Ilja Walerjewitsch Jaschin

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Ilja Jaschin

Ilja Walerjewitsch Jaschin (russisch Илья́ Вале́рьевич Я́шин; * 29. Juni 1983 in Moskau) ist ein russischer oppositioneller Politiker der Partei der Volksfreiheit (Parnas).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaschin schloss die allgemeinbildende Schule mit vertieftem Profil Russische Sprache und Literatur und die Kunstschule ab. Im Jahr 2000 immatrikulierte er sich am Institut für Politologie der Internationalen Unabhängigen Ökologisch-Politologischen Universität. 2005 verteidigte er sein Diplom über Methodik der Organisation von Straßenprotesten, Diplomvater Jaschins war S. F. Tschernjachowski, Mitglied der Akademie der Politikwissenschaften.

Im Jahr 2007 trat Jaschin ins Doktoratsstudium der Staatlichen Universität – Höhere Schule für Wirtschaftswissenschaften, Institut für angewandte Politologie, unter der wissenschaftlichen Leitung von J. A. Nisnewitsch.

Jaschin ist Autor von Kolumnen und anderen Publikationen auf der Website der Radiostation Echo Moskwy, in der Nowaja Gaseta und anderen Medien.

Jaschin ist unverheiratet. Im Juni 2012 erschien in der russischen Presse die Nachricht, dass er mit der Fernsehmoderatorin und Oppositionellen Xenija Sobtschak liiert ist.[1]

Politische Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jaschin führt eine Einmann-Demonstration durch und fordert den Rücktritt von Wladimir Putin

Im Jahre 2000 trat Jaschin in die Partei Jabloko ein. Von 2001 bis 2005 war er Leiter der Moskauer Jugendbewegung von Jabloko. Von 2005 bis 2008 war er Präsident der ganzrussischen Jugendbewegung von Jabloko. 2003 bis 2006 war Jaschin Mitglied des regionalen Rates von Jabloko, 2006 bis 2008 Mitglied des föderalen Büros der Partei.

Im Dezember 2008 nahm Jaschin an der Gründungsversammlung der demokratischen Bewegung Solidarnost teil und wurde ins Büro des föderalen Politrates von Solidarnost gewählt. Am 18. Dezember 2008 wurde Jaschin vom Moskauer Regionalrat von Jabloko aus der Partei Jabloko ausgeschlossen, da er der Partei „politischen Schaden gebracht“ habe. Am 20. Dezember 2009 verfügte das Schiedsgericht der Partei seine Wiederaufnahme, jedoch wurde er unter Druck von Grigori Jawlinski nur gut eine Stunde, 40 Minuten später wieder aus der Partei ausgeschlossen, diesmal von der Parteiversammlung.

Jaschin ist einer der Urheber der Aktion Putin muss gehen, die den Rücktritt des russischen Premierministers Wladimir Putin zum Ziel hat. Nach einer Einmann-Demonstration zugunsten der Kampagne, die er am 18. November 2010 in Moskau vor dem Weißen Haus durchführte, wurde er von der Federalnaja Sluschba Ochrany festgehalten und später zu einer Strafe von 1000 Rubeln verurteilt.

Bei den Regionalwahlen im September 2015 trat Jaschin in der Region Kostroma an, gemäß einem Bericht der NZZ die einzige von 11 Regionen, wo es der Partei erlaubt war, an den Wahlen teilzunehmen. Nach einer Schmutzkampagne, in der die Kandidaten als vom Ausland gesteuerte Agenten bezeichnet wurden und gemäß Kreml-Kritikern "zahlreichen Regelverstößen" scheiterte die Partei und damit Ilja Jaschin an der Fünf-Prozent-Hürde.[2]

Am 30. August 2016 veröffentlichte Jaschin einen Bericht mit dem Titel „Partei kriminelles Russland“, in welchem er der Partei Einiges Russland enge Zusammenarbeit mit organisierter Kriminalität vorwirft. Seit den 1990er Jahren habe die Partei einzelnen Vertretern sowie ganzen Gruppen organisierter Kriminalität den Zugang zu politischen Posten und Staatsgeldern ermöglicht. Genannt wird in dem Bericht unter anderem der Fall der schwerkriminellen Bande „Zapkow“, deren Mitglieder die Partei Einiges Russland in Kuschtschowskaja vertraten und deren Anführer Sergej Zapok zum kommunalen Abgeordneten der Partei gewählt wurde und bei der Amtseinführung von Dmitri Medwedew anwesend war. Außerdem werden einzelne Politiker der Partei aufgeführt wie zum Beispiel das Oberhaupt der Republik Komi, Wjatscheslaw Gaiser, der wegen Bildung krimineller Vereinigungen angeklagt wurde und bei dem bei einer Durchsuchung eine Million US-Dollar gefunden wurde, sowie andere Parteimitglieder wie Anatoli Serdjukow und Adam Delimchanow.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Анатомия любви и протеста. Яшин и Собчак рассказали, как изменилась их жизнь после встречи друг с другом
  2. NZZ, 15. September 2015, Seite 2
  3. Marc Bennetts: Илья Яшин: "Единая Россия" открыла двери для преступников во власти. In: BBC, 30. August 2016.
    Putin's party linked to organised crime — from murder to money-laundering. In: The Times, 30. August 2016.
    Доклад Яшина о "Единой России": "социальный лифт" для криминала? In: Deutsche Welle, 30. August 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ilja Walerjewitsch Jaschin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien