Heinrich Hansen (Architekt)

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Heinrich Hansen (* 2. April 1881 in Aachen; † 3. Dezember 1955 in Kiel) war ein deutscher Architekt.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heinrich Hansen war ein Sohn des in Aachen geborenen Tischlermeisters Joseph Hansen († 1928 ebenda) und dessen Ehefrau Josephine, geborene Kuck († 1899 in Aachen). Der Vater hatte in der Stadt eine Fabrik zur Holzbearbeitung gegründet. Hansen besuchte eine Aachener Realschule und absolvierte eine Berufsausbildung bei einem Architekten namens Schneider. Bei seinem anschließenden Architekturstudium an der TH Aachen gehörte sein Lehrer Karl Henrici zu seinen Förderern.

Henrici stellte für Hansen einen Kontakt zu Wilhelm Voigt her, der Hansen eine erste Stelle gab. Ab 1903 arbeitete er überwiegend beim Bau der Kieler St.-Jürgens-Kirche mit und für kurze Zeit bei der Fortifikation.

Ein Frühwerk Hansens war zuvor der Bau des Kontorhauses der Firma Chr. Sieck in Eckernförde, das er zusammen mit dem Eckernförder Architekten Wilhelm Kruckau 1898 im Stil der Neorenaissance entwarf.[1]

Ab 1907 arbeitete Hansen als selbstständiger Architekt. Sein erster Auftrag war der Neubau eines größeren Wohnhauses in Gaarden. Danach erstellte er Pläne für zahlreiche weitere Bauten, deren Ausführungen er selbst bis kurz vor Lebensende betreute. Darüber hinaus nahm er an vielen Wettbewerben teil.

Hansen sagte über sich selbst, dass er lieber Bauten plane, als deren Ausführungen zu begleiten. Er hielt an eigenen Vorstellungen fest, was mitunter zu Problemen mit Geschäftspartnern führte. Aufgrund seiner zielgerichteten Ratschläge und Anleitung sagte jedoch einer seiner Bauherren Jahrzehnte später: „Die Jahre dieser Zusammenarbeit bedeuten für mich eine ungewöhnliche Bereicherung in persönlicher und fachlicher Beziehung“. Bei seiner Teilnahme am „Ideen-Wettbewerb zur Neugestaltung der Innenstadt Kiel“ urteilte Sedlmaier 1948, dass Hansen über „intime Kenntnisse der lokalen Verhältnisse“ verfüge, sein Entwurf jedoch eine „vielleicht etwas allzu-sehr zurückhaltende Auseinandersetzung mit dem Gegebenen“ sei.

Von 1946 bis Lebensende gehörte Hansen dem Bund Deutscher Architekten an.

Hansen war seit dem 18. November 1921 verheiratet mit Dora Wagner (* 12. August 1888 in Wellingdorf), deren Vater Heinrich Wagner ein Bauunternehmen hatte.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den von Hansen ausgeführten Bauwerke gehören:

  • 1898: Kontorhaus der Fa. Chr. Sieck in Eckernförde, Langebrückstr. 1 (zusammen mit Wilhelm Kruckau)
  • 1907: Wohnhaus Dr. Kathrein in Gaarden
  • 1915/16: Maschinenfabrik Bohn & Kähler, Wohnhaus Boninstraße (Backstein mit Haustein)
  • 1921/22: Wohnhäuser Sandkuhle 1–3 und Schülperbaum 2–14
  • 1924/25: Wohnungsbauten Zastrowstraße (geschlämmter Kalksandstein), Werkhallen für Gebr. Andersen in Hassee
  • 1926/27: Wohnhäuser Schülperbaum 9–11 und Wichmannstraße 2–6
  • 1929: Geschäftshaus der Provinzial-Versicherungsanstalt Kiel am Sophienblatt
  • zwischen 1930 und 1939:
  • 1935/37: Katholisches Kloster Krusenrott in Kiel
  • 1935/37: Wohn- und Geschäftsgebäude für die Fleischfabrik Ehlers & Co.
  • 1947/48: Lagerhäuser für die Firma Langness in Kiel
  • ab 1948: Wiederaufbau des Kieler Stadttheaters gemeinsam mit Guido Widmann und Werner Kallmorgen
  • 1949: Wiederaufbau der Sandkuhle für Kieler Wohnungsbau, Wohnungsbauten Dietrichsdorfer Höhe gemeinsam mit Karl Doormann

Wettbewerbsteilnahmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1914: Landwirtschaftliche Winterschule Bad Oldesloe, gemeinsam mit Heinrich Speck: 3. Preis.
  • 1920/21: Museumsbauten Dresden
  • 1924: Ludwig-Nissen-Haus in Husum: 2. Preis.
  • 1939: Ausbau einer Marinesiedlung für 75.000 Einwohner in Wilhelmshaven gemeinsam mit den Architekten Suhr und Delz: gewonnen.
  • 1940: Rathaus und Stadttheater Schleswig
  • 1948: Ideenwettbewerb zur Neugestaltung der Kieler Innenstadt (4. Ankauf)
  • 1953: Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Kieler Oberpostdirektion und das Postamt 1 gemeinsam mit Bernhard Voss

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rudolf Jaeger: Hansen, Heinrich. in: Schleswig-Holsteinisches Biographisches Lexikon. Band 4. Karl Wachholtz Verlag, Neumünster 1976, S. 79–80

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Museumsverein Eckernförde e.V. und Stadt Eckernförde: Eckernförde - Ein Stadtrundgang, 2015, Seite 38