Frankfurt-Bergen-Enkheim

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Bergen-Enkheim ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Für den Asteroiden siehe (221516) Bergen-Enkheim.
Wappen von Bergen-Enkheim
Wappen von Frankfurt am Main
Bergen-Enkheim
46. Stadtteil von Frankfurt am Main
Altstadt Bahnhofsviertel Bergen-Enkheim Berkersheim Bockenheim Bockenheim Bonames Bornheim Dornbusch Eckenheim Eschersheim Fechenheim Flughafen Frankfurter Berg Gallus Ginnheim Griesheim Gutleutviertel Harheim Hausen Heddernheim Höchst Innenstadt Kalbach-Riedberg Nied Nieder-Erlenbach Nieder-Eschbach Niederrad Niederursel Nordend-Ost Nordend-West Oberrad Ostend Praunheim Praunheim Preungesheim Riederwald Rödelheim Sachsenhausen-Nord Sachsenhausen-Süd Schwanheim Schwanheim Seckbach Sindlingen Sossenheim Unterliederbach Westend-Nord Westend-Süd ZeilsheimKarte
Über dieses Bild
Koordinaten 50° 9′ 18″ N, 8° 45′ 11″ OKoordinaten: 50° 9′ 18″ N, 8° 45′ 11″ O
Fläche 12,541 km²
Einwohner 17.913 (31. Dez. 2015)
Bevölkerungsdichte 1428 Einwohner/km²
Postleitzahl 60388
Vorwahl 06109
Website www.frankfurt.de
Gliederung
Ortsbezirk 16 – Bergen-Enkheim
Stadtbezirke
  • 680 – Bergen-Enkheim
Verkehrsanbindung
Autobahn A66
Bundesstraße B521
U-Bahn U4 U7
Bus 42 43 551 MKK-23 MKK-25 MKK-28 n5
Quelle: Statistik aktuell 07/2016. Einwohner mit Hauptwohnung in Frankfurt am Main. Abgerufen am 30. Juni 2016.
Amtliche Namensänderung von 1936

Bergen-Enkheim ist seit dem 1. Januar 1977 der östlichste Stadtteil von Frankfurt am Main.

Der Stadtteil ging hervor aus der ehemaligen Gemeinde – ab 1968 Stadt – Bergen-Enkheim, bestehend aus den Orten Bergen und Enkheim. Die Geschichte beider Orte ist seit dem Mittelalter eng verbunden. Gemeinsam unter dem Namen Bergen verwaltet wurden sie bereits im Amt Bornheimerberg, in der Zeit der Zugehörigkeit zu Kurhessen und im Kaiserreich. Am 7. November 1936 wurde die Gemeinde schließlich in Bergen-Enkheim umbenannt.[1][2]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen grenzt Bergen-Enkheim an Seckbach, im Süden an Fechenheim, im Osten an Bischofsheim im Main-Kinzig-Kreis und im Norden an die Stadt Bad Vilbel, Wetteraukreis sowie die Gemeinde Niederdorfelden, ebenfalls Main-Kinzig-Kreis.

Die Topografie des Stadtteils ist durch den Übergang des Maintals in die ansteigende Wetterau geprägt, den sogenannten Berger Hang als Teil des Berger Rückens. Mit dem Berger Rücken und der nördlich gelegenen Hohen Straße beginnt naturräumlich die Wetterau. An dieser Geländekante, die in West-Ost-Richtung verläuft und damit vorwiegend Südhanglagen bietet, liegen Gartenanlagen und Streuobstwiesen. Bergen ist aufgrund seiner Aussicht über das östliche Rhein-Main-Gebiet bis zum Odenwald und Spessart als Wohnsitz sehr beliebt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergen war innerhalb der Grafschaft Hanau-Münzenberg ein bedeutender Ort. Nach dem Erwerb Bornheims durch Frankfurt 1481 besaß Bergen eine zentralörtliche Funktion innerhalb des hanauischen Amtes Bornheimerberg, da das Grafschaftsgericht daraufhin 1484 nach Bergen verlegt wurde.

Hauptartikel: Bergen (Bergen-Enkheim)

Enkheim war ein Teil der gemeinsamen Dorfschaft Bergen.

