Irene Papas

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Irene Papas und Aimilios Metaxopoulos

Irene Papas gebürtig Iríni Lelékou (griechisch Ειρήνη Παππά Iríni Pappá, * 3. September 1926 in Chiliomodi bei Korinth als Ειρήνη Λελέκου Iríni Lelékou; † 14. September 2022 ebenda[1]) war eine griechische Film- und Theaterschauspielerin und Sängerin. Sie gehörte zu den führenden Tragödiendarstellerinnen ihres Landes und wirkte auch an internationalen Filmproduktionen mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrer über fünfzigjährigen Karriere hat Irene Papas in über 80 Filmen gespielt. Sie wuchs in einer unter anderem auch arvanitisch-sprachigen Familie auf. Durch ihre frühe Karriere in Griechenland war sie dort bereits berühmt, als sie – für Hollywood entdeckt vom Regisseur Elia Kazan – ab Mitte der 1950er-Jahre auch in internationalen Filmproduktionen Fuß fassen konnte. Eine ihrer ersten internationalen Rollen hatte sie in dem Abenteuerfilm Attila, die Geißel Gottes neben Anthony Quinn und Sophia Loren, zwei Jahre später machte sie einen Ausflug zum Hollywood-Western als Filmpartnerin von James Cagney in Mein Wille ist Gesetz. Im Laufe der Jahre spielte sie in einigen bei Kritikern gefeierten Filmproduktionen mit, unter anderem in Die Kanonen von Navarone (1961) als Widerstandskämpferin Maria, in Alexis Sorbas (1964) als Witwe Surmelina und 1969 in den zwei für den Oscar nominierten Filmen Königin für tausend Tage und Z – Anatomie eines politischen Mordes. Unter Regie von Francesco Rosi war Papas in Charakterrollen in dessen Filmen Christus kam nur bis Eboli (1978) und Chronik eines angekündigten Todes (1986) zu sehen.

Auf der Bühne wie im Film war Papas als Darstellerin in den antiken Tragödien renommiert. 1961 spielte sie die Titelrolle in dem Film Antigone unter Regie von Giorgos Tzavellas nach der gleichnamigen Tragödie von Sophokles. Weiterhin spielte sie die Titelrollen in den Filmdramen Elektra (1962) und Iphigenie (1977), beide nach den Werken von Euripides und unter Regie von Michael Cacoyannis. In der italienisch-deutschen Fernsehverfilmung Die Odyssee war sie 1968 als Penelope zu sehen, knapp dreißig Jahre später trat sie in einer erneuten Verfilmung des Stoffes, Die Abenteuer des Odysseus, als Odysseus’ Mutter Antikleia in Erscheinung.

In Griechenland ist sie auch als Sängerin bekannt, ihre bekanntesten Alben sind Odes und Rapsodies, die sie zusammen mit dem Musiker Vangelis 1979 und 1986 aufnahm. Die Zusammenarbeit mit Vangelis begann bereits Anfang der 1970er Jahre mit dem Konzeptalbum 666.

Irene Papas trat bis ins neue Jahrtausend in Filmen auf, ihr letzter Film war 2003 Manoel de Oliveiras Um Filme Falado – Reise nach Bombay, dennoch lag in den späteren Jahren ihrer Karriere ihre Hauptbeschäftigung auf Theaterbühnen. In Griechenland begründete sie eine Art Kulturzentrum der klassischen Theaterschule, den „Scholion“ (Σχολείον). Daneben lebte sie auch in Italien und beruflich hin und wieder in Spanien, wo sie an den Universitäten von Tor Vergata (Rom) und von Sagunt (Spanien) mit Studenten und jungen Schauspielschülern griechische Tragödien in der Original- und Landessprache aufführte und somit die Jugend klassische Schauspielkunst lehrte.

Von 1947 bis 1951 war Papas mit dem Regisseur Alkis Papas verheiratet.[2] Sie heiratete 1957 noch einmal, diese Ehe wurde aber später annulliert. In den 1950er-Jahren hatte sie eine längere Affäre mit Marlon Brando.[3] 2013 wurde bei ihr eine Alzheimer-Demenz diagnostiziert, woraufhin sie sich aus der Öffentlichkeit zurückzog.[4] Sie starb im September 2022 im Alter von 96 Jahren.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Irene Papas – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Newsroom: Πέθανε η σπουδαία ηθοποιός Ειρήνη Παπά. Abgerufen am 14. September 2022 (el-gr).
  2. Eintrag bei filmreference.com
  3. Irene Papas Comes Forward About A Love Affair With The Late Marlon Brando. 7. Juli 2004, abgerufen am 14. September 2022.
  4. This Week in History: August 30th to September 5th. In: The National Herald. 30. August 2019; (englisch).