IBUg

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Die ibug (kurz für Industriebrachenumgestaltung) ist ein Festival für urbane Kunst, das seit 2006 jährlich in Westsachsen stattfindet. Die Macher, ein Team aus zahlreichen ehrenamtlichen Organisatoren und Helfern, suchen sich dafür verfallene, oft zum Abriss vorgesehene Industriebrachen, welche von internationalen Künstlern u. a. mittels Malerei, Graffiti, Illustrationen, Installationen und Multimediakunst umgestaltet werden. Dabei werden sowohl die Geschichte der Brache, als auch ihre Architektur in die Werke einbezogen, ohne die Kreativität der Mitwirkenden einzuschränken. Das Ergebnis wird anschließend bei einem dreitägigen Festival-Wochenende dem internationalen Publikum präsentiert und mit einem Programm aus Musik, Film und Design untermalt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ibug 2010 in Meerane

Die Anfänge der ibug finden sich 2006 in Meerane und gehen Hand in Hand mit der Suche des Künstlers Tasso nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten. Für die erste Ausgabe des Festivals wählte er eine Industriebrache der ehemaligen IFA-Werke in Meerane, welche bereits zuvor genutzt wurde um Sprayern aus der Region eine legale Möglichkeit zu bieten, ihre Werke anzufertigen. Insgesamt waren an dieser ersten Industriebrachenumgestaltung dreizehn Graffitikünstler beteiligt.[1] Bis 2011 fand die Veranstaltung in verschiedenen verlassenen Industriegebäuden Meeranes statt. Ab 2012 kamen weitere Städte in Westsachsen dazu, darunter Zwickau, Glauchau, Plauen und Crimmitschau. Mittlerweile hat sich die ibug zu einem weltweit bekannten und renommierten Festival für urbane Kunst entwickelt und lockt jedes Jahr tausende Besucher. Zum ersten Mal öffnete man im letzten Jahr in Limbach-Oberfrohna, anlässlich des "Tag der Sachsen", auch für ein zweites Wochenende. 2017 findet die ibug, traditionell am letzten August-Wochenende, erstmals in Chemnitz statt.[2]

Nach Angaben der Macher waren bei der ibug 2016 rund 100 nationale und internationale Künstler vertreten, die Veranstaltung zählte insgesamt mehr als 7000 Gäste.[3]

2010 wurde Hauptorganisator Thomas Dietze stellvertretend für das Projekt als einer von 90 Preisträgern des Wettbewerbs „PlusPunkt Kultur“ der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung ausgezeichnet.[4]

Der künstlerische Anspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ibug 2014 in Crimmitschau

Die auf der ibug vertretenen Künstler verbindet ein gemeinsamer Nenner: street art, urban art, die Kunst der Straße und des öffentlichen Raums. Ihnen wird die Möglichkeit geboten ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und das Ergebnis anschließend einem internationalen Publikum zu präsentieren. Dabei werden sowohl die Geschichte als auch die Architektur in die eigenen Werke einbezogen. Ein weiterer bedeutender Faktor ist die Interaktion, zum einen mit der Umwelt, zum anderen untereinander. Das gemeinsame Erschaffen eines Gesamtkunstwerkes soll auch zu Verbindungen unter den einzelnen Kreativen führen. Dabei gibt es seitens der Macher keine Vorgaben politischer oder soziokultureller Gedanken, jedoch auch keine Einschränkungen in dieser Richtung. Das Vergängliche ist mit derm Hintergrund der verfallenen Brachen ein unabdingbarer Teil der Arbeit. Street Art ist temporär. So gehört es zum Konzept der ibug, dass die bespielten Areale auf kurz oder lang wieder abgerissen werden.

Der soziale Anspruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

ibug 2016 in Limbach-Oberfrohna Foto: Patrick Richter

Der soziale Anspruch beginnt bei dem Team aus ehrenamtlichen Helfern, die – zum Teil neu, zum Teil seit Jahren dabei – jedes Jahr ihre Zeit, ihr Können und ihr Herz in das Festival investieren. Ihnen, als auch den eingeladenen internationalen Künstler dient die ibug als große Zusammenkunft nicht nur auf kreativer, sondern auch persönlicher Ebene. Die Vielfalt verschiedener Stile, Techniken und Arbeitsweisen bietet nicht nur eine einzigartige Möglichkeit zum Austausch, sondern auch eine Momentaufnahme der Szene. Die ibug ist kein in sich geschlossenes Event, sondern eine offene Veranstaltung die in der Region in der sie stattfindet Denkanstöße geben und neue Impulse setzen will. Altansässige schwelgen beim Betreten des Geländes in Erinnerungen und sehen die Orte ihrer Vergangenheit in neuem Licht. Die ibug zeigt die Möglichkeit der Kunst zur Belebung längst aufgegebener Orte. Sie dient der Bereicherung aller Mitwirkenden, der Künstler und der Region, nicht aber dem Profit.

