Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit

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Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
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Rechtsform GmbH
Gründung 1. Januar 2011
Sitz Bonn und Eschborn, Deutschland
Leitung Tanja Gönner (Vorstandssprecherin), Friedrich Kitschelt (Aufsichtsratsvorsitzender)
Mitarbeiter 16.229 (2012)
Umsatz ca. 2,1 Mrd. € (2012)
Branche Entwicklungszusammenarbeit
Website www.giz.de
Sitz der GIZ in Bonn
Denkmalgeschütztes GIZ-Haus in Berlin

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist eine staatliche Entwicklungszusammenarbeitsorganisation der Bundesrepublik Deutschland.

Sie ist am 1. Januar 2011 aus der Verschmelzung der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), der Internationalen Weiterbildung und Entwicklung gGmbH (InWEnt) und dem Deutschen Entwicklungsdienst (DED) hervorgegangen.

Das Unternehmen ist in Bonn und in Frankfurt am Main im Handelsregister als GmbH eingetragen und hat seinen Sitz sowohl in Bonn als auch in Eschborn.[1]

Aufgaben[Bearbeiten]

Der GIZ kommt die Aufgabe der Ausführung der durch den Auftraggeber vereinbarten Technischen Zusammenarbeit zu. Die Technische Zusammenarbeit besteht vor allem aus Beratung, Finanzierungsbeiträgen, Entwicklungsleistungen, Aufbau und Förderung von Projektträgern, Bereitstellung von Ausrüstung und Material und der Erstellung von Studien und Gutachten.[2] Darüber hinaus ist die GIZ in der internationalen Bildungsarbeit tätig.

Entwicklungshelfer aus dem ehemaligen Deutschen Entwicklungsdienst kritisieren die Zusammenlegung und die Ausrichtung der GIZ entschieden. Nach ihrer Ansicht verschob sich der Schwerpunkt auf die Wirtschaftsförderung. Die Armutsbekämpfung und die Hilfe zur Selbsthilfe werden laut dieser Kritik vernachlässigt.[3]

Zur Ausbildung ihrer eigenen Mitarbeiter, aber auch für über 40 externe Organisationen, betreibt die GIZ die Akademie für Internationale Zusammenarbeit mit Sitz in Bad Honnef. Ein Umzug der Akademie nach Bonn ist für 2017 geplant.[4]

Auftraggeber[Bearbeiten]

Die wichtigsten Auftraggeber der GIZ sind in erster Linie das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie weitere Ministerien wie das Auswärtige Amt, das Bundesumweltministerium und das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Hinzu kommen Bundesländer, Kommunen und weitere öffentliche sowie private Auftraggeber wie etwa Regierungen anderer Länder, Europäische Kommission, Vereinte Nationen und Weltbank.

Die Vorstandssprecherin Tanja Gönner (im Amt seit 2012) hat sich zum Ziel gesetzt, neue Auftraggeber jenseits der öffentlichen Hand zu gewinnen; zugleich soll die GIZ eine „Fusionsrendite“ durch Zusammenführung der drei zuvor bestehenden staatlichen Entwicklungshilfe-Organisationen und den Abbau von Doppelstrukturen erzielen.[5]

Organisation und Umsetzung[Bearbeiten]

Die GIZ unterhält zwei Unternehmenssitze in Deutschland: einen in Bonn, dem Standort des ehemaligen DED, und einen in Eschborn bei Frankfurt am Main, dem ehemaligen Standort der GTZ. Daneben hat die GIZ Repräsentanzen in Berlin und Brüssel und ist in 16 weiteren deutschen Städten und damit in fast allen Bundesländern vertreten.

