Weidenblättriger Alant

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Inula salicina)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Weidenblättriger Alant
Weidenblättriger Alant (Pentanema salicinum)

Weidenblättriger Alant (Pentanema salicinum)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Inuleae
Gattung: Pentanema
Art: Weidenblättriger Alant
Wissenschaftlicher Name
Pentanema salicinum
(L.) D.Gut.Larr., Santos-Vicente, Anderb., E.Rico & M.M.Mart.Ort.

Der Weidenblättrige Alant[1] oder Weiden-Alant (Pentanema salicinum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Pentanema innerhalb der Familie der Korbblütengewächse (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration: 1 Unterer Teil der Pflanze. 2 Oberer Teil der Pflanze. 3 Herbstliches Blatt, Unterseite. 4 Frucht (x3). B Zum Vergleich Blatt vom Inula ensifolia mit deutlich anderer Nervatur (x1,5).
Habitus, Laubblätter und Blütenstand
Blütenkorb, geschnitten
„Blumenbesuch“ von Bombus lapidarius
Habitus im Habitat

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Weidenblättrigen Alant es handelt sich um eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 25 bis 80 Zentimetern erreicht. Sie wächst rasig. Der selbständig aufrechte Stängel verzweigt sich meist erst im oberen Bereich. Die oberirdischen Pflanzenteile sind mehr oder weniger kahl und höchstens auf der Unterseite der Nerven und im unteren Teil des Stängels ist sie kurzborstig behaart.

Die grasgrünen, mehr oder weniger rechtwinklig abstehenden Laubblätter sind ganzrandig, länglich-lanzettlich bis länglich-eiförmig und leicht bogig nach unten gekrümmt. Sie sind kahl und am Rand schwach bewimpert, unterseits haben sie keine Drüsen. Die oberen Stängelblätter haben einen herzförmigen Grund, der den Stängel zumindest zum Teil umfasst.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Juni bis Oktober. Die im Durchmesser 2,5 bis 4 Zentimetern großen Blütenkörbchen stehen meist einzeln, seltener in Gruppen von bis zu fünf an den Enden der Stängel. Die Hüllblätter der Blütenkörbchen sind kurz sowie dicht bewimpert und die äußeren Hüllblätter sind zurückgekrümmt. Die Blütenkörbe enthalten gelbe Zungen- und Röhrenblüten.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.[2]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Weidenblättrige Alant handelt es sich um einen Hemikryptophyten.[1] Der Weidenblättrige Alant ist eine rasig wachsende Halbrosettenpflanze. Auch vegetative Ausbreitung durch verholzende Ausläufer als Wurzelkriecher findet statt.

Bei den Blütenkörben handelt es sich blütenöklogisch um Blumen. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und Grabwespen.

Als Diasporen werden die Achänen mit ihrem Pappus aufgebreitet. Die Sinkgeschwindigkeit der „Schirmchen“ beträgt 0,27 m/s.

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weidenblättrige Alant ist im gemäßigt-kontinentalen Europa verbreitet und darüber hinaus punktuell in Asien und in den nordöstlichen USA anzutreffen. Im nordwestlichen deutschen Tiefland ist er selten. In den Allgäuer Alpen steigt er am Rindberg bei Sibratsgfäll in Vorarlberg bis in eine Höhenlage von 1000 Meter auf.[3]

In Mitteleuropa ist der Weidenblättrigen Alant zerstreut in Moorwiesen oder in Halbtrockenrasen, im Saum sonniger Gebüsche und Wälder und an Wegrainen zu findet. Diese kalkholde PFanzenart gedeiht am besten auf trockenen bis feuchten, basen- und humusreichen Böden an hellen Standorten. Nach Ellenberg ist es eine Lichtpflanze, ein Basen- und Kalkzeiger. Sie ist eine Charakterart des Verbands der Pfeifengras-Streuwiesen (Molinion).[2]

Taxonomie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Inula salicina L. durch Carl von Linné. Nach Gutiérrez-Larruscain et al. 2018 sind einige Arten aus der Gattung Inula in die Gattung Pentanema zu stellen. Es erfolgte eine Neukombination zu Pentanema salicinum (L.) D.Gut.Larr., Santos-Vicente, Anderb., E.Rico & M.M.Mart.Ort. in David Gutiérrez-Larruscain, Maria Santos-Vicente, Arne A. Anderberg Enrique Rico, M. Martínez-Ortega: Phylogeny of the Inula group (Asteraceae: Inuleae): evidence from nuclear and plastid genomes and a recircumscription of Pentanema. In: Taxon, Volume 67, Issue 1, März 2018 auf Seite 159.[4]

Ähnliche Arten und Hybriden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Recht ähnlich ist das Weidenblättrige Ochsenauge (Buphthalmum salicifolium), das etwas breitere Zungenblüten und linealische Spreublätter in den Blütenkörbchen hat. Es hat außerdem Laubblätter, die zum Grund hin verschmälert und nicht halbstängelumfassend sind.[5]

Inula salicina bildet gelegentlich Hybriden, beispielsweise:

  • Inula ×rigida Döll = Rauer Alant (Inula hirta) × Inula salicina[5]
  • Inula ×vrabelyiana Kern. = Schwert-Alant (Inula ensifolia) × Inula salicina[5]

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen. 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-06-012539-2.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1994, ISBN 3-8252-1828-7.
  • Heinz Ellenberg: Vegetation Mitteleuropas mit den Alpen in ökologischer, dynamischer und historischer Sicht. 5., stark veränderte und verbesserte Auflage. Ulmer, Stuttgart 1996, ISBN 3-8001-2696-6.
  • Otto Schmeil, Jost Fitschen: Die Flora von Deutschland interaktiv. Quelle & Meyer-Verlag, 2004, ISBN 3-494-01368-3.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands. Ein botanisch-ökologischer Exkursionsbegleiter zu den wichtigsten Arten. 6., völlig neu bearbeitete Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2005, ISBN 3-494-01397-7.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Inula salicina L., Weidenblättriger Alant. In: FloraWeb.de.
  2. a b Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 921.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 585.
  4. David Gutiérrez-Larruscain, Maria Santos-Vicente, Arne A. Anderberg Enrique Rico, M. Martínez-Ortega: Phylogeny of the Inula group (Asteraceae: Inuleae): evidence from nuclear and plastid genomes and a recircumscription of Pentanema. In: Taxon, Volume 67, Issue 1, März 2018, S. 149–164. doi:10.12705/671.10
  5. a b c Gerhard Wagenitz: Familie Compositae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage. Band VI, Teil 3, Verlag Paul Parey, Berlin/ Hamburg 1979, ISBN 3-489-84020-8, S. 172–187.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weidenblättriger Alant (Pentanema salicinum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien