Band 9, S. 440 und Der Bibliothekar. Monatsschrift für das Bibliothekswesen. Volk und Wissen, Berlin 1970, S. 713.
  2. Siegrist beschreibt seine Jugend in dem Roman Peter Schoenewald.
  3. Siegrist beschreibt seine Gefangenschaft in der Erzählung Und so vergingen die Jahre.
  4. SBZ-Biographie.
  5. Maria Brosig: „Es ist ein Experiment“ Traditionsbildung in der DDR-Literatur anhand von Brigitte Reimanns Roman „Franziska Linkerhand“. Königshausen & Neumann, Würzburg 2010, S. 276 f.
  6. Sein Buch Stürmische Jahre berichtet über das Industriekombinat Schwarze Pumpe.
  7. Gemeint ist Erwin Strittmatter.
  8. Gemeint ist Brigitte Reimann.
  9. Gemeint ist der Deutsche Schriftstellerverband.
  10. Brigitte Reimann: Alles schmeckt nach Abschied: Tagebücher 1964–1970. Aufbau Verlag, Berlin 1998, S. 386.
  11. Heinrich Ernst Siegrist verstorben.
  12. Pdf-Datei Zur Erarbeitung einer Betriebsgeschichte