Iuventa (Schiff)

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Iuventa p1
Schiffsdaten
Flagge NiederlandeNiederlande Niederlande
andere Schiffsnamen
  • Alk Explorer (2001–2016)
  • Telco Suez (1990–2001)
  • Jonas (1971–1990)
  • Waterman II (1969–1971)
  • Maria (1962–1969)
Rufzeichen PC2609
Eigner Stichting Jugend Rettet
Bauwerft Scheepswerf Vooruit, Zaandam
Baunummer 279
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
32,92 m (Lüa)
Breite 6,75 m
Tiefgang max. 3,15 m
Vermessung 184 BRZ
 
Besatzung 13[1]
Maschinenanlage
Maschine 1 × Stork-Werkspoor-Dieselmotor
Propeller 1
Sonstiges
Registrier-
nummern

IMO-Nr. 5222354

Die Iuventa ist ein 1962 gebautes, ehemaliges Fischereifahrzeug.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schiff wurde unter der Baunummer 279 auf der Werft Scheepswerf Vooruit in Zaandam gebaut. Es kam als Maria in Fahrt (Fischereikennzeichen: KW 202). Spätere Namen waren ab 1971 Waterman II und ab 1990 Jonas (Fischereikennzeichen: HD 202).[2]

1990 wurde das bis dahin für die Fischerei genutzte Schiff verkauft und zu einem Offshore-Sicherungs- und Unterstützungsschiff umgebaut.[3] Das in Telco Suez umbenannte Schiff wurde beim Bau von Offshore-Windparks genutzt. Ende 2001 wurde es weiterverkauft und in Alk Explorer umbenannt.

2016 kam das Schiff zur Organisation Jugend Rettet, die es im Juni des Jahres[4] von den Emder Werft- und Dockbetrieben für die Zwecke der Seenotrettung umbauen ließ. Danach operierte es im Mittelmeer für die Aufnahme schiffbrüchiger Flüchtlinge.[5] Im April 2017 geriet das Schiff während eines Rettungseinsatzes durch schlechtes Wetter selber in Not. An Bord befanden sich rund 400 zuvor aus Seenot gerettete Flüchtlinge, die an die VOS Hestia übergeben wurden.[6][7]

Das Schiff wurde Anfang August 2017 in Italien beschlagnahmt. Der Organisation Jugend Rettet wurde vorgeworfen, mit Schleppern zusammengearbeitet zu haben.[8] Bislang gibt es keinen Prozess und kein Verfahren gegen Jugend rettet. Um das Schiff Iuventa zu beschlagnahmen, wurden andere Paragrafen bemüht. Forensic Architecture hat eine dreidimensionale Simulation auf der Basis veröffentlichter staatsanwaltschaftlicher Dokumente und allgemein zugänglicher Informationen geschaffen, die die Vorwürfe entkräften soll. Diese wurde 2018 auf der Manifesta 12 in Palermo als Juventa Case gezeigt, um jenseits der Fernsehbilder und Gerichtssäle eine Gegenöffentlichkeit herzustellen.[9]

Im Juni 2018 gab die italienische Staatsanwaltschaft bekannt, dass sie ihre Ermittlungen auf 24 Personen ausweitet, unter ihnen zehn ehemalige Besatzungsmitglieder der Iuventa.[10] Es drohen bis zu 20 Jahre Haft.

Im Juli 2018 wurde mit Iuventa ein Kino-Dokumentarfilm über das Schiff und seine Missionen veröffentlicht.[11]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. The Iuventa. Jugend Rettet, abgerufen am 9. Juli 2018.
  2. Iuventa. Johns Scheepvaart Fotos, abgerufen am 9. Juli 2018.
  3. Telco Suez. Clyde Maritime Forums, 13. September 2010, abgerufen am 9. Juli 2018.
  4. Our Story. Jugend Rettet, abgerufen am 9. Juli 2018.
  5. Jens Voitel: „Iuventa“ im Einsatz. Emder Zeitung, 13. März 2017, abgerufen am 9. Juli 2018.
  6. Schiff „Iuventa“ in Seenot geraten. Ostfriesen-Zeitung, 17. April 2014, abgerufen am 9. Juli 2018.
  7. Beispiellose Rettungsaktion im Mittelmeer – Retter mussten selbst Mayday funken. Seenotfälle April 2017. Europäisches Segel-Informationssystem, 17. April 2017, abgerufen am 9. Juli 2018.
  8. Silvia Perdoni: Iuventa: Berliner Seenot-Retter bestreiten Kontakