Ich bin das Licht der Welt

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Die Worte Ich bin das Licht der Welt stellen eine Bildrede Jesu dar (Joh 8,12 EU). Es gehört zu einer Reihe von sieben „Ich bin“-Worten Jesu, die im Evangelium nach Johannes überliefert sind.

Hans Holbein der Jüngere: Christus das Licht, Holzschnitt 1527, Basel

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ausspruch Jesu schließt unmittelbar an die Erzählung von der Ehebrecherin, die durch Jesu Eingreifen vor der Steinigung bewahrt wurde, an. Daraufhin sprach Jesus diese „Ich bin“-Worte:

„Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.“

Johannes 8,12 LU

Deutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Vers dürfte vor dem Hintergrund der nächtlichen Festbeleuchtung im Vorhof des Tempels beim Laubhüttenfest zu verstehen sein. Diese strahlt auf ganz Jerusalem aus. Analog dazu ist „Licht der Welt“ wohl im Sinne von „Licht für die Welt“ zu verstehen. Der Begriff des „Licht des Lebens“ bezieht sich auf das ewige Leben. Die Bedeutung dieses Lichtes für die gesamte Welt wird im alten Testament beispielsweise bereits in Jesaja 42,6 EU vorbereitet.[1]

Weitere biblische Verwendung von „Licht der Welt“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine verwandte Verwendung des Bildes vom „Licht der Welt“ ist im Evangelium nach Matthäus in Verbindung mit dem Bildwort vom Salz der Erde überliefert (Matthäus 5,14 EU). In diesem Teil der Bergpredigt bezeichnet Jesus seine Jünger als das Licht der Welt. Die Jünger können selbst zum Licht der Welt werden, wenn Christus in ihnen wirkt.[1]
Auch in der Überlieferung des Johannesevangeliums taucht das Bild von Jesus Christus als dem Licht für die Welt später noch einmal auf. Im zwölften Kapitel erklärte Jesus zunächst, dass wer an ihn glaubt im Grunde genommen nicht an ihn glaubt, sondern an den der ihn gesandt hat (sprich: Gott Vater). Daraufhin greift er die Aussage des „Ich bin“-Wortes nochmals auf:

„Ich bin in die Welt gekommen als ein Licht, damit, wer an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibe.“

Johannes 12,46 LU

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Zwick nahm das Bild im 16 Jh. auf in den Chorälen All Morgen ist ganz frisch und neu (EG 440) bzw. Du höchstes Licht, du ewger Schein (EG 441), ebenso der Barockkomponist Georg Philipp Telemann in seiner Kantate Stern aus Jacob, Licht der Welt (TWV 1:1399).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Stuttgarter Erklärungsbibel. 2. Auflage, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1992, ISBN 3-438-01121-2, S. 1344.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Light of the world – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien