Herbert Neumann (Journalist)

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Herbert Neumann (* 26. Dezember 1926 in Berlin) ist ein deutscher Sportjournalist, Buch- und Fernsehfilm-Autor sowie Buch-Herausgeber.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ende der 1950er Jahre verlässt Neumann die sich zunehmend abschottende DDR. Einige zu offene Bemerkungen haben ihm politische Probleme bereitet. Rechtzeitig vor dem Mauerbau zieht er in die Bundesrepublik.

Es gelingt ihm, im hessischen Rhein-Main-Gebiet Fuß zu fassen. Zunächst kommt er in der „Schönen Aussicht“ unter, einer kleinen Pension mit Gaststätte in Bergen-Enkheim, einem nordöstlich von Frankfurt am Main gelegenen und dörflich geprägten Vorort. Die Gegend gefällt ihm, später lebt er über Jahrzehnte im angrenzenden Frankfurter Stadtteil Seckbach.

Sein Hauptinteresse gilt dem Sport, er spielt in der Fußballmannschaft des FSV Frankfurt, fährt Ski und spielt Tennis. Neumann heiratet und hat einen Sohn Bernd, der die Frankfurter Helmholtzschule im Stadtteil Ostend besucht. Den aktiven Sport vernachlässigt Neumann trotz vorrückenden Alters nicht, er spielt weiter aktiv Fußball, so in Herren-Mannschaften, die sich überwiegend aus Lehrern oder Juristen zusammensetzen.

Mit einer rein beschreibenden Rolle gibt sich der Journalist nicht zufrieden, nutzt seine Funktion und seinen wachsenden Bekanntheitsgrad und Einfluss, um bis in die Kommunalpolitik hinein Sport mitzugestalten.[1] Die Idee für den ab 1970 jährlich stattfindenden Ball des Sports der Stiftung Deutsche Sporthilfe unter Schirmherrschaft des jeweiligen Bundespräsidenten entwickelt Neumann zusammen mit einem kleinen Kreis von Kollegen.[2] So manches Mal wird er Ratgeber des damaligen Versandhaus-Königs, Olympia-Dressurreiters und Sporthilfe-Vorsitzenden Josef Neckermann. Einen regen Austausch pflegt er auch mit Jürgen Palm, dem geistigen Vater der vom Deutschen Sportbund initiierten breitensportlichen Trimm-Trab-Aktion der 1970er Jahre.

Für Populismus, Oberflächlichkeit und mangelnde Seriosität, mit denen die breite Öffentlichkeit heute gequält werde, sei er nicht zu haben:

Uns Bürgern wird immer mehr Schaum um den Bart geschmiert, wir werden häufiger als uns lieb ist, nass rasiert...

Herbert Neumann[3]

Berufliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Vertreter für Waschmaschinen fängt er zur Zeit des so genannten Wirtschaftswunders in der für ihn neuen Bundesrepublik an, sich den Lebensunterhalt zu sichern. Seine eigentliche Berufung aber ist der Journalismus. Als freier Journalist macht er sich einen Namen, als Gerichtsreporter für die Frankfurter Boulevard-Zeitung Abendpost Nachtausgabe und die seriöse überregionale Frankfurter Allgemeine Zeitung begleitet er Verfahren an den Gerichten, hervorzuheben insbesondere seine Reportagen von den Auschwitz-Prozessen in den Jahren 1963–1965[4], für die der Seckbacher Maler und Grafiker Erich Dittmann die Gerichtszeichnungen anfertigt. Schließlich gelingt es ihm, sein privates Interesse mehr und mehr mit seinen beruflichen Aktivitäten zu verbinden. Lange Jahre betreut er den Rhein-Main-Sport der FAZ redaktionell, ist auch als FAZ-Kommentator aktiv, wird Autor, Co-Autor und Herausgeber einer Vielzahl von Publikationen zu sportlichen Großereignissen von Weltrang wie Olympischen Spielen, Fußball-Weltmeisterschaften und Deutschen Turnfesten sowie Autor von Fernsehfilmen.

