Herzogtum Siewierz

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Die Wojwodschaften Polen-Litauens, Siewierz in Rot
Wappen des Herzogtums

Das Herzogtum Siewierz (polnisch Księstwo Siewierskie; tschechisch Seveřské knížectví; lateinisch Ducatus Severiensis) entstand 1330 durch Teilung des schlesischen Herzogtums Beuthen, das von den Schlesischen Piasten regiert wurde. Residenz der Herzöge war die Stadt Siewierz.

1337 verkaufte Herzog Wladislaw II. von Beuthen-Cosel das Herzogtum dem Teschener Herzog Kasimir I., bei dessen Nachkommen es bis 1443 blieb.

1443 verkaufte es Herzog Wenzel I. für 6000 Silbergroschen dem Krakauer Bischof Zbigniew Oleśnicki[1]. Auch unter seinen Nachfolgern blieb Siewierz im Besitz der Bischöfe von Krakau.

Das Land hatte seine eigenen Gesetze, Finanzen und eine eigene Armee. Erst 1790 wurde es formal vom Sejm an das Königreich Polen-Litauen angegliedert und war einer Woiwodschaft gleichgestellt. Im Zuge der Dritten polnischen Teilung kam es 1795 an Preußen in die neu entstandene Provinz Neuschlesien, deren Hauptstadt Siewierz wurde. 1800 verlor die Stadt ihren Status als Bischofsresidenz.

1807 wurde das Herzogtum zeitweise als Geschenk Napoleons an seinen Marschall Jean Lannes wiederhergestellt. Nach dem Wiener Kongress wurde es ein Teil Kongresspolens und das Gebiet teilt seither die Geschichte des russischen Teils Polens. Den Titel Herzog von Siewierz führten die Krakauer Bischöfe bis 1951, zuletzt Adam Stefan Sapieha.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rudolf Žáček: Dějiny Slezska v datech. Praha 2004, ISBN 80-7277-172-8, S. 443f.