Heinrich Merz

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Kaspar Heinrich Merz (* 7. Mai[1][2] 1806 in St. Gallen; † 29. Juli 1875 am Wilden Kaiser bei Kufstein) war ein Schweizer Zeichner sowie Kupfer-[3] und Stahlstecher.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Merz war der Sohn des Kaufmannsdieners Johann Jakob Merz[1] und dessen Frau Maria Rosalin (geborene Gonzenbach).[2] Nach dem Tod des Vaters wurde er von seinem sechsten bis 15. Lebensjahr gemeinsam mit seinen Geschwistern im Waisenhaus erzogen. Hier wurde er unter anderem im Zeichnen unterrichtet. Ab 1821 wurde er mit Hilfe „einiger Gönner“ für vier Jahre bei dem Kupferstecher Johann Jakob Lips in Zürich „in die Lehre gegeben“.[3] Hier lernte er seinen späteren Schwager Carl Arnold Gonzenbach kennen. Am 19. Dezember 1825 schrieb er sich für das Fach Druckgrafik an der Akademie der Bildenden Künste München ein.[5] Nebenbei arbeitete er als Kupferstecher für die Zeitschrift Geschichtliche Unterhaltungen. Merz arbeitete zunächst für ein Jahr im Antikensaal und konnte seinen Aufenthalt durch kleinere Arbeiten verlängern.[3] 1827 kehrte er vorübergehend nach St. Gallen zurück. 1829 wurde er in München ein Schüler des Schweizer Kupferstechers Samuel Amsler, der zum Professor für Kupferstecherkunst an die Kunstakademie berufen worden war. Merz wurde dort „Amsler’s treuester Schüler“.[3] Hier befreundete er sich mit Wilhelm von Kaulbach und Moritz von Schwind. 1843 heiratete er die Schwester seines Freundes Gonzenbach, mit dem er in einer Wohngemeinschaft lebte. Im Jahr 1869 verlor er kurz nacheinander seine jüngste Tochter Klara und seine Frau.[1]

Nachdem sich Merz auch einen Ruf für seine in teils jahrelanger Einzelarbeit geschaffenen Farbstiche erworben hatte, verunglückte der „rüstige Mann […] wahrscheinlich in Folge eines Herzschlages, am 29. Juli 1875 auf einer Bergpartie am sogenannten Wilden Kaiser nächst Kufstein“.[3]

Bekannte Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Nagler, 1840, IX, 158 ff.
  • Ernst Förster: Geschichte der deutschen Kunst. Teil 5: Von 1820 bis zur Gegenwart: mit 7 Stahlstichen. T. O. Weigel, Leipzig 1860, S. 257.
  • Lützow’s Zeitschrift, 1875, X, 809 ff.
  • Kunstvereins-Bericht für 1876, S. 83.
  • E. Förster, in: Westermanns Monatshefte. 1879.
  • Apell, Handbuch, 1880, S. 278.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Heinrich Merz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c H. Appenzeller: Merz, Kaspar Heinrich. In: Carl Brun (Hrsg.): Schweizerisches Künstler-Lexikon – Dictionnaire des Artistes Suisses. Band 2: H–R, 1905, S. 372–374 (Textarchiv – Internet Archive).
  2. a b Tapan Bhattacharya: Heinrich Merz. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  3. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z aa ab ac ad Hyacinth Holland: Merz, Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 21, Duncker & Humblot, Leipzig 1885, S. 482 f.
  4. a b Friedrich Pecht: Schiller-galerie: Charaktere aus Schiller’s werken. Gezeichnet von Friedrich Pecht und Arthur von Ramberg. Fünfzig Blätter in Stahlstich mit erläuterndem Texte von Friedrich Pecht. F. A. Brockhaus, 1859 (books.google.fr).
  5. 01121 Heinrich Merz. In: Matrikeldatenbank der Akademie der Bildenden Künste (Hrsg.): Matrikelbuch. Band 1: 1809–1841. München (matrikel.adbk.de, daten.digitale-sammlungen.de).