Alante

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Alante
Echter Alant (Inula helenium)

Echter Alant (Inula helenium)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Inuleae
Gattung: Alante
Wissenschaftlicher Name
Inula
L.

Alant (Inula) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 100 Arten überwiegend sommergrüner und mehrjähriger Pflanzen sind in der Alten Welt weitverbreitet, ihre Ursprungsländer sind aber Asien, Afrika und Teile Europas.[1]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aussehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Aussehen her lassen sich Alante grob in höhere und niedrigere Arten unterteilen. Zu den höheren Arten zählen unter anderem der Echte Alant (Inula helenium), der Riesen-Alant (Inula magnificum) und der Traubige Alant (Inula racemosa). Sie zeichnen sich durch eher derbe und breite, wechselständige Blätter aus und entwickeln verhältnismäßig große Blüten, die allein oder zu mehreren an den langen, kräftigen Stängeln stehen. Niedrigere Arten wie der Zwerg-Alant (Inula ensifolia) haben schmale Blätter und einzelnstehende Blütenkörbchen am Ende jedes Stängels. Inula rhizocephala bleibt mit zehn Zentimetern am kleinsten und bildet niedrige Blattrosetten aus.[1]

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Alant-Arten handelt es sich größtenteils um ausdauernde, selten einjährige, krautige Pflanzen, selten um Sträucher. Das Aussehen der einzelnen Alant-Arten variiert sehr stark, allein die Wuchshöhe reicht von zehn Zentimetern, für Steingärten geeigneten Pflanzen bis hin zu Hochstauden, die über 2 Meter Wuchshöhe erreichen. Bei diesen großen Arten können auch die Laubblätter eine beachtliche Größe erreichen. Die meisten Arten wachsen als Horste, einige breiten sich durch Rhizome aus. Die einfachen Laubblätter sind mal schmal-lanzettlich, mal breit elliptisch, können unbehaart oder behaart sein, und sind grundständig oder wechselständig an den Stängeln verteilt. Die Blattränder können glatt, gezähnt oder gesägt sein.

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blütenkörbchen stehen endständig einzeln oder häufig in unterschiedlich aufgebauten Blütenständen zusammengefasst. Die Blütenkörbchen weisen Durchmesser von meistens 10 bis 40 Millimetern auf. Die Hüllblätter stehen in vier bis sieben Reihen. Spreublätter sind vorhanden.

Die Blütenkörbchen enthalten Zungen- und Röhrenblüten. Außen gibt es einen Kranz mit (selten 15 bis) meist 50 bis 150 zygomorphen Zungenblüten (= Strahlenblüten). Innen befindet sich eine Scheibe mit (selten 50 bis) meist 100 bis über 250 radiärsymmetrischen Röhrenblüten (= Scheibenblüten). Die verwachsenen Kronblätter beider Blütentypen sind gelb bis orange. Die Blütezeit fällt stets in den Sommer.

Die oft vier- bis fünfrippigen Achänen haben einen einreihigen Pappus.[2]

Standort und Boden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Alant wächst je nach Art ebenso auf trockenen Berghängen wie in feuchten Niederungen oder in der Nähe von Wasser. Alle Arten bevorzugen durchlässige und lockere Erde ohne größere Verdichtungen. Was die Lichtverhältnisse betrifft, fühlen sich die meisten Alant-Arten an absonnigen bis maximal halbschattigen Standorten wohl.[1]

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blütenknospe (Inula hookeri)
Blüte (Inula hookeri)
Großer Alant (Inula magnifica)
Kopfiger Alant (Inula rhizocephala)
Wiesen-Alant (Inula britannica)
Weiden-Alant (Inula salicina)

Die Gattung Inula wurde durch Carl von Linné aufgestellt. Der botanische Gattungsname Inula leitet sich aus dem griechischen Wort hinaein für ausleeren, reinigen her, dies bezieht sich auf die abführende Wirkung der Droge aus dem „Wurzelstock“. Typusart der Gattung ist Inula helenium L.

Wichtige Arten und Sorten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bereits erwähnte Echte Alant, den man wegen seiner Heilwirkung auch unter den Bezeichnungen "Helenenkraut", "Brustalant" oder "Darmkraut" kennt, ist ursprünglich in West- und Zentralasien beheimatet, mittlerweile aber in ganz Europa und im westlichen und östlichen Nordamerika verwildert. Echter Alant erreicht stattliche Höhen zwischen ein und zwei Metern und hat in Deutschland eine lange Tradition in den Bauerngärten. Er ähnelt dem Riesen-Alant, hat aber kleinere Blütenkörbchen. Die robuste und sommergrüne Staude verfügt über große, breit elliptische, runzlige Blätter, die auf der Oberseite glatt, auf der Unterseite jedoch stark weißwollig behaart sind. Er gedeiht im Halbschatten und in frischen bis feuchten Böden.[1]