Termine und Veranstaltungsorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2006: 17. September 2006, IFA-Brache Merzenberg, Meerane[1]
  • 2007: 1.–2. September 2007, IFA-Brache Merzenberg, Meerane[5]
  • 2008: 16.–17. August 2008, IFA-Brache Merzenberg, Meerane[6]
  • 2009: 28.–30. August 2009, VEB Leuchtenbau, Meerane[7]
  • 2010: 27.–29. August 2010, Textilwerke Palla, Meerane[8]
  • 2011: 2.–4. September 2011, Textilwerke Palla, Meerane[9]
  • 2012: 31. August–2. September 2012, Alter Schlachthof, Glauchau[10]
  • 2013: 30. August–2. September 2013, Eisenwerk, Zwickau[11]
  • 2014: 29.–31. August 2014, Lederwerk und Tuchfabrik Pfau, Crimmitschau[12]
  • 2015: 28.–30. August 2015, Alte Kaffeerösterei, Plauen-Haselbrunn[13]
  • 2016: 26.–28. August 2016, Ehemaliger VEB Buntfärberei, Limbach-Oberfrohna
  • 2016: 2.–4. September 2016 nochmalige Öffnung zum "Tag der Sachsen" zur Besichtigung für Kunstinteressierte
  • 2017: 25.–27. August und 1. –3. September, VEB Spezialmaschinenfabrik, Chemnitz

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Kunstwerk für die Abrissbirne. In: Freie Presse. 2006. (online, Pressemappe IBUG 2006, abgerufen am 9. August 2014)
  2. mdr.de: Chemnitz bekommt Graffiti-Festival | MDR.DE. (mdr.de [abgerufen am 21. April 2017]).
  3. Die ibug 2016 im Rückspiegel – IBUg. Archiviert vom Original am 22. April 2017; abgerufen am 21. April 2017. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ibug-art.de
  4. Ergebnisse und Erfahrungen aus drei Jahren PlusPunkt KULTUR. Abschlusspublikation zum Projekt PlusPunkt Kultur. Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e.V. 2011, (PDF, 5 MB)
  5. IBUg 2007 – Das Graffiti-Kunst- und Kulturereignis des Sommers. In: Amtliche Bekanntmachungen und Mitteilungen der Stadt Meerane. 13. Juli 2007. S. IX. (online, Pressemappe IBUg 2007, abgerufen am 9. August 2014)
  6. Doris Gey: Maroder Architektur-Charme lockt Profi-Sprayer an. In: Freie Presse. 4. August 2008, S. 13. (online, Pressemappe IBUg 2008, abgerufen am 9. August 2014)
  7. Farben bringen Meeraner Ruine zum „Leuchten“. In: Freie Presse. 21. August 2009, S. 13. (online, Pressemappe IBUg 2009, abgerufen am 9. August 2014)
  8. Ute Pasler: Straßenkünstler laden zum letzten Helau ein. In: Freie Presse. 27. August 2010, S. 10. (online, Pressemappe IBUg 2010, abgerufen am 9. August 2014)
  9. Nicole Jähn: Künstler sprühen Brache in Szene. In: Freie Presse. 26. August 2011. (online, Pressemappe IBUg 2011, abgerufen am 9. August 2014)
  10. Stefan Stolp: Schlachthof sticht Palla aus. In: Freie Presse. 15. August 2012. (online, Pressemappe IBUg 2012, abgerufen am 9. August 2014)
  11. Industriebrache wird Spielwiese. In: Sächsische Zeitung. 30. August 2013. (online, abgerufen am 9. August 2014)
  12. Kunst gucken, Geschichte erleben, entspannen. In: Freie Presse. 2. August 2014. (online, abgerufen am 9. August 2014)
  13. Mitteilung zur IBUg 2015 auf der Seite der Stadt Plauen. Abgerufen am 25. August 2015.