Honda CB450

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Honda (Motorrad)
Honda Dream CB450.jpg
Honda Dream CB450 von 1965
CB 450
Hersteller: Honda Motor Co., Ltd.
Verkaufsbezeichnung CB 450 Super Sport
Produktionszeitraum 1965 bis 1968
Klasse Motorrad, Sporttourer
Bauart Allrounder
Motordaten
Viertaktmotor, DOHC luftgekühlter 2-Zylinder mit 2 Vergaser
Hubraum (cm³) 444,9
Leistung (kW, PS) 32 / 43 bei 8500 min−1
Drehmoment (N m) 39,2 bei 7000 min−1
Höchst­ge­schwin­dig­keit (km/h) 170
Getriebe 4-Gang
Antrieb Kette
Bremsen V: Duplex-Trommelbremse Ø 200 mm
H: Simplex-Trommelbremse Ø 180 mm
Radstand (mm) 1350
Maße (L × B × H, mm): 2.085 × 780 × 1050
Sitzhöhe (cm) ca. 79
Leergewicht (kg) 187
Nachfolgemodell Honda CB 450 K1

Vorlage:Infobox Motorrad/Wartung/Parameter

Modell K0[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Honda CB450 ist eine Motorrad-Serie des Herstellers Honda und bezeichnet zwei unterschiedliche Motorräder.

CB450 (1965)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die CB450 ist ein 1965 vom japanischen Hersteller Honda auf den Markt gebrachtes Motorrad. Auf der Zweiradschau Essen, vom 10. - 12. September 1965, wurde die Honda CB450 erstmals der deutschen Öffentlichkeit vorgestellt und die ersten Maschinen kamen im Frühjahr 1966 nach Europa. Der Spitzname des Urmodells war „Black Bomber“. Mit der CB450 drang Honda erstmals in die bis in die 1960er Jahre englische und deutsche Domäne der schnellen Sportmaschinen ein.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urmodell K0[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Motor ist ein hochdrehender Zweizylinder-Viertakter, eine bis dahin im Serienbau nicht gesehene Motorenkonstruktion mit zwei obenliegenden Nockenwellen, die Ventilfedern nicht als Schraubenfedern ausgeführt, sondern als Drehstabfedern. Für größere Drehfreudigkeit und geringere Vibrationen hat der Motor einen Kurbelwellenversatz von 180°, ist also anders als englische Zweizylinder ein Gegenläufer. Das gesamte Motorrad ist noch vergleichsweise leicht und handlich, und die seinerzeit als überzüchtet verdächtigte Technik erwies sich zum Erstaunen der Fachwelt als haltbar.

Die Maschine spielte mit 32 kW (43 PS) und einer Literleistung von knapp 74 kW (100 PS) in der damaligen Liga der 650er Triumph, der 750er Norton und 600er BMW mit, und dies zu einem wesentlich günstigeren Preis als die arrivierten Marken. Sie hatte bis 1968 ein Viergang-Getriebe. Einige Komponenten basierten noch auf der CB 72, dem kleineren 250 cm³ Vorgängermodell.

Im Test der Zeitschrift MOTORRAD[1] fuhr Ernst "Klacks" Leverkus die Maschine auf der Nordschleife des Nürburgrings und bemerkte, nach einem Test über 4000 km: Mit der CB450 könnte Honda den Motorradbau umstoßen, wenn sie wollten. Beim Händler konnte man sie im Spätjahr 1966 für 3995 DM kaufen, aber schon im Frühjahr 1967 wurde der Preis auf 3495 DM gesenkt.

Modelle K1 bis K5 (1968–1975)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Honda CB 450 K5, Baujahr 1974

1968 kam eine stark modellgepflegte Version CB450 K1 auf den Markt: Sie wurde mit einem Fünfganggetriebe versehen und auch Rahmen, Vordergabel, Tank und das Design wurden geändert. Fast alle CB-72-Teile wurden ersetzt, die Typnummer war nun 292. Die Urversion wurde nun von Insidern als „450 K0“ bezeichnet und ist heute sehr selten und hoch begehrt, wegen einiger spezieller Teile bei Problemen jedoch teils auch nur schwer zu reparieren.