Hauptartikel: Enkheim (Bergen-Enkheim)

Die Gemeinde Bergen-Enkheim, die bis 1936 Bergen hieß, gehörte zum Landkreis Hanau und erhielt 1968 das Stadtrecht. Im Rahmen der Gebietsreform in Hessen wurde Bergen-Enkheim zum 1. Januar 1977 der Stadt Frankfurt als neuer Stadtteil zugeschlagen.[3]

Einwohnerzahlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach 1830 bis 1975:[4][5]


Jahr Einwohner Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 1.606 1945 ~6.093
1834 1.783 1946 7.210
1840 1.954 1950 8.130
1846 2.051 1953 8.937 davon 1.315 Vertriebene
1852 2.168 1956 9.145
1855 2.140 1960 9.790
1858 2.193 1961 10.158
1862 2.296 1962 10.861
1871 2.546 1963 11.014
1875 2.825 1964 11.641
1880 3.163 1965 12.788
1885 3.387 1966 13.617
1890 3.704 1967 14.109
1895 3.915 1968 14.536
1900 4.393 1969 15.310
1910 5.323 1970 14.722
1919 5.552 1971 15.881
1925 6.038 1972 15.880
1930 6.150 1973 15.885
1933 6.311 1974 15.767
1935 6.429 1975 15.563
1939 6.326

Nach der Eingemeindung:

  • 1977: 14.721
  • 1980: 14.136
  • 1985: 14.482
  • 1990: 15.746
  • 1994: 16.096

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtschreiberhaus mit Namenschildern der Stadtschreiber

Die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim mbH verleiht ab 1977, den jährlich – bereits seit 1974 – vergebenen LiteraturpreisStadtschreiber von Bergen“. Verliehen wird er am Freitagabend vor der Eröffnung des Berger Markts durch die Kulturgesellschaft Bergen-Enkheim. Erster Stadtschreiber 1974–1975 war der deutsche Schriftsteller Wolfgang Koeppen (1906–1996).

Ein beliebter – in Bergen-Enkheim gebürtiger – Mundartdichter war Martin Dietz (19. September 1901 bis 23. November 1955): „Wann ich muol sterwe …“ u. a.

Conrad Weil (1893 bis 1960), ein Heimatdichter, schrieb das volkstümliche Theaterstück Der Schelm von Bergen.

Über den Schelm von Bergen und das gleichnamige Rittergeschlecht der Schelme von Bergen gibt es verschiedene Sagen und literarische Arbeiten. Das älteste Gedicht stammt von Isaac von Sinclair (1811), des Weiteren gibt es sowohl ein Gedicht von Heinrich Heine als auch ein Stück von Carl Zuckmayer dazu. Sogar Mark Twain rezipierte die Sage 1880 in seinem Erlebnisbericht A Tramp Abroad.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergen hat einen durch historische Bauwerke geprägten Stadtkern. Hervorzuheben ist das gotische Rathaus von Bergen, in dem seit 1959 das Heimatmuseum Bergen-Enkheim untergebracht ist. Es wurde seit 1300 in verschiedenen Bauphasen errichtet.

Ein Zeugnis der alten Stadtmauer Bergens bildet der Weiße Turm, ein spätgotischer Wehrturm, der 1472 zusammen mit der Berger Stadtmauer errichtet wurde. Ebenfalls aus dem Mittelalter stammt die Schelmenburg (auch Wasserburg Gruckau genannt) am östlichen Rand des Berger Ortskerns. Im Stammsitz der durch Dichtung und Sagen bekannten Schelme von Bergen, heute ein barockes Wasserschlösschen, befindet sich die Jugendmusikschule und verschiedene Vereine.

Für die Kulturdenkmäler des Ortsteils siehe Liste der Kulturdenkmäler in Frankfurt-Bergen-Enkheim.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterhalb des Berger Hangs liegt das sogenannte Enkheimer Ried, eine ehemalige Moorlandschaft. Die Stadt Frankfurt hat dieses etwa achteinhalb Hektar große Gebiet als Naturschutzgebiet erhalten und die Gemeinde Bischofsheim hat es 1976 erweitert. Das Enkheimer Ried liegt in einem Altarm des Mains.

