Holtum (Geest)

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Holtum (Geest)
Gemeinde Kirchlinteln
Koordinaten: 52° 59′ 35″ N, 9° 17′ 55″ O
Höhe: 40–50 m ü. NN
Fläche: 19 km²
Einwohner: 796 (24. Apr. 2012)
Bevölkerungsdichte: 42 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 27308
Vorwahl: 04230
Holtum (Geest) (Niedersachsen)
Holtum (Geest)

Lage von Holtum (Geest) in Niedersachsen

Holtum (Geest) – in der Langform: Holtum auf der Geest – ist eine von 17 Ortschaften der Gemeinde Kirchlinteln in Niedersachsen.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Holtum befindet sich ungefähr 10 Kilometer nördlich von Verden (Aller), 15 Kilometer südwestlich von Rotenburg (Wümme) und 30 Kilometer östlich von Bremen. Es liegt im Landkreis Verden unmittelbar an der Grenze zum Landkreis Rotenburg (Wümme).

Zu Holtum gehören außerdem noch Wedehof an der Kreisstraße 11 nach Süderwalsede sowie Heidkrug und Steinberg an der Bundesstraße 215. Von Norden ausgehend im Uhrzeigersinn grenzt Holtum an folgende Nachbarortschaften:

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt ist die Landschaft von den welligen Höhenrücken der Achim-Verdener Geest, die ihrerseits den Südwestrand der Stader Geest bildet. Im Wald nahe Holtum ist am Funkturm die höchste Erhebung im Landkreis Verden zu finden. Holtum liegt auf einer Wasserscheide. Im Norden entwässert das bis an den Ortskern heranreichende Holtumer Moor über den Everser Bach zur Wümme. In diesem Bereich hat Holtum somit Anteil an der Wümmeniederung. Etwa einen Kilometer südlich von Holtum entspringt der Halsebach, der allerdings wegen der Grundwasserentnahme häufig trocken fällt und zur Aller entwässert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Holtum (Geest) wurde im Jahr 935 zusammen mit einigen benachbarten Dörfern (Holtebüttel, Völkersen, Nindorf, Walle, Ritzenbergen, Dauelsen) erstmals in einer Urkunde Heinrichs I. erwähnt. Etliche archäologische Funde deuten aber darauf hin, dass der Ort schon wesentlich früher besiedelt wurde.

Der Ort teilte das Schicksal des Territoriums Verden und gelangte mit diesem unter schwedische Herrschaft. Nach einem kurzen dänischen Intermezzo wurde Holtum Bestandteil Kurhannovers, des späteren Königreichs Hannover, das seinerseits 1866 von Preußen annektiert wurde. Hier gehörte es zum Regierungsbezirk Stade, der das Elbe-Weser-Dreieck umfasste. 1928 wurde die durch die Gemarkung Holtum führende Eisenbahnstrecke von Rotenburg (Wümme) über Verden (Aller) nach Minden gebaut, an der auch ein heute nicht mehr im Personenverkehr betriebener Bahnhof eingerichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Holtum zum Land Hannover, das 1946 im Land Niedersachsen aufging.

Nach dem Krieg siedelten viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene in Holtum, so dass sich die Einwohnerzahl nahezu verdoppelte. Am 1. Juli 1972 wurde Holtum (Geest) nach Kirchlinteln eingemeindet.[1] Seit 2000 entstand südlich von Holtum zwischen den Straßen "Zum Grünen Moor", "Hinterm Buschhof" und dem "Föscheberg" eine Neubausiedlung mit Einfamilienhäusern. Bei Holtum wurden außerdem markante Windräder zur Stromgewinnung installiert.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsvorsteherin ist Helma Rippe.[2] Traditionell erreicht die CDU bei Wahlen hohe Stimmenanteile.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Windmühle am Abendhimmel
Ortsbild

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An Vereinen gibt es in Holtum (Geest) eine Ortsfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Kirchlinteln, den TSV Holtum (Geest), den Schäferhundverein Holtum (Geest), den Heimat- und Kulturverein Holtum (Geest), den NABU Holtum (Geest) und den Schützenverein Holtum (Geest).

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Holtum gibt es einen Bäcker, einen Installationsbetrieb, einen Landmaschinenbetrieb, einen Malereibetrieb, ein Bestattungsunternehmen sowie einen Kindergarten. Einige Landwirtschaftsbetriebe unterhalten außerdem Hofläden wie beispielsweise der Nomms Hoff und Ehlers SB Hof.

Es bestehen Kreisstraßen nach Verden-Walle, Süderwalsede und Kirchlinteln sowie eine Verbindungsstraße zur Bundesstraße 215, die Rotenburg (Wümme) über Verden (Aller) und Nienburg/Weser mit Minden in Nordrhein-Westfalen verbindet und die 3 Kilometer nordwestlich von Holtum die Ortsteile Heidkrug und Steinberg durchquert. Die Autobahnabfahrt Verden-Nord an der Bundesautobahn 27 befindet sich rund 4 Kilometer südlich von Holtum bei Walle, so dass eine gute Straßenanbindung nach Bremen gegeben ist. Holtum ist durch Linienbusse an die Kreisstadt Verden und an Rotenburg (Wümme) sowie im Schülerverkehr an den Kernort Kirchlinteln angebunden. Früher besaß der Ort einen Bahnhof an der Bahnstrecke Verden–Rotenburg (Weser-Aller-Bahn), der noch heute als Betriebsbahnhof fungiert. Die nächsten Bahnhöfe befinden sich in Verden (Aller), Langwedel und Rotenburg (Wümme).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Lübbers:"Das Dorf Holtum (Geest) - Menschen-Landschaft-Brauchtum Früher und heute", Gem. Kirchlinteln (Hrsg.), 358 S., 1991
  • H. Lübbers et al.: "Das Dorf Holtum (Geest) - Menschen-Landschaft-Brauchtum Früher und heute", 2 Bände, Erweiterte Neuauflage, Haus der Werbung (Hrsg.), Verden, 498 S., 2008

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 248.
  2. Kirchlinteln Bürgerservice