Sagunt

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Gemeinde Sagunt
Vista de Sagunto, España, 2015-01-03, DD 23-31 HDR PAN.JPG
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Sagunt
Sagunt (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Valencia
Provinz: Valencia
Koordinaten 39° 41′ N, 0° 17′ WKoordinaten: 39° 41′ N, 0° 17′ W
Höhe: 49 msnm
Fläche: 132 km²
Einwohner: 64.439 (1. Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 488,17 Einw./km²
Postleitzahl: 46500, 46520, 46529
Gemeindenummer (INE): 46220 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Website: www.sagunto.es
Lage der Gemeinde
Sagunto-Mapa del Campo de Murviedro.svg

Sagunt (amtlicher Name auf Katalanisch, bis 1877 Morvedre; Spanisch Sagunto, bis 1877 Murviedro; lateinisch Saguntum, phönizisch Zakantha) ist eine alte Stadt im fruchtbaren Distrikt Camp de Morvedre in der Provinz Valencia im östlichen Spanien, ein hügeliger Ort, 35 Kilometer nördlich von Valencia, nahe an der Küste des Mittelmeers. Die Gemeinde Sagunt hatte am 1. Januar 2016 64.439 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine keltiberischen Siedler, die als Edetani überliefert sind, ummauerten ihren Ort im 5. Jahrhundert v. Chr.; eine Anzahl von zyklopischen Kalksteinscheiben vom früheren Tempel der Diana hat an der Kirche Santa Maria überdauert, die Siedlung ist jedoch viel älter. Der Ort trieb Handel mit griechischen und phönizischen Küstenkolonien und prägte unter deren Einfluss auch eigene Münzen. Wegen der Namensähnlichkeit wurde bereits in der Antike eine nicht zu haltende Gründung durch Griechen, speziell von Zakynthos aus, erfunden.[2] Plinius ging so weit, die Gründung zweihundert Jahre vor den Fall Trojas zu datieren.[3] Um 219 v. Chr. war Sagunt eine große und prosperierende Stadt, die sich mit den griechischen Kolonisten und Rom gegen Karthago verbündete und Hannibals ersten Angriff, den Beginn des Zweiten Punischen Kriegs, auf sich zog. Nach dem im Vorfeld des Krieges zwischen Rom und Karthago geschlossenen Vertrag zur Aufteilung der Interessensphären (Ebro-Vertrag) fiel Sagunt in die karthagische Interessensphäre und die Karthager glaubten somit, das Recht zu haben, Sagunt zu erobern. Ihr monatelanger Widerstand, über den Livius berichtet, ist der eine kurze Strahl historischen Ruhms der Stadt. 218 v. Chr. eroberte Hannibal die Stadt und zog nach Italien weiter. Über den Fall von Sagunt handelnde lateinische Texte sind sehr häufig.

Burg von Sagunt

Hispanien wurde nicht sanft befriedet und romanisiert, wie die iberische Karriere des Sertorius zeigt. Sagunt prägte Münzen unter seiner Herrschaft und fuhr damit fort, als es im Rang eines municipium von den Römern wiederaufgebaut war und einer neuen Blüte entgegenging. Dieser Reichtum hielt die meiste Zeit des Römischen Reichs über und ist durch Inschriften und Ruinen (zum Beispiel ein Theater, das von Napoleons I. Marschall Suchet zerstört wurde, der gleiches auch beim römischen Herkulesturm machte). Mit den arianischen Westgotenkönigen erhielt Sagunt seinen Stadtheiligen, einen Bischof namens Sacerdos („Priester“), der friedlich und aus natürlichen Gründen um 560 starb. Im frühen 8. Jahrhundert entfaltete die Stadt als Teil des Kalifats von Córdoba eine neue Pracht mit Bädern, Palästen, Moscheen und Schulen für ihre kosmopolitische Bevölkerung. Die Stadt wurde auf Katalanisch Molvedre, auf Spanisch Morviedro genannt, beides nach dem Lateinischen muri veteres, alte Mauern. Sagunts Abstieg begann mit dem Aufstieg von Valencia. 1098 wurde sie kurz von El Cid besetzt, die endgültige Rückeroberung musste aber bis 1238 warten, bis zu König Jakob I. von Aragón.

Sonnenaufgang in Grau Vell, Sagunt.

Während der Napoleonischen Kriege auf der Iberischen Halbinsel besiegten am 25. Oktober 1811 in der Schlacht von Murviedro (Sagunto) die Franzosen unter Louis-Gabriel Suchet eine spanische Armee unter General Joaquín Blake y Joyes. Sie sollte die seit Monaten belagerte Festung entsetzen. Am Tag darauf kapitulierte Murviedro vor Suchet.

Sagunt wurde in Kriegen stark beschädigt, hat aber dennoch viel aus der Gotik Valencias bewahrt. Im späten 19. Jahrhundert wuchs hier die Stahlindustrie in der modernen Stadt, die sich nun über die Küstenebene unterhalb der malerischen Wälle ihrer Zitadelle erstreckt, den muri veteres, die ein römisches Forum und das wiederaufgebaute Theater, maurische und mittelalterliche Überreste umfassen und ein nationales Monument darstellen. Das Theater von Sagunt wurde 1896 das erste offizielle Nationaldenkmal Spaniens.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sagunt – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Vergleiche etwa Livius, Ab urbe condita 21,7,2; Strabon 3,4,6; Appian, Iberica 2,7 und andere.
  3. Plinius, Naturalis historia 16,216; allgemein zum Märchencharakter der griechischen Gründung siehe Adolf Schulten: Saguntum. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band I A,2, Stuttgart 1920, Sp. 1755 f. (Digitalisat).; José F. Rafols - Giuseppe Caraci - Pietro Bosch Gimpera: Sagunto. In: Enciclopedia Italiana di scienze, lettere ed arti. Band 30. Istituto dell’Enciclopedia Italiana, Rom 1936; D. Fletcher: Saguntum. In: Richard Stillwell u. a. (Hrsg.): The Princeton Encyclopedia of Classical Sites. Princeton University Press, Princeton NJ 1976, ISBN 0-691-03542-3.; Karlhans Abel: Saguntum. In: Der Kleine Pauly (KlP). Band 4, Stuttgart 1972, Sp. 1500 f.