Hermann Wronker

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Hermann Wronker (* 5. August 1867[1] im Wartheland; † 1942 im KZ Auschwitz zusammen mit seiner Frau Ida) war ein deutsch-jüdischer Warenhaus-Unternehmer und Begründer der Warenhauskette Wronker.

Villa unterhalb des Rombergs, Rom- bergweg 4 in Königstein im Taunus. Bauherr Kommerzienrat Heinrich Karl Ferdinand Gottlob Flinsch (1839–1921)
Kaufhaus Wronker, Zeil, Frankfurt

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach ersten unternehmerischen Aktivitäten gemeinsam mit seinem Bruder Simon Wronker in Mannheim kam Hermann Wronker 1891 nach Frankfurt am Main. Zum Unternehmen gehörten später Warenhäuser in Frankfurt am Main (an der Zeil 101–105 und im Stadtteil Bockenheim, Leipziger Straße 47–51 / Kurfürstenstraße 2–4) sowie in Mannheim, Hanau, Nürnberg, Pforzheim, Darmstadt, Hannover und Worms.

1906 gründete Hermann Wronker gemeinsam mit mehreren Geschäftspartnern das Kino-Unternehmen Projektions-Aktiengesellschaft „Union“ (PAGU) in Mannheim, das als Ursprung der späteren Union-Filmtheater AG und damit auch der UFA gilt.[2] Er engagierte sich im Verband Deutscher Waren- und Kaufhäuser e.V.[1] und betätigte sich auch im sozialen Bereich. 1911 gehörte er dem Vorstand der Internationalen Luftfahrtausstellung an. Privat setzte er sich für die Verschönerung der Frankfurter Altstadt ein und stiftete eine Lotterie zum 1912 fertiggestellten Umbau des Eisernen Stegs.

1927–1938 bewohnte die Familie Wronker eine 1899 für Kommerzienrat Heinrich Karl Ferdinand Gottlob Flinsch (1839–1921) errichtete Sommervilla am Rombergweg in Königstein im Taunus.

Nach der Pogromnacht vom November 1938 gelang es Hermann Wronker und seiner Frau Ida zwar noch, Hals über Kopf nach Frankreich zu emigrieren, doch die geplante Weiterreise in die USA scheiterte. Beide wurden nach der französischen Niederlage ins Internierungslager Gurs und später ins KZ Auschwitz deportiert. Dort sind sie im Herbst 1942 ermordet worden.

Ihr Sohn Max Wronker und dessen Ehefrau Irma Wronker geb. Lichter meldeten sich zusammen mit ihren Kindern Erich und Gerda bereits am 15. September 1933 nach Paris ab.[3] Max Wronker flüchtete mit seiner Familie weiter in die USA und entkam so dem Holocaust. Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte Max Wronker vergeblich, eine Rückerstattung des Unternehmens oder eine finanzielle Entschädigung zu erreichen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Sturm-Godramstein: Juden in Königstein. 2. Auflage. Königstein im Taunus 1998, ISBN 3-9800793-0-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Georg Wenzel (Bearb.): Deutscher Wirtschaftsführer. Hamburg/ Berlin/ Leipzig 1929, Sp. 2505.
  2. http://www.allekinos.com/MANNHEIMUT.htm, abgerufen am 1. August 2013.
  3. Akten des Stadtarchivs Königstein