Der K1 folgten die Modelle K2 bis K5, die teilweise nur im Design, teilweise auch technisch leicht geändert waren. Das K5 Modell wurde in leichter Variation bis 1975 gebaut. Die CB 450 legte den Grundstein für Hondas Siegeszug in der Welt der großen Motorräder.

Ein spätes Modell dieser Serie war die Honda CB500T mit leicht vergrößertem Hubraum, die in der Zeit großer japanischer Vierzylinder Ende der 1970er Jahre mit knapp 2.000 DM zu einem sehr niedrigen Preis verkauft wurde. Heute ist auch dieses Modell ein seltener Klassiker geworden.

Scrambler CL450[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Honda CL 450 K4 von 1971

Unter Typnummer 293 wurde vor allem in den USA das Scrambler-Modell erfolgreich. In den USA wurde zuerst die CB 450 D[2] mit ebenfalls (43 PS) verkauft, D stand für Desert Scrambler. Sie hatte die Auspuffrohre jeweils links und rechts hochgelegt. Die Modellbezeichnung ab 1967 war CL450 K0 bis K6[3] und hatte die Typnummer 293. Sie verfügte über einen hohen Lenker mit Querstange, eine andere Tank-Dekoration und Farben, sowie einen einteiligen, hochgelegten 2-in-2 Auspuff mit Hitzeschutzblechen, der auf der linken Seite über dem Getriebe gerade nach hinten führte.

Konstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Honda führte richtungsweisende Konstruktionsmerkmale in den serienmäßigen Motorradbau ein und begründete so seine Stellung als führender Motorradhersteller. Der Zweizylinder-Viertaktmotor war fahrtwindgekühlt. Die vierfach rollengelagerte Kurbelwelle mit den ebenfalls rollengelagerten Pleuel ist verpresst und hat montagefreundliche Lagerschilde, die im horizontal geteilten Motorgehäuse verschraubt werden. Die Zylinderbank ist aus Aluminium gegossen und hat Laufbuchsen aus Grauguss. Eine zwischen den Zylindern verlaufende Steuerkette treibt die beiden obenliegenden, gleitgelagerten Nockenwellen an. Die Ventile in den eingegossenen Brennraumkalotten des Aluminiumzylinderkopfes werden über Schlepphebel geöffnet; als Ventilfedern sind Drehstabfedern eingebaut, die über Schließerarme an den Ventilschäften angreifen.[4]

Zur Gemischaufbereitung dienten zwei Keihin-Gleichdruckvergaser mit jeweils 36 mm Durchlass.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modelle K1 bis K5[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leistung: 33 kW (45 PS) bei 9000/min
  • Verdichtung: 9:1
  • Hubraum: 444 cm³
  • Bohrung: 70 mm
  • Hub: 57,8 mm
  • Gänge: 5
  • Bremsen: Scheibenbremse Ø 200 mm vorne, Trommelbremse Ø 180 mm hinten

CB450 (1985–1989)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Honda CB450N, Baujahr 1985

In der Zeit von 1985 bis 1989 wurden die CB450N und CB450S gebaut. Die Bezeichnung „N“ steht für eine „Naked“-Variante und „S“ für eine „Sport“-Variante. Der Motor ist in beiden Versionen ähnlich. Sie unterscheiden sich in der vorderen Aufhängung und in den Vergasern. Der Drehzahlmesser bei der „N“ wird mechanisch angetrieben, bei der „S“ wird er elektrisch angetrieben. Sie knüpfen nur bei Hubraum und Zylinderzahl an die K-Modelle an, sind sonst aber eigenständige Konstruktionen, und als preiswerte Einsteigermotorräder anders im Markt ihrer Zeit positioniert. Bei der CB450N sitzt die Sicherung unter dem Sitz auf der linken Seite; der Drehzahlmesser ist über eine Welle angetrieben. Die CB450S hat die Sicherungen direkt am Lenker, und das Signal zum Drehzahlmesser wird elektronisch übertragen. Das Heck ist in der „Sport“-Variante unwesentlich breiter; das Rücklicht ist an die Form des Hecks angepasst.

Für Deutschland entwickelte Honda eine versicherungsgünstige 27-PS-Version. Die Leistungsreduzierung, der CB450S, konnte durch den Austausch der Nockenwelle, der Vergasernadel, der Vergaserfedern und des Antriebsritzels aufgehoben werden.[5] Für die CB 450 N musste nur die Nockenwelle ersetzt werden. Honda gibt hierfür ein Gutachten zur Eintragung beim TÜV zum Herunterladen frei.[6]

Die Honda CB450S hat ein Leergewicht von 184 kg und ist damit gut zu handhaben. Mit dem Sechsganggetriebe liegt die Spitzengeschwindigkeit mit 27 PS bei ca. 145 km/h und im entdrosselten Zustand bei ca. 175 km/h.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markteinführung der CB450T (PC05) war 1982. Das Motorrad war die Kopie der CB400T mit einem Hubraum von 450 cm³.

Die in Brasilien entwickelte und produzierte CB450N zeigt ein „klassisches“ Honda-Gesicht mit den damals gängigen Aluminiumfelgen. Sie traf aber nicht mehr den Geschmack der Käufer und wurde in Europa, nach nur einem Jahr, von der CB450S abgelöst, die einen markanten Gitterrohrrahmen und einteilig gegossene Aluminiumfelgen hatte. Zeitgleich wurde die CB450C und die CB450E herausgebracht. In Brasilien wurde die CB450N unter der Bezeichnung CB450DX weiter produziert. Die markanten Unterschiede waren der Rechteck-Scheinwerfer und die Scheibenbremse am Hinterrad. Die letzte Modelländerung fand 1993 statt. Das Nachfolgemodell der CB450N (CB450DX) war die CB500.

Für Deutschland entwickelte Honda eine versicherungsgünstige 27-PS-Version. Die Leistungsreduzierung der CB450S konnte durch den Austausch der Nockenwelle, der Vergasernadel, den Vergaserfedern und des Antriebsritzels aufgehoben werden. Für die CB450N musste nur die Nockenwelle ersetzt werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim Kuch: Typenkompass Honda Motorräder seit 1970, 1. Auflage, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-613-02061-0
  • Jochen Kuch : Honda – Motorräder seit 1970. – 1. Auflage. Motorbuch-Verlag,- Stuttgart , 2009. (Typenkompass) ISBN 978-3-613-02989-7

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Honda CB 450 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • CB450 Technische Daten. In: Honda Geschichte Motorräder. Honda Deutschland GmbH, abgerufen am 27. Februar 2011 (PDF; 21 kB).
  • HONDA CB450 - "Black Bomber". In: Motorrad-Marken. Winni Scheibe, abgerufen am 27. Februar 2011: „Mit der Honda CB450 begann ein neues Motorradzeitalter.“
  • Honda: HONDA CB450 Motor. In: Motorrad-Marken. Winni Scheibe, abgerufen am 27. Februar 2011 (JPG, Schnittzeichnung des Motors).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Motorrad, Heft 15/1966, S. X
  2. http://apps.mobilityland.co.jp/hch/search/english/products/367
  3. http://www.motorera.com/honda/h0450/scramble.htm
  4. Matthias Bischoff: Großserienrenner. In: Oldtimer-Praxis. Nr. 12, 2010, ISSN 0937-6291, S. 12–14 (Seziert: der famose Zweizylinder der Honda CB 450).
  5. Gutachten von Honda für die CB 450 S (PDF; 106 kB)
  6. Gutachten von Honda für die CB 450 N