Am südlichen Rand des Naturschutzgebiets Enkheimer Ried befinden sich für Frankfurt a.M. außergewöhnliche Alteichenbestände ("Enkheimer Alteichen") von 3 bis 4,30 Metern Stammumfang, einem Alter zwischen 250 und 350 Jahren und Höhen zwischen 25 und 35 Metern. Nachgewiesen sind derzeit 30 Einzelexemplare, die sich im Wesentlichen an vier Positionen im rund 23,3 Hektar großen Enkheimer Wald konzentrieren.

Der „Quellenwanderweg“, der in Seckbach beginnt und über den Lohrberg nach Bergen-Enkheim führt, ist Teil des Frankfurter Grüngürtels. Er verweist auf die zahlreichen, am Berger Hang austretenden Quellen. Mit dem Mühlbachtal besitzt Bergen-Enkheim zudem das kleinste Naturschutzgebiet Frankfurts.

Bürgermeister bis 1976[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeistergalerie aus dem Heimatmuseum

Durch Namen bekannt:

  • 1835 -(1840) Herr Ewald
  • (1841 - 1845) Herr Buchenhorst
  • (1845 - 1854) Herr Becker
  • (1857 - 1886) Herr Völp
  • 1886 - 1917 Ludwig Klemann
  • 1917 - 1923 Paul Hübner
  • 1923 - 1931 Philipp Heinrich Zinß
  • 1931 - 1933 Philipp Puth
  • 1933 - 1945 Carl Fey
  • 1945 Oskar Schubert (kommissarisch)
  • 1946 - 1966 Fritz Schubert
  • 1966 - 1976 Rudolf Fey (bis 31.12.1976)
  • 01.01.1977 Eingemeindung nach Frankfurt am Main.

(Jahreszahlen in Klammern sind nicht gesichert.) [6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbeiratswahl vom 6. März 2016
(Stimmen in %) [7]
 %
30
20
10
0
26,6
12,8
27,3
18,6
7,0
4,7
WBEc
BFFe
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2011 [8]
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-2,7
-10,5
+9,0
+0,8
+1,4
+1,3
WBEc
BFFe
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c Wir Bergen-Enkheimer
e vorh. FW

Die 19 Sitze des Ortsbeirats sind nach der Kommunalwahl 2016 wie folgt verteilt:[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das im Jahr 1950 verliehene Wappen der Gemeinde Bergen-Enkheim und des heutigen Frankfurter Stadtteils nimmt das Wappen der Schelme von Bergen auf und zeigt zwei rote Bögen auf silbernem Grund. Sie werden als Rippen oder Radfelgen gedeutet, seltener auch als Knochen.[9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hessen-Center und Industriegebiet in Enkheim

Im Gewerbeverein Bergen-Enkheim sind 140 Unternehmer organisiert. Jedes Jahr richtet der Verein eine Gewerbeschau und den Weihnachtsmarkt aus.

In Bergen-Enkheim findet der einzige Viehmarkt der Großstadt Frankfurt statt. Er ist Bestandteil des Berger Marktes, der jeweils am Wochenende vor dem ersten Dienstag im September beginnt. Das Festzelt wird auch zur Krönung der Apfelweinkönigin genutzt.

Mit dem Hessen-Center befindet sich ein überregional bedeutendes Einkaufszentrum in Bergen-Enkheim. Es liegt zwischen den hier oberirdisch verlaufenden U-Bahn-Gleisen und dem A 66-Anschluss. Es ist eines der größten Einkaufszentren der Stadt.

Es gibt ein Hallen- und Freibad, das Riedbad.

Riedbad, von der Freibadseite aus

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächstgelegene Bahnhof ist der Bahnhof Frankfurt-Mainkur. Er liegt an der Bahnstrecke Frankfurt–Hanau zwischen dem Frankfurter Ostbahnhof und dem Haltepunkt „Maintal West“, bereits auf der Gemarkung des Frankfurter Stadtteils Fechenheim. Er soll aufgegeben werden, wenn die Nordmainische S-Bahn in Betrieb geht, und durch einen neuen Haltepunkt etwa einen Kilometer weiter westlich ersetzt werden.

