Ilex guayusa

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Ilex guayusa
Photo of Ilex Guayusa tree.jpg

Ilex guayusa

Systematik
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Stechpalmenartige (Aquifoliales)
Familie: Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae)
Gattung: Stechpalmen (Ilex)
Art: Ilex guayusa
Wissenschaftlicher Name
Ilex guayusa
Loes.

Die Guayusa Pflanze (gesprochen Gwhy-You-Sa eng.) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Stechpalmen (Ilex), weshalb sie auch Ilex Guayusa genannt wird. Guayusa ist ein in Südamerika, explizit im Amazonas-Regenwald, beheimateter Baum. Guayusa ist eine von drei koffeinhaltigen Stechpalmen-Arten, deren Blätter sowohl frisch als auch getrocknet zur Zubereitung eines wachmachenden, stressreduzierenden und fokus-schärfenden Alltagsgetränks verwendet werden. Diese Eigenschaften sind auf die Inhaltsstoffe in Guayusa zurückzuführen.

Guayusa ist das traditionelle Getränk der Quechua (Kichwa) Ureinwohner im Amazonas. Diese verwenden in der Regel frische Blätter, um daraus noch vor Sonnenaufgang einen anregenden Guayusa-Tee zu kochen.[1]

In den USA und Europa werden zur Zubereitung des Guayusa Tees die getrockneten Blätter verwendet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laubblätter

Ilex Guayusa ist ein immergrüner Baum der 6 bis 30 Meter hoch wachsen und einen Stammdurchmesser von 50 cm erreichen kann.1 Die Blätter sind länglich-oval, 7 bis 22 cm lang und 2.5 bis 7 cm breit. Die Blüten sind klein, weiß und in Thyrsen angeordnet. Die Früchte sind kugelförmig und rot und haben einen Durchmesser von 6 bis 7 mm.[2]

Die ersten Blüten wurden 1975 in einer Expedition von Alberto Ortega gefunden und in einem Herbarium der Universität Cetral in Ecuador archiviert. Zuvor war nicht bekannt wie Ilex Guayusa sich fortpflanzt. 1997 fand eine weitere Expedition durch die Harvard Universität statt, bei der ebenfalls frische Blüten gefunden wurden, jedoch keine Samen. Es wird angenommen, dass Guayusa seine Fähigkeit zur sexuellen Fortpflanzung weitestgehend verloren hat. Diese Annahme kommt auch daher, dass Guayusa seit Generationen durch die Eingeborenen stets als Steckling vermehrt wird.[3]

Verbreitung und Anbaugebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilex guayusa wächst natürlich in den oberen Amazonasgebieten im brasilianischen Bundesstaat Acre, südwestlichen Kolumbien, Ecuador und nordöstlichen Peru in Höhenlagen von 200 bis 2000 Metern.[2] Sie kommt in immergrünen oder laubwechselnden, prämontanen Wäldern vor, insbesondere in jenen die von Dictyocaryum Palmen dominiert werden. Guayusa wurde von Botanikern nur selten in freier Natur gesammelt und ist fast ausschließlich als Kulturpflanze bekannt (insbesondere aus den ecuadorianischen Provinzen Napo and Pastaza). Kommerzieller Anbau findet in der peruanischen Provinz Loreto statt.[4]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Ilex guayusa wurde durch Ludwig Eduard Theodor Loesener beschrieben und in Nova Acta Academiae Caesareae Leopoldino-Carolinae Germanicae Naturae Curiosorum 78: 310. 1901.[5] beschrieben.

Anbau und Kultivierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilex Guayusa Anbau

Guayusa wird traditionell in sogenannten Chakra im Amazonas Regenwald angebaut. Chakra sind Waldgärten, die durch ihre botanische Artenvielfalt einer Permakultur ähneln. Es werden neben Guayusa z. B. Kakao, Mais, Maniok, Bananen und verschiedene Heilkräuter kultiviert. Die Pflanzen werden auf einem Gebiet so miteinander kombiniert, dass der Einsatz von Fungiziden, Insektiziden und Herbizide nicht gebraucht wird.[1]

Anders als bei Yerba Mate oder Kaffee, macht diese Anbaumethode bei Guayusa immer noch den größten Teil der Produktion aus.

