Zum Inhalt springen

Imke Woelk

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dieser Artikel wurde am 2. Oktober 2025 auf den Seiten der Qualitätssicherung eingetragen. Bitte hilf mit, ihn zu verbessern, und beteilige dich bitte an der Diskussion!
Folgendes muss noch verbessert werden: Der Sinn in einer Aufteilung in Leben und Werk ist nicht ersichtlich. Vieles was in Werk steht gehört m.E. in Leben rein. Bei der Zusammenführung dieser Abschnitte sollte man auch gleich mal die unsachlichen Anpreisungen heraus löschen. ∎ Viele Grüße, Alabasterstein (Diskussion) 09:16, 2. Okt. 2025 (CEST)

Imke Woelk (* 11. Dezember 1964 in Hamburg) ist eine deutsche Architektin und Künstlerin. Im Jahr 2003 wurde sie mit dem Rompreis der Deutschen Akademie Villa Massimo ausgezeichnet.

Imke Woelk wuchs in Hamburg und Hannover auf und legte 1986 ihr Abitur ab. Sie studierte Architektur an der Leibniz Universität Hannover, der Technischen Universität Braunschweig und der Università Iuav di Venezia. Zusätzlich absolvierte sie ein Studium der Fotografie bei Michael Ruetz an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig.

Berufliche Stationen führten sie von 1993 bis 1996 in die Architekturbüros von Massimiliano Fuksas in Rom und Will Alsop in London, wo sie sich mit konzeptuellen Raumstrategien jenseits klassischer Planungsansätze befasste. Von 2000 bis 2003 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Labor für integrative Architektur (LIA) der TU Berlin. Anschließend übernahm sie eine Gastprofessur am College of Art and Design der Duksung Women’s University in Seoul.

Im Jahr 2003 erhielt Woelk das Jahresstipendium der Deutschen Akademie Rom (Villa Massimo). 2010 wurde sie an der TU Berlin bei Finn Geipel und Andres Lepik promoviert. Ihre Dissertation beschäftigte sich unter dem Titel Der offene Raum mit dem Gebrauchswert der Halle der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe.

2005 gründete sie gemeinsam mit Martin Cors das Büro IMKEWOELK + Partner in Berlin. Ihre Arbeiten thematisieren kulturelle Identität (Natur/Kultur), Prozesshaftigkeit von Raum und Umweltbezug. Dabei versteht sie Architektur nicht als abgeschlossene, ausschließlich menschengemachte Form, sondern als offenes, sozial sensibles System.

Seit 2016 ist Woelk Mitglied des Beratungsausschusses Kunst im Bereich Architektur und Städtebau der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.[1] Im selben Jahr begann sie ihre Lehrtätigkeit an der Academy for Architectural Culture (aac)[2], unter der Leitung von Meinhard von Gerkan und leitete dort u. a. den Workshop From Module to Urban Quarter, der sich mit modularen Wohnbaukonzepten für urbane Nachverdichtung befasste.

In den Jahren 2017 bis 2019 konzipierte und moderierte sie gemeinsam mit Wilhelm Klauser für die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte drei Fachtagungen zur innovativen Entwicklung von Stadtquartieren und Wohnformen im Architekturforum AEDES.[3] 2019 übernahm sie den Juryvorsitz für den Tschechischen Architekturpreis.[4] 2020 wurde sie in den Deutschen Werkbund berufen.[5]

Ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgestellt, darunter 2011 in einer Einzelausstellung zur Katsura-Villa in der Galerie Dittmar in Berlin. 2022 nahm sie an der Gruppenausstellung Positionen zum Verhältnis zwischen Mensch und Natur in der Architekturgalerie Weissenhof Stuttgart teil. Im selben Jahr diskutierte sie in 3Sat-Sendung ScobelZukunft Gestalten über die Rolle der Architektur in ökologischen Transformationsprozessen.[6]

Projekte (Auswahl)

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • 2003 Museum, Nam June Paik Art Center, Entwurf eines unvollständigen Gebäudes. Yongin, Korea
  • 2006 Topographie des Terrors, Studie eines Dokumentationszentrums zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus, Berlin
  • 2009 Freiheits- und Einheitsdenkmal, Konzeption eines Erinnerungsortes für die deutsche Wiedervereinigung, Berlin
  • 2013 Gartenheim, Ertüchtigungsmodell von Gartenkolonien für dauerhafte Wohnzwecke, Berlin
  • 2015 Berlin Modern – Erweiterungsbau für die Neue Nationalgalerie Berlin (Entwurf)
  • 2016 Koexistenzbauten für eine Wohnsiedlung innerhalb landwirtschaftlich genutzter Flächen, Amposta, Spanien
  • 2017 Stadt als Naturmetropole, Entwurf einer dezentralisierten Stadt mit 50 % vergrößerten Naturraum, Berlin
  • 2018 Hypercity 2130, Urbanisierungsstudie entlang vorhandener Infrastruktur, Autobahn A24, Hamburg – Berlin
  • 2019 Naturreservat mit Randbebauung, Skizze für eine zukünftige IBA und Bundesgartenschau, Tempelhofer Feld, Berlin
  • 2022 Experimentalbau, Wohnhaus, Berlin-Frohnau
  • 2025 Langhaus für die Jugend, Priorat St. Ansgar, Kloster Nütschau

Im internationalen Architekturwettbewerb 400.000 Habitatges, der sich der Entwicklung ländlicher Regionen im Großraum Barcelona widmete, setzte sich die bis dahin unbekannte Woelk 2004 mit ihrem Entwurf durch. Die Jury, der u. a. Jacques Herzog, Ryūe Nizishawa, Alejandro Zaera-Polo angehörten, verlieh ihrem Projekt den 1. Preis.[7] Insgesamt beteiligte sie sich im Gebäude- und Stadtentwicklungssektor an mehr als 30 Wettbewerben und 40 Machbarkeitsstudien öffentlicher Institutionen.

Imke Woelk wurde 2003 mit dem Jahresstipendium der Deutschen Akademie Rom Villa Massimo in der Sparte Architektur ausgezeichnet[8]. 2015 erhielt sie die Working Residency der Danish Arts Foundation, Jørn Utzon. Ihre Videoarbeit After All. The Culture of Nature war 2019 Teil der offiziellen AFFIV-Auswahl des Art Film Festivals in Cannes.[9]

Artikel und Buchbeiträge

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • The Architectural Fragment as Space between Environment and Society, in Fragmental – On the Dissolution of Public Space, Hrsg. Heike Hanada, König Verlag, 2024
  • Dokumentationszentrum ‚Topographie des Terrors‘, in Women in Architecture. Facetten weiblicher Baukultur, Hrsg. n-ails, Jovis Verlag, Berlin, 2022, ISBN 978-3-86859-763-9.
  • Der Tiefgarten: Über die Restaurierung des Innenhofs der Neuen Nationalgalerie Berlin, in BAUWELT 09/2021, Berlin
  • Museum des 20. Jahrhunderts, Kulturforum Berlin, in Berlin Atlas – Architektur als Kritik an dem, was da ist, Hrsg. Urs Füssler & Andrew Alberts, Bund Deutscher Architekten, Berlin, 2021
  • Spezifischer Gebrauchswert eines universalen Raums. Lesarten der Neuen Nationalgalerie von Ludwig Mies van der Rohe (Feature), in ARCH+ Ausgabe 230: Projekt Bauhaus 2, Hrsg. Kuhnert/Ngo/Uhlig, Berlin 2017, ISBN 978-3-931435-45-5.
  • Berlin Common Archipelagos, in Learning from Berlin – Die Großstruktur als urbaner Generator, Hrsg. Roger Riewe, TU Graz Verlag, 2019, ISBN 978-3-85125-647-5.
  • Eine andere Natur – Über das fragwürdige Verhältnis zwischen Mensch und Tier, in Bärenzwinger Berlin – Spuren Architekturen Projektionen, Hrsg. Bezirksamt Berlin-Mitte, Kerber Verlag, 2019, ISBN 978-3-7356-0652-5.
  • Gartenheim – Potential innerstädtischer Nachverdichtung, in Rurbane Landschaften, Hrsg. Sigrun Langner, Transcript Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978‑3‑8376‑4283‑9
  • Gartenheim, Nachverdichtung von Kleingärten, in ARCH+ Ausgabe 225: Legislating Architecture, 2016, ISBN 978-3-931435-36-3.
  • Nachverdichtung in Berlin-Köpenick, in Urban Living – Strategien für das zukünftige Wohnen, Hrsg. Kristien Ring AA Projects, JOVIS Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-86859-331-0.
  • Der offene Raum: Der Gebrauchswert der Halle der Neuen Nationalgalerie in Berlin von Ludwig Mies van der Rohe, TU Berlin Univ.-Bibliothek, 2010

Monographien und Projektpublikationen

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  • Imke Woelk, Architekturprojekte 2003–2004 (Monographie), Villa Massimo Rom, Hrsg. Gli Ori, 2004
  • Programm – Dichte – Kontext – Zeit: Entwurfslehre 2000–2002, TU Berlin Verlag, 2003
  • WORK Capital of Social Space 1+2: Entwurfslehre 1998–1999, TU Berlin Verlag, 2000

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Kunst im Stadtraum und Kunst am Bau. 13. Juli 2020, abgerufen am 4. September 2020.
  2. Academy for Architectural Culture, Dozenten. Abgerufen am 15. Dezember 2022.
  3. 3. Fachtagung der WBM Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte in Zusammenarbeit mit ANCB The Aedes Metropolitan Laboratory. Konzipiert von IMKEWOELK + Partner und InitialDesign. Abgerufen am 14. November 2022.
  4. Imke Woelk v čele poroty České ceny za architekturu 2019. 18. März 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 29. September 2020; abgerufen am 4. September 2020 (tschechisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ceskacenazaarchitekturu.cz
  5. Deutscher Werkbund | Mitglieder. Abgerufen am 22. Juni 2021.
  6. scobel - Zukunft gestalten. 17. November 2022, abgerufen am 5. Juni 2023.
  7. Berlinerin gewinnt Wettbewerb in Katalonien. Abgerufen am 4. September 2020.
  8. Villa Massimo | Dipl.-Ing. Imke Woelk. Abgerufen am 29. März 2023.
  9. After All - by Imke Woelk. In: Aviff Cannes Art Film Festival. Abgerufen am 4. September 2020 (englisch).