Der Riesen-Alant, auch Großer oder Hoher Alant genannt, ist die größte Art innerhalb der Gattung. Beheimatet ist er im östlichen Kaukasus, wo er auf feuchten Bergwiesen wächst. Die imposante, horstbildende Staude hat einen buschigen Wuchs mit zahlreichen aufrechten Blütenständen. Der Riesen-Alant wird blühend bis zu 200 Zentimeter hoch und etwa 100 Zentimeter breit. Nicht nur an Wuchshöhe übertrifft er alle anderen Alant-Arten, auch bei der Größe seiner Blüten liegt er ganz vorne. Die gelben Blütenkörbchen werden bis zu 15 Zentimeter breit. Die ebenfalls großen, gezähnten Blätter können bis zu 50 Zentimeter lang werden und sind unterseits filzig behaart. Die Stängel sind violett überhaucht und verzweigen sich nach oben hin immer stärker.[1]

Es gibt etwa 100 Inula-Arten (Auswahl):

Nicht mehr zur Gattung Inula gehören beispielsweise:

Die beiden Arten der Gattung Klebalant (Dittrichia):
Die Arten, die in die Gattung Pentanema gestellt wurden:[5]
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Weitere Arten:

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alant-Arten werden vor allem wegen ihrer hübschen, meist gelben Blütenkörbe kultiviert, einige bereits seit der Antike. Der Name Inula ist ebenfalls bereits seit der Römerzeit in Gebrauch.[6]

Die unterirdischen Pflanzenteile enthalten sogenanntes Inulin (auch: Alantstärke), ein der Pflanze als Reservekohlenhydrat dienendes Polysaccharid, das nach Extraktion als Diätzucker verwendet wird.

Alant als Heilpflanze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Heilpflanze ist der Echte Alant bereits seit der Antike bekannt. Schon die Römer und Griechen nutzten seine Wurzel, um einerseits Magen-Darm-Beschwerden und andererseits Erkältungskrankheiten zu lindern. In der Naturheilkunde findet man ihn noch heute als Bestandteil einiger Hustensäfte. Auch eine positive Wirkung bei Gallen- und Nierenproblemen wird ihm nachgesagt. Verarbeitet werden die Wurzeln meist zu Tee oder Saft, man kann aber auch Salbe daraus herstellen. Die Bedeutung des Alants als Heilpflanze hat heute aber dennoch nachgelassen. Das liegt vor allem daran, dass viele Menschen allergisch auf seine Inhaltsstoffe reagieren. In der Wurzel sind unter anderem zahlreiche ätherische Öle und Bitterstoffe enthalten. Auch in der Küche verwendet man Alant kaum mehr. Früher war es gang und gäbe, kandierte Wurzelstückchen zu reichen oder Speisen mit dem aromatischen Gewächs zu würzen.[1]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter William Ball, Thomas Gaskell Tutin: Inula L. In: T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 4: Plantaginaceae to Compositae (and Rubiaceae). Cambridge University Press, Cambridge 1976, ISBN 0-521-08717-1, S. 133–136 (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Med-Checklist. A critical inventory of vascular plants of the circum-mediterranean countries. Vol. 2: Dicotyledones (Compositae). Organization for the Phyto-Taxonomic Investigation of the Mediterranean Area (OPTIMA), Genève 2008, ISBN 978-2-8279-0011-4, S. 491–495.
  • Werner Greuter: Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Inula - Datenblatt In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2006–2009.
  • David Gutiérrez-Larruscain, Maria Santos-Vicente, Arne A. Anderberg, Enrique Rico, M. Martínez-Ortega: Phylogeny of the Inula group (Asteraceae: Inuleae): evidence from nuclear and plastid genomes and a recircumscription of Pentanema. In: Taxon, Volume 67, 2018, S. 149–164.
  • Maria Santos-Vicente et al.: Proposal to conserve the name Inula (Asteraceae) with a conserved type. In: Taxon, Volume 61, 2012, S. 1330–1331.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Alant. In: Ulrike Hanninger, Mein Schöner Garten. Burda Senator Verlag GmbH, abgerufen am 28. Juni 2019.
  2. Neil A. Harriman: Inula. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 19: Magnoliophyta: Asteridae, part 6: Asteraceae, part 1 (Mutisieae–Anthemideae). Oxford University Press, New York / Oxford u. a. 2006, ISBN 0-19-530563-9, S. 473 (englisch)., textgleich online wie gedrucktes Werk.
  3. a b c d e f g h i j Inula im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 5. März 2018.
  4. a b c d e f g h i j k l m n o Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). In: Werner Greuter, Eckhard von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae.: Datenblatt Inula In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
  5. David Gutiérrez-Larruscain, Maria Santos-Vicente, Arne A. Anderberg Enrique Rico, M. Martínez-Ortega: Phylogeny of the Inula group (Asteraceae: Inuleae): evidence from nuclear and plastid genomes and a recircumscription of Pentanema. In: Taxon, Volume 67, Issue 1, März 2018, S. 149–164. doi:10.12705/671.10
  6. Meyers Konversationslexikon. Vierte Auflage. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

WiktionaryWiktionary: Alant – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Alante (Inula) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien