Hubert Kah

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Hubert Kah im Juli 2016

Hubert Kah (* 21. März 1961[1] in Reutlingen, bürgerlich Hubert Kemmler) ist ein deutscher Musiker, Komponist, Liedtexter und Produzent.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubert Kah, 2014

Aufgewachsen ist Hubert Kah als Sohn des langjährigen Betzinger Bezirksbürgermeisters Dieter Kemmler und Enkel des Fabrikanten Julius Kemmler (BEKA-Schnellkochtöpfe).[2] Hubert Kemmler studierte vor seiner Musikerkarriere Rechtswissenschaft an der Universität Tübingen.

Er hatte mit dem Trio „Hubert Kah“ zu Zeiten der Neuen Deutschen Welle 1982 kommerzielle Erfolge mit den Singles Rosemarie, Sternenhimmel und Einmal nur mit Erika (… dieser Welt entflieh’n) sowie mit den Alben Meine Höhepunkte und Ich komme. Der Gruppe gehörten Hubert Kemmler als Sänger und Keyboardspieler, Markus Löhr als Gitarrist und Keyboardspieler sowie Klaus Hirschburger als Bassist an. Zeitweise arbeiteten sie mit verschiedenen Drummern wie z. B. Reinhold Hirth zusammen. Für Aufsehen sorgte der Sänger vor allem mit Fernsehauftritten in Nachthemd oder Zwangsjacke.

Ab 1984 kam es zur Zusammenarbeit des Trios mit dem Produzenten Michael Cretu. Nach einem deutschsprachigen Album (Goldene Zeiten) und den Hits Engel 07 und Wenn der Mond die Sonne berührt folgten in englischer Sprache die Alben Tensongs (1986) und Sound of My Heart (1989), die teilweise auch international erfolgreich waren. Gemeinsam mit Michael Cretu und auch allein schrieb und produzierte Kemmler Titel für andere Interpreten, darunter Blue Night Shadow von Two of Us (& Ulrich Herter), Dancing Into Danger von Inker & Hamilton, Liebe auf den ersten Blick von der Band Münchener Freiheit sowie die meisten Hits von Sandra (Maria Magdalena, Heaven Can Wait und viele andere). Bei Sandra war Kemmler teilweise auch für den Hintergrundgesang zuständig, ebenso bei Liedern von Inker & Hamilton, der Münchener Freiheit, Peter Schilling, Juliane Werding, Maggie Reilly und Sally Oldfield.

Bis jetzt (2014) bekommt Kah als (Mit-)Urheber (also als Komponist und/oder Texter) der genannten Pop-Hits jährlich von der GEMA Vergütungen von mehr als 50.000 Euro.[3]

Ende 1989 erkrankte Hubert Kah an einer Depression und zog sich vollständig aus der Öffentlichkeit zurück – die Krankheit gehört bis heute zu seinem Leben. Nach der damaligen Genesung erschien 1996 die von Armand Volker produzierte CD Hubert Kah und die dazugehörige Single-Auskopplung C’est la vie. Die Produktion mit klassischen Elementen war kommerziell nicht so erfolgreich wie von Kah erhofft.

Im Herbst 1998 erschienen eine neue Single (Love Chain) und eine Best-of-CD. Danach erkrankte Kemmler erneut und musste sich wieder in ärztliche Behandlung begeben.

2005 startete Hubert Kah sein zweites Comeback mit dem Studioalbum Seelentaucher. Die erste Single hieß No Rain.

Im Frühjahr 2007 ging Hubert Kah als Eiskönig Kini mit dem Musical Prinzessin Lillifee auf Deutschlandtournee. Am 26. Mai 2007 war er einer von vier Ehrengästen auf dem Akustikkonzert der Band ASP auf dem WGT 2007 in Leipzig.

Ende 2010 war Hubert Kah als Gastsänger auf dem Album Malo Morgen der Düsseldorfer Balkan-Band Trovači zu hören. Gemeinsam mit deren Sänger Danko Rabrenović nahm er eine zweisprachige (Serbokroatisch / Deutsch) Ska-Version von Sternenhimmel auf.

Am 26. Oktober 2012 erschien ein neues Album von Sandra mit dem Titel Stay in Touch, an dem Kemmler mitarbeitete und erstmals seit Ende der 1980er Jahre auch wieder den Backgroundgesang übernahm. Es erreichte Platz 20 in den deutschen Charts. Die erste Single daraus war Maybe Tonight. Im Jahr 2013 schrieb Hubert Kah den Klappentext für die im Elb Verlag erschienene Anthologie Menschen unterm Sternenhimmel, die sich im Kontext seines Liedes Sternenhimmel sieht.

Hubert Kah war im August 2014 Teilnehmer der Sat.1-Fernsehshow Promi Big Brother und schied als Sechstplatzierter aus. Zusammen mit seiner Freundin Ilona Magyar nahm er im Juli 2016 an der vierteiligen RTL-Reality-Show Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare teil. Am Ende der zweiten Folge der Show verließ das Paar das Haus auf eigenen Wunsch.

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hubert Kah war sieben Jahre mit Susanne Kemmler verheiratet, die als Sängerin unter dem Pseudonym Sumatic auftritt und von der er geschieden ist.[4] Seit 2014 ist er mit Ilona Magyar liiert.[5] Sie leben gemeinsam im Haus von Hubert Kahs Vater.[6]

Phasen mit schwerer Depression begleiten Kah nach wie vor (Stand 2014), denen er mit Einnahme eines Antidepressivums begegnet, das „ihm ein Leben in Freiheit ermöglicht“ (Zitat aus Porträt im Nachrichtenmagazin Focus).[7]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Titel Chartplatzierungen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland DE OsterreichÖsterreich AT SchweizSchweiz CH Vereinigte StaatenVereinigte Staaten US
1982 Meine Höhepunkte 7
(19 Wo.)
Charteinstieg: 10. Mai 1982
Ich komme 35
(5 Wo.)
Charteinstieg: 13. Dezember 1982
1984 Goldene Zeiten Erstveröffentlichung: 1984
1986 Tensongs 35
(10 Wo.)
21
(1 Wo.)
Charteinstieg: 14. Juli 1986
1989 Sound of My Heart 40
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: März 1989
1996 Hubert Kah Erstveröffentlichung: 28. Oktober 1996
2005 Seelentaucher Erstveröffentlichung: 30. Mai 2005
2014 Willkommen im Leben Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2014
2016 RockArt Erstveröffentlichung: 30. September 2016

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tim Pröse: Noch einmal zurück zum Sternenhimmel. – Als Star der Neuen Deutschen Welle wurde Hubert Kah berühmt. Dank „Promi Big Brother“ und seiner schrägen Art wird er jetzt wieder geliebt. Dass er mit schweren Depressionen kämpft und in Psychiatrien lebte, wissen nur wenige. Unterwegs mit einem erfolgreichen „Verrückten“ (Porträt über Hubert Kah) in: Focus 37/2014, 8. September 2014, S. 56–60

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtstag nach: Matthias Bardong, Herrmann Demmler, Christian Pfarr (Hrsg.): Das Lexikon des deutschen Schlagers. 2. Auflage, Schott, Mainz 1993, ISBN 3-7957-8208-2, Piper, München 1993, ISBN 3-492-18208-9, S. 181; Jörg Amtage und Matthias Müller: Alle Hits aus Deutschlands Charts 1954–2003. Pro Business, Berlin 2003, ISBN 3-937343-20-2, S. 317 (Ausschnitt)
  2. Hubert Kah – der Enkel von Julius Kemmler; Betzinger Portfolio, 19. Juni 2009; abgerufen am 14. Dezember 2013.
  3. Tim Pröse: Noch einmal zurück zum Sternenhimmel. Porträt über Huber Kah in: Focus 37/2014, S. 56
  4. Sumatic: „Dreiklangsdimensionen“ (Memento vom 21. Januar 2012 im Internet Archive); Jupiter Records, 16. Juni 2006
  5. RTL.de:Hubert Kah. 2016, abgerufen am 26. Juli 2016./Ilona Magyar. 2016, abgerufen am 26. Juli 2016.
  6. Promipaare: Alles über Hubert Kah und Ilona Magyar. In: klatsch-tratsch.de. 26. Juni 2016, abgerufen am 26. Juli 2016.
  7. Tim Pröse: Noch einmal zurück zum Sternenhimmel. Porträt über Huber Kah in: Focus 37/2014, S. 57–58