In den ersten 1 bis 3 Jahren nach der Pflanzung bedarf Guayusa der Beschattung. Guayusa kann daher nicht in Monokulturen kultiviert werden, da die Sonneneinstrahlung ansonsten keine optimale Entwicklung zulassen würde.[2]

Vermehrt wird Ilex Guayusa ausschließlich über Clone. Hierfür werden junge Triebe von älteren Pflanzen genommen und als Steckling gepflanzt. Der gepflanzte Trieb bildet nach wenigen Wochen bereits neue Wurzeln und fängt nach einer anfänglichen Stagnationsphase an, wieder neue Blätter zu bilden.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koffein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ilex Guayusa enthält zwischen 1,9 % und 3,28 % Koffein.[6] Der höchste bis jetzt gemessene Koffeingehalt in Guayusa betrug 7,9 % und wurde in Blättern eines wildwachsenden Guayusa-Baumes gefunden.[7] Koffein wirkt gegen Schläfrigkeit und stimuliert das zentrale Nervensystem.

Aminosäuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Analysen des Deutschen Unternehmens GUYA konnte festgestellt werden, dass Guayusa zusätzlich alle essentiellen Aminosäuren enthält. Insgesamt wurde auf 17 Aminosäuren getestet.[8]

L-Theanin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

L-Theanin ist ein Stoff, welcher die Hirnblutschranke passieren kann und die Produktion von Alphawellen im Gehirn erhöht. L-Theanin gleicht das ansonsten sehr aggressiv wirkende Koffein aus und sorgt im Zusammenwirken für eine verbesserte Lern- und Gedächtnisleistung.[9]

Antioxidantien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Untersuchungen einer spanischen Studie konnte bei Guayusa ein ORAC Wert von über 127.000 µmol TE/100 g ermittelt werden.[10] Diese Werte entsprechen ebenfalls denen aus den Analysen von GUYA.[8]

Theobromin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theobromin hat eine ähnliche Wirkungsweise wie Koffein, jedoch sanfter.

Theophyllin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theophyllin ist ein seit langem Bekannter Wirkstoff gegen Bronchialasthma und hat weitere positive Eigenschaften auf das Herz-Kreislaufsystem.

Vitamine und Mineralien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guayusa wirkt außerdem basisch und enthält Vitamine und Mineralien wie Vitamin C und D, Potassium, Zink, Kalzium, Magnesium und Chromium.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Guayusa als Aufgussgetränk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Anbau und Kultivierung Traditionell: Die Kichwa Indianer trinken Guayusa auf täglicher Basis, um gesund und jung zu bleiben. Vor Sonnenaufgang stehen die Stämme auf und treffen sich am Feuer, um den auf dem Feuer zubereiteten Guayusa Sud, gemeinsam zu trinken. Hierfür werden in der Regel frische Guayusa-Blätter über eine längere Zeit auf offenem Feuer in einem Wasserkessel gekocht. Getrunken wird aus einer flachen Kalebasse. In der Runde sprechen alle Mitglieder einer Familie oder eines Stammes über ihre Träume und die anstehenden Aufgaben des Tages. Guayusa wird traditionell für verschiedene Dinge genutzt, so z. B. gegen Kopfschmerzen. Hauptsächlich wird Guayusa jedoch auch von den Kichwa genutzt, um mehr Energie, Tatendrang und eine positive Einstellung am Tag oder in der Nacht bei der Jagd zu haben. Guayusa wird hier auch bereits den Kindern gegeben, um in der Schule besser lernen zu können. [1]
  2. USA & EU: Hierzulande und auch in den USA findet Guayusa hauptsächlich Anwendung als wachmachendes Getränk. Dabei werden die getrockneten Blätter entweder am Stück oder zerkleinert als loser Tee oder Beuteltee verkauft. Die bekanntesten Unternehmen sind in den USA, RUNA, WAYKANA und in Europa, GUYA. Guayusa Tee gewinnt auch in Deutschland immer mehr an Beliebtheit und wird hier als gesunde Kaffee-Alternative genutzt.

Guayusa als Fertiggetränk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ice-Tea: In Ecuador und den USA wird Guayusa zusätzlich als kalter Eistee in Flaschen oder PET abgefüllt und getrunken.
  2. Energy-Drinks: Ebenfalls wird in den USA aus Guayusa ein Energy-Drink hergestellt. In Deutschland existiert bis lang kein Energy-Drink auf Basis von Guayusa, doch befindet sich laut Aussage des Unternehmens GUYA bereits in Entwicklung.[11]

Etymologie und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ältesten Guayusa Blätter wurden in dem Grab eines Medizinmannes in Bolivien gefunden. Ihr Alter wird auf 500 n. Chr. datiert. Dieser Fund ist äußerst interessant, da der Ursprung von Ilex Guayusa in Ecuador liegen soll. Die Verbreitung von Guayusa war also bereits 500 n. Chr. weitgehend über Südamerika zu finden. Das Equipment im Grab des Medizinmannes lässt zudem darauf schließen, dass Guayusa zu dieser Zeit nicht nur getrunken, sondern auch geschnupft wurde.[12]

Von den indigenen Völkern ist außerdem bekannt, das Guayusa in hohen Dosen auch vor Zeremonien als Reinigung und Stärkung getrunken wird. Bei Malaria, Syphilis, Bauch- und Leberschmerzen findet Guayusa unter den Ureinwohnern ebenso Anwendung wie bei Menstruations-Beschwerden.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilex guayusa – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c SCHERRER, VALENTIN.: GUAYUSA. WIE UND MIT WELCHEN KONSEQUENZEN WIRD EINE TRADITIONELLE KULTURPFLANZE IN ECUADOR... MARKETISIERT?. GRIN PUBLISHING, [S.l.] 2016, ISBN 978-3-668-21180-3.
  2. a b c Juan F. Dueñas, Christopher Jarrett, Ian Cummins, Eliot Logan–Hines: Amazonian Guayusa (Ilex guayusa Loes.): A Historical and Ethnobotanical Overview. In: Economic Botany. Band 70, Nr. 1, 1. März 2016, ISSN 0013-0001, S. 85–91, doi:10.1007/s12231-016-9334-2 (springer.com [abgerufen am 8. April 2018]).
  3. Melvin Shemluck: THE FLOWERS OF ILEX GUAYUSA. In: Botanical Museum Leaflets, Harvard University, Vol. 27, No. 5/6 (May-June 1979), pp. 155-160. Harvard University Herbaria, 7. Januar 2016, abgerufen am 8. April 2018 (englisch).
  4. Ilex guayusa im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen im 2. Juli 2016.
  5. Ilex guayusa. In: Tropicos.org. Missouri Botanical Garden. Abgerufen am 20. November 2014.
  6. GUYA: Guayusa Koffein-Analyse. In: https://www.drinkguya.com/pages/guayusa-laboruntersuchungen. GUYA, 1. Februar 2017, abgerufen am 8. April 2018 (englisch).
  7. Rätsch, Christian, 1957-: The encyclopedia of psychoactive plants : ethnopharmacology and its applications. Park Street Press, Rochester, Vt. 2005, ISBN 978-0-89281-978-2.
  8. a b GUYA: Guayusa Laboruntersuchungen. In: DrinkGuya®. (drinkguya.com [abgerufen am 8. April 2018]).
  9. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Getränke mit isoliertem L-Theanin. In: Getränke mit isoliertem L-Theanin. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) im August 2003 aktualisierte Stellungnahme des BgVV vom 5. Juni 2001, 2003, abgerufen am 8. April 2018 (PDF).
  10. Almudena García-Ruiz, Nieves Baenas, Ana M Benítez-González, Carla M Stinco, Antonio J Meléndez-Martínez: Guayusa (Ilex guayusa L.) new tea: phenolic and carotenoid composition and antioxidant capacity. In: Journal of the Science of Food and Agriculture. Band 97, Nr. 12, 1. September 2017, ISSN 1097-0010, S. 3929–3936, doi:10.1002/jsfa.8255 (wiley.com [abgerufen am 8. April 2018]).
  11. GUYA: Guayusa Vollgepackt mit Koffein, L-Theanin und Antioxidantien. In: Das Magazin für die Internationale Startup-Szene. 4. Januar 2018 (startupvalley.news [abgerufen am 9. April 2018]).
  12. Richard Evans Schultes: Antiquity of the Use of New World Hallucinogens. Heffter Research Institute, 1998 (google.de [abgerufen am 8. April 2018]).
  13. Christian Rätsch: The Encyclopedia of Psychoactive Plants: Ethnopharmacology and Its Applications. Simon and Schuster, 2005, ISBN 978-1-59477-662-5 (google.de [abgerufen am 8. April 2018]).