U-Bahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endstation der U7/U4 mit Busbahnhof, am „Volkshaus“ neben dem Hessen-Center

Sehr viel bedeutender für den öffentlichen Personennahverkehr in Bergen-Enkheim ist die Anbindung mit der U-Bahn. Sie verbindet Bergen-Enkheim seit 1992 direkt mit der Frankfurter Innenstadt. Es verkehren die U7 und seit Dezember 2008 jeder zweite Zug der Linie U4.

Straßenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergen hatte von 1913 bis 1992 Anschluss an die Frankfurter Straßenbahn mit der Endhaltestelle auf Seckbacher Gebiet. Enkheim seit 1957 über den Abzweig von dieser Strecke an der Kruppstraße bis zum Volkshaus Enkheim. Die Enkheimer Strecke wurde 1992 Teil der U-Bahn-Linie. Die Berger Anbindung wurde lediglich durch Busse ersetzt.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Bergen-Enkheim endet (derzeit), von Hanau kommend, die A 66, welche erst am Ende der Miquelallee, in Richtung Wiesbaden, fortgesetzt wird. Verschiedene Buslinien des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) binden den Stadtteil an Bad Vilbel, Offenbach und Maintal an.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergen-Enkheim hat zwei Grundschulen (Schule am Hang und Schule am Landgraben), sowie eine kooperative Gesamtschule (Gymnasial-, Realschul- und Hauptschulzweig ab Klasse 5) mit gymnasialer Oberstufe (Schule am Ried).

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Stadtteil Bergen-Enkheim ist der Asteroid (221516) Bergen-Enkheim benannt, der 2006 am Observatorium Bergen-Enkheim entdeckt wurde.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolpersteine in Bergen für Emil und Sophie Levi
  • Werner Henschke: Lebendige Vergangenheit – Geschichtliche Erläuterungen. Herausgegeben vom Magistrat der Stadt Bergen-Enkheim, Bergen-Enkheim 1971 (2.Aufl.1976).
  • Ludwig Fr. Emmel: Chronik einer Landschaft am Untermain Bergen-Enkheim, Heimatstiftung Bergen-Enkheim, 1985.
  • Helmut Ulshöfer: Jüdische Gemeinde Bergen-Enkheim 1933–1942, Selbstverlag, 1988.
  • Karl-Heinz Heinemeyer: Rundweg durch Bergen-Enkheim. Eine historische Betrachtung, 1991.
  • Heinz Schomann, Volker Rödel, Heike Kaiser: Kulturdenkmäler in Hessen. Stadt Frankfurt am Main. Hrsg. vom Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Stadt Frankfurt am Main, 2. Auflage 1994, ISBN 3-7973-0576-1, S. 392–413 (Bergen), S. 488–495 (Enkheim) (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland; Materialien zum Denkmalschutz in Frankfurt am Main 1).
  • Karl-Heinz Heinemeyer: Geschichte – Landschaft – Persönlichkeiten im Spiegel der Straßennamen in Bergen-Enkheim, 1997.
  • Karl-Heinz Heinemeyer: Bergen-Enkheim – Ein junger Stadtteil mit alter Geschichte, 2001, Herausgegeben von der Frankfurter Sparkasse.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Frankfurt-Bergen-Enkheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erlass zur Umbenennung der Gemeinde Bergen
  2. Frankfurt-Bergen-Enkheim bei frankfurt.de
  3. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Gelnhausen, Hanau und Schlüchtern und der Stadt Hanau
  4. „Geschichte - Landschaft - Persönlichkeiten im Spiegel der Straßennamen in Bergen-Enkheim“, S. 226 + 227, Karl-Heinz Heinemeyer
  5. „Bergen-Enkheim (Einwohnerstatistik bis 1970), Stadt Frankfurt am Main“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 25. September 2015)
  6. Karl-Heinz Heinemeyer: Geschichte - Landschaft - Persönlichkeiten im Spiegel der Straßennamen in Bergen-Enkheim. S. 225.
  7. a b – Ortsbeiratswahl am 6. März 2016 in Frankfurt am Main, abgerufen am 9. März 2016
  8. Frankfurt am Main: Wahlanalysen, abgerufen am 8. April 2011
  9. Reminiszenz an blutiges Handwerk, Frankfurter Rundschau vom 23. Oktober 2009.