Werner Kallmorgen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Werner Kallmorgen (* 15. August 1902 in Altona; † 26. Januar 1979 in Heimhart bei Landau an der Isar; vollständiger Name: Max Georg Werner Kallmorgen) war ein Hamburger Architekt.

Leben und Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

IBM-Haus in Hamburg

Werner Kallmorgen wurde 1902 in Altona als Sohn des Architekten Georg Kallmorgen geboren, der zusammen mit Werner Lundt das Architekturbüro Lundt & Kallmorgen betrieb und zudem von 1908 bis 1914 Altonaer Bausenator war. Bereits sein Großvater Friedrich Kallmorgen (1819–1891, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Maler) war als Besitzer einer Ziegelei im Baugewerbe tätig und hatte als Bauherr (gemeinsam mit Gottfried Sempers Sohn Manfred Semper) zahlreiche Wohnungen in der stark wachsenden Stadt Altona errichtet.

Kallmorgen studierte 1920 bis 1925 an der Technischen Hochschule München und an der Technischen Hochschule Dresden, arbeitete von 1927 bis 1928 im Hochbauamt Altona und anschließend als selbständiger Architekt. Während der 1930er Jahre entwarf er vor allem Einfamilienhäuser. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs fand er Arbeit im öffentlichen Bauwesen und war unter anderem an den Luftschutzbauten des Hochbauamtes beteiligt (Luftschutzhaus an der Henriettenstraße in Eimsbüttel, 1940). Er arbeitete auch an den Planungen für den Wiederaufbau Hamburgs mit, die noch während des Krieges unter Konstanty Gutschow in Angriff genommen wurden. Als diese Planungen in der Nachkriegszeit im Wesentlichen übernommen und fortgesetzt wurden, blieb Kallmorgen weiterhin daran beteiligt und war von 1945 bis 1947 Mitglied im Arbeitsausschuss Stadtplanung. Zunächst war er maßgeblich am Wiederaufbau der Hamburger Speicherstadt beteiligt. Weiterhin entwarf er neue Innenräume für zerstörte Theater, so das Opernhaus Hannover, das Opernhaus Kiel (damals Stadttheater), das Thalia-Theater in Hamburg (zum Teil in Zusammenarbeit mit Adolf Zotzmann) und das Altonaer Theater im von Gustav Oelsner erbauten, ursprünglichen Haus der Jugend. Dabei gestaltete er die neuen Innenräume unkonventionell und versuchte, die strikte Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum aufzuheben. In der Folgezeit baute Kallmorgen zahlreiche öffentliche Gebäude und Wohnsiedlungen in Hamburg. Ab 1963 hatte er ein gemeinsames Büro mit Karlheinz Riecke, Gustav Karres und seinem Sohn Thomas, aus dem er sich 1974 zurückzog, nachdem er wegen des zu teuren Baus des Allgemeinen Krankenhauses Altona in die öffentliche Kritik geraten war. Er siedelte nach Bayern über, wo er 1979 starb.

Aus dem bautypologisch breit angelegten architektonischen Ouevre Werner Kallmorgens ragen besonders seine Wiederaufbauplanungen von Theaterbauten heraus, für die er „bundesweit und auch international bekannt wurde.“ [1]

Werner Kallmorgens zweite Ehefrau Inge, geborene Behncke, war Journalistin und später auch als Innenarchitektin tätig.[2]

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Was heisst und zu welchem Ende baut man Kommunaltheater? Verlag Das Beispiel, Darmstadt 1955.
  • (mit Cornelius Gurlitt): Zur Befreiung der Baukunst. Ullstein, Berlin 1968. (= Bauwelt-Fundamente, Band 22.)

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Olaf Bartels: Altonaer Architekten. Eine Stadtbaugeschichte in Biographien. Junius, Hamburg 1997, ISBN 3-88506-269-0.
  • Ulrich Cornehl: Raummassagen. Der Architekt Werner Kallmorgen 1902-1979. Dölling & Galitz, Hamburg 2003, ISBN 3-935549-44-X.
  • Ernst-Barlach-Haus, Stiftung Hermann F. Reemtsma (Hrsg.): „Das Neue gegen das Alte“. Werner Kallmorgen, Hamburgs Architekt der Nachkriegszeit. Dölling & Galitz, Hamburg 2003, ISBN 3-935549-45-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Werner Kallmorgen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Detlef Jessen-Klingenberg: Architektenstolz und Bauherrenglück – anders als üblich. Werner Kallmorgen und seine Wohnungen. In: Gert Kähler, Hans Bunge u.a. (Hrsg.): Der Architekt als Bauherr Hamburger Baumeister und ihr Wohnhaus. (=Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs, Bd. 34). Dölling und Galitz, Hamburg 2016, ISBN 3-86218-077-8, S. 276-279.
  2. Späte Ehre für einen großen Architekten, Welt am Sonntag, 26. März 2006, abgerufen am 9. Juni 2017.