Weltweit hat die GIZ 90 Standorte. Entweder teilt sie sich die Landesbüros mit anderen Organisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit oder hat eigene Büros. Von dort aus agieren die Mitarbeiter in der Fläche.[6]

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Die GIZ beschäftigt in über 130 Ländern etwa 17.000 Mitarbeiter, von denen über 60 Prozent einheimische Kräfte sind. Dazu kommen 994 Entwicklungshelfer, 599 integrierte und 453 rückkehrende Fachkräfte, 700 einheimische Fachkräfte in Partnerorganisationen und 493 weltwärts-Freiwillige (Stand 2011).[7]

Sitz[Bearbeiten]

Bonn[Bearbeiten]

In Bonn ist die GIZ derzeit an drei Standorten im Bundesviertel beheimatet: zwei Mietobjekten, darunter ein Bürogebäude an der Godesberger Allee 119 und das sogenannte „Bonn-Karree“ an der Friedrich-Ebert-Allee 40 (ehemaliger Sitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), sowie dem unternehmenseigenen „Mäanderbau“ (Friedrich-Ebert-Allee 36).[8] Dieser entstand als erster von zwei Bauabschnitten der als „B9 Offices“ vermarkteten Bürogebäude[9] für 70 Millionen Euro und bietet Platz für etwa 500 Mitarbeiter. Der Kaufvertrag für das Gebäude wurde am 22. August 2012 unterzeichnet, die Grundsteinlegung erfolgte am 28. Juni 2013, das Richtfest wurde am 28. März 2014 begangen und die Einweihung am 26. Juni 2015.[10][11][12][13][14][15][16] Der Kaufvertrag für den zweiten Bauabschnitt wurde am 18. Dezember 2015 unterzeichnet, er soll bei Kosten von 158 Millionen Euro bis Ende 2019 entstehen und etwa 850 Mitarbeiter aufnehmen. Damit sollen alle Mitarbeiter der GIZ an einem Standort zusammengeführt werden.[17]

Sonstiges[Bearbeiten]

In Pakistan wurden von der dortigen Polizei 2013 drei mutmaßliche BND-Agenten festgenommen, die sich als Mitarbeiter der GIZ ausgaben und entsprechende Legenden hatten. Über weitere nachrichtendienstliche Tätigkeiten unter dem Deckmantel der GIZ ist nichts bekannt.[18]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Impressum der GIZ abgerufen am 9. Januar 2011
  2. BMZ Was wir machen: Technische Zusammenarbeit abgerufen am 21. Januar 2011
  3. Deutschlandfunk: Lernen und Helfen in Übersee, 24. Juni 2013
  4. GIZ: GIZ baut in Bonn-Röttgen, Pressemitteilung vom 8. Mai 2014
  5. Uta Rasche: Nur noch kurz die Welt retten, FAZ 28. Mai 2013, online
  6. Porträt bei giz.de
  7. Unternehmensbericht 2011 (PDF; 7,0 MB) abgerufen am 19. Juli 2012
  8. GIZ Bonn Offices (PDF)
  9. Bonn B9 Office, Bosau Lammerz Immobilien
  10. Kauf des „Mäanderbaus“ ist perfekt, Pressemitteilung der GIZ, 22. August 2012
  11. Grundsteinlegung am Mäanderbau, Pressemitteilung der GIZ, 28. Juni 2013
  12. GIZ baut Mäanderbau für 70 Millionen Euro, Kölnische Rundschau/Bonner Rundschau, 1. Juli 2013
  13. Ein weiterer Baustein für das internationale Bonn, Pressemitteilung der GIZ, 28. März 2014
  14. Mäanderbau für 70 Millionen Euro, Kölner Stadt-Anzeiger, 31. März 2014
  15. GIZ weiht den Mäanderbau ein – ein neues Highlight für den internationalen Standort Bonn, Pressemitteilung der GIZ, 26. Juni 2015
  16. Der Mäanderbau in Bonn, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit
  17. Ein Nachbar für den Mäanderbau: Die GIZ investiert weiter an ihrem Sitz in Bonn, Pressemitteilung der GIZ, 18. Dezember 2015
  18. http://www.spiegel.de/politik/ausland/vorfall-in-peschawar-agenten-affaere-belastet-deutschlands-beziehungen-zu-pakistan-a-810867.html