Hohenheimer Gärten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Hohenheimer Gärten bezeichnet man ein im Stuttgarter Stadtteil Hohenheim gelegenes Parkanlagen-Ensemble, das zum Schloss Hohenheim gehört und zu großen Teilen von der Universität Hohenheim genutzt wird.

Bestandteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Elemente der Hohenheimer Gärten
Bezeichnung Entstehungs-Jahr Fläche
Landesarboretum, Exotischer Garten, Landschaftsgarten 1776, 1996 16,5 ha
Schlosspark 1829 4,2 ha
Hohenheimer Friedhof 1853
Lehrgarten für Phytomedizin 1966 0,4 ha
Staudensichtungsgarten 1968 1,5 ha
Lehrgarten für Pflanzenbau, Grünland und Pflanzenzüchtung 1973 0,8 ha
Botanischer Garten 1974 9,3 ha
gesamt 34,4 ha

Die Hohenheimer Gärten umfassen heute nahezu 35 Hektar Parkfläche. Weite Teile des Ensembles werden von der Universität Hohenheim zu Forschungszwecken genutzt. Bedeutendste Teile sind das Landesarboretum mit dem Exotischen Garten sowie der Botanische Garten. Die Gärten werden ergänzt durch einen Weinberg und eine Schafweide, die weitere 2,2 Hektar umfassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1776 ließ der Württembergische Herzog Carl Eugen für seine damalige Lebensgefährtin und spätere Ehefrau Franziska von Hohenheim eine Englische Anlage errichten. Um sie herum entstanden bis ins 20. Jahrhundert nahezu 35 Hektar Parkfläche.

1778 ließ der Herzog in Hohenheim seltene ausländische Gewächse anpflanzen, welche heute teilweise noch im Exotischen Garten zu sehen sind. Friedrich Schiller beschrieb den Park von Schloss Hohenheim so: „Aber die Natur, die wir in dieser englischen Anlage finden, ist diejenige nicht mehr, von der wir ausgegangen waren. Es ist mit Geist beseelte und durch Kunst exaltierte Natur, [...]“

Aus der Englischen Anlage Karl Eugens ging der heutige Exotische Garten hervor. Dieser wurde 1953 zum Landesarboretum Baden-Württemberg erhoben. Er besitzt noch 18 große, aus der Zeit Karl Eugens stammende Bäume sowie drei historische Bauwerke: Das Spielhaus, das Römische Wirtshaus und die Trümmer der Säulen des Donnernden Jupiters.

Seit der Jahrtausendwende wurden die Gärten um weitere Bauwerke und Skulpturen ergänzt:

  • Im Exotischen Garten steht ein Turm der Winde und im Landschaftsgarten ein 2001 erbauter Monopteros.
  • Zum 250. Geburtstag von Franziska von Hohenheim, der zweiten Ehefrau von Herzog Carl Eugen, wurde 1998 ein Denkmal gesetzt. Dieses Denkmal, gestaltet von dem Plieninger Bildhauer Markus Wolf in Form eines Obelisken, steht an der Wegekreuzung zwischen dem Römischen Wirtshaus und dem Spielhaus.[1]
  • Zum 220. Geburtstag von Katharina Pawlowna von Russland, Königin von Württemberg, wurde am 28. Mai 2008 oberhalb des Weinbergs ein ebenfalls von Markus Wolf gestaltetes Denkmal gesetzt.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gottlob Heinrich Rapp: Beschreibung des Gartens in Hohenheim. In: Taschenkalender auf das Jahr ... für Natur- und Gartenfreunde. Mit Abbildungen von Hohenheim und andern Kupfern. Tübingen 1795–1799, Nachdruck 1991-1998. – 1795: Seite 53-79, 1796: Seite 49-77, 1797: Seite 57-87, 1798: Seite 97-124, 1799: Seite 57-85. - Abbildungen online: 1795, 1796, 1797, 1798, 1799.
  • Adolf Martin Steiner, Ulrich Fellmeth, Matthias Frisch: Hohenheimer Gärten. Geschichte und Kunst. Hohenheim 2008.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Gardens in Schloss Hohenheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A.M. Steiner, U. Fellmeth & M. Frisch: Hohenheimer Gärten – Geschichte und Kunst., 2008
  2. Standort: Im Exotischen Garten an der Kreuzung zwischen Station 3 (Spielhaus) und 4 (Wirtshaus). Inschriften (im Uhrzeigersinn): Carl Eugen Herzog von Württemberg 1728-1793 - Franziska Reichsgräfin von Hohenheim Herzogin von Württemberg 1748-1811 - "Durch Frömmigkeit und Wohlthätigkeit zeichnete sie sich aus. Ihr Herz schlug warm für Gott und Menschen." - Der Tugend werden mit Recht Säulern der Ehre errichtet, eine solche beste Freundin, errichtet Dir heute mein Herz." Carl Eugen. H.W.S. dedit [lat.: hat es gestiftet] M.W. fecit 10. Jan. 1998 [lat.: hat es gemacht]
  3. Standort: Südlich vom Schloss Hohenheim oberhalb des Weinbergs in der Nähe von Station 15. Inschriften (im Uhrzeigersinn): Catharina Pawlowna | Königin von Württemberg | Großfürstin von Russland | 21. Mai 1788 Zarskoje Selo | 9. Jan. 1819 Stuttgart | In Zeiten voller Nacht wandelte sie unter uns leuchtend wärmend. Bis wieder die Sonne kam da gieng [sic!] sie. - Gemahlin von König Wilhelm I. von Württemberg 1781-1864 | Tochter von Zar Paul I. von Russland 1754-1801 und von Zarin Maria Feodorowna geborene Sophie Dorothea von Württemberg 1759-1828 | Wo sie eintrat trat auch Licht und Fröhlichkeit ein. - Gemahlin von Prinz Georg von Oldenburg 1784-1812 | Enkelin von Zarin Catharina II. von Russland 1729-1796 und von Herzog Friedrich Eugen von Württemberg 1732-1797 | Ich muss wirken solange es Tag ist. Es kommt die Nacht da niemand wirken kann. - Württembergische Spar-Casse | Central Stelle des Landwirtschaftlichen Vereins | Landwirtschaftliches Institut Hohenheim | Central Stelle des Wohltätigkeitsvereins Königin-Katharina-Stift | Russisch Orthodoxe Gemeinde | Katharinenhospital | Catharinas Leben ist nicht spurlos entschwunden. Es dauert fort in seinen Saaten. | Gestiftet von der Baden-Württembergischen Bank 2008 | M. Wolf fecit [lat.: hat es gemacht]

Koordinaten: 48° 43′ N, 9° 13′ O