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Hilde Körber

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Hilde Körber als Lady Macbeth, 1945

Hilde Körber, gebürtig Hilda Gertrude Lili Körber (* 3. Juli 1906 in Wien, Österreich-Ungarn; † 31. Mai 1969 in Berlin-Zehlendorf)[1] war eine österreichische Schauspielerin und Schauspiellehrerin.

Die Tochter des Elektrotechnikers Karl Körber und seiner Ehefrau Annette, geb. Fortelni, gab mit elf Jahren ihr Debüt als Fackelträgerin in Macbeth am Burgtheater. 1920 bis 1922 erhielt sie eine Schauspielausbildung an der Akademie für Musik und darstellende Kunst Wien.

Sie spielte in Oldenburg, Stuttgart, Zürich und seit 1924 in Berlin. 1927 wurde sie am Renaissance-Theater bekannt als Dienstmädchen Lucy in Ferdinand Bruckners Krankheit der Jugend. Danach war sie unter anderem am Schiller-Theater und am Staatstheater beschäftigt.

Ab Mitte der 1930er Jahre gehörte Hilde Körber zu den vielbeschäftigten Nebendarstellerinnen des deutschen Films. Zu ihren ersten Produktionen gehören Maria, die Magd (1936), Fridericus (1936), Der Herrscher (1937), Mein Sohn, der Herr Minister (1937), Großalarm (1938) und Robert Koch, der Bekämpfer des Todes (1939). In den Kriegsjahren folgten weitere Rollen in Ohm Krüger (1941), wo sie eine verzweifelte Burenfrau spielte, Der große König (1940/42), Damals (1943) und Via Mala (gedreht 1944, offizielle Uraufführung 1948). Körber stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.[2]

Nach dem Krieg folgten weitere erfolgreiche Rollen, Hilde Körber spielte in den 1950er Jahren in rund 20 Filmen mit. Dazu gehören Das letzte Rezept (1952), Das Bekenntnis der Ina Kahr (1954), Teufel in Seide (1956), Mein Vater, der Schauspieler (1956) und Das Mädchen vom Moorhof (1958).

Ihr erster Ehemann war Walter Varndal, Schauspieler und Direktor einer Wanderbühne. Von 1925 bis 1928 war Körber mit den Regisseur Adolf Barth (* 1889 Stuttgart; † 1936 Berlin) verheiratet.[3] Am 12. März 1929 heiratete Hilde Körber den Regisseur Veit Harlan, den Vater ihres Sohnes Thomas Harlan.[4] Als sie im selben Jahr ihren Schauspielerkollegen Fritz Kortner anzeigte, sie sexuell belästigt zu haben, nutzte die nationalsozialistische Presse diesen Vorfall, um Kortner als lüsternen Juden darzustellen. Ihre weiteren Kinder waren die Schauspielerinnen Maria Körber und Susanne Christa Körber-Harlan. 1938 kam es zur Scheidung von Harlan. (Siehe auch: Harlan (Familie)). 1946 nahm sie wieder ihren Mädchennamen Körber an.

Sie war in der Nachkriegszeit 1946 bis 1950 in der CDU-Fraktion Mitglied in der Berliner Stadtverordnetenversammlung. Von 1951 bis zu ihrem Tod leitete sie die Max-Reinhardt-Schule für Schauspiel in Berlin. Seit 1965 führte sie den Professorentitel.

Grabstätte

Hilde Körber starb im Alter von 62 Jahren in einem Berliner Krankenhaus. Sie ist auf dem Waldfriedhof Dahlem im Feld 009 Nr. 421–422 bestattet. Das Grab war bis zum Jahr 2009 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet.

Für die Label Odeon (1934 bis 1937) und Electrola (1938 und 1939) nahm Hilde Körber eine Reihe von Liedern (auch aus Filmen) und Chansons auf Schellackplatten auf.[7][8]

Commons: Hilde Körber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Standesamt Berlin-Zehlendorf, Sterbeurkunde Nr. 1458 vom 3. Juni 1969 (Landesarchiv Berlin)
  2. Körber, Hilde. In: Theodor Kellenter: Die Gottbegnadeten : Hitlers Liste unersetzbarer Künstler. Kiel: Arndt, 2020, ISBN 978-3-88741-290-6, S. 388
  3. Standesamt Charlottenburg I, Heiratsurkunde Nr. 684 vom 17. Oktober 1925
  4. Standesamt Grunewald, Heiratsurkunde Nr. 8
  5. 25 Jahre Theater in Berlin : Theaterpremieren 1945–1970. Spitzing, Berlin 1972, S. 277
  6. ARD-Hörspieldatenbank, insgesamt Nachweis von 28 Hörspielen mit Körber zwischen 1930 und 1968
  7. Hilde Körber im Katalog der Deutschen Bibliothek
  8. GHT-BASE WEB (kostenpflichtig)