1983 wird er vom Deutschen Turner-Bund zum Pressechef des Deutschen Turnfestes in Frankfurt am Main berufen. Dies Funktion füllt er auch bei den Folgeveranstaltungen in Dortmund/Bochum und Hamburg aus.

Seit rund einem halben Jahrhundert ist Herbert Neumann der Frankfurter Allgemeinen Zeitung freiberuflich verbunden und veröffentlicht dort bis heute Artikel[5] für das überregionale Blatt, zuletzt auch über das Internationale Deutsche Turnfest in Frankfurt am Main.[6][7]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Herbert Neumann: Das große Fußballbuch 1970 – Die großen Spiele und die großen Mannschaften, Limpert, Frankfurt am Main 1971
  • Herbert Neumann: Das große Fußball Buch 1971 – Die großen Spiele und die großen Mannschaften, Limpert, Frankfurt am Main 1972
  • Ludwig Dotzert, Steffen Haffner, Herbert Neumann: Das große Fußballbuch 1972 – Die großen Spiele und die großen Mannschaften, Limpert, Bad Homburg 1972
  • Herbert Neumann: Eintracht Frankfurt – Die Geschichte eines berühmten Sportvereins, Droste, Düsseldorf 1974, 148 S.
  • Ludwig Dotzert, Steffen Haffner, Rolf Heggen, Dieter Kürten, Hans-Joachim Leyenberg, Herbert Neumann: Die X. Fußball-Weltmeisterschaft 13. Juni – 7. Juli 1974 in Deutschland, Ex Libris, Zürich 1974
  • Herbert Neumann: Eintracht Frankfurt – Die Geschichte eines berühmten Sportvereins, 2. aktualisierte Neuauflage, Droste, Düsseldorf 1977, 168 Seiten
  • Richard Becker, Herbert Neumann, Karl-Heinz Vogel u. a.: Fußballweltmeisterschaft 1978, Limpert, Bad Homburg 1978
  • Herbert Neumann: Fußball-Weltmeisterschaften von Montevideo bis Madrid – 11 Weltmeisterschaften in 48 Jahren, Limpert, Bad Homburg 1981
  • Steffen Haffner, Herbert Neumann, Ruprecht Sickel / Sportredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Hg.): Spanien Fußball-Weltmeisterschaft '82 / Das WM – Buch der FAZ, Limpert, Bad Homburg 1982
  • Herbert Neumann (Hg.): Los Angeles 1984, Limpert, Bad Homburg 1984, ISBN 3785314353
  • Herbert Neumann: Das FAZ–Olympiabuch 1984 – Sarajevo, Limpert, Bad Homburg 1984, ISBN 978-3785314302
  • Herbert Neumann: Deutsche Turnfeste – Spiegelbild der deutschen Turnbewegung, Deutscher Turner-Bund (Hg.), Limpert, Bad Homburg 1985, ISBN 3785314442
  • Herbert Neumann: Deutsches Turnfest Dortmund/ Bochum 1990, Deutscher Turner-Bund (Hg.), Limpert, Wiesbaden 1990, ISBN 378531535X

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frankfurt fehlt ein Sportarchiv. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24. April 1974 (Memento des Originals vom 16. November 2009 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sportparkstadion.de auf: sportparkstadion.de
  2. emadeus-Klassentreffen auf Neckermanns Reitanlage (Memento des Originals vom 5. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sporthilfe.de auf: sporthilfe.de
  3. Journalisten-Stammtisch im Isenburg-Zentrum (Memento des Originals vom 15. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.der-isenburger.de In: Isenburger, Juni 2008, S. 26 (PDF-Datei; 117 kB)
  4. Herbert Neumann: Mit der lustigen Witwe heiterte der Truppenjesus die SS-Leute auf. Frankfurter Juristen erinnern sich unter dem „Holocaust“-Eindruck an den ersten Auschwitz-Prozeß. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27. Januar 1979, S. 51
  5. Als der Frankfurter Schulsport laufen lernte In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. Januar 2009
  6. Frankfurt, die Turnfest-Königin In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Mai 2009
  7. Von Frankfurt um den Globus Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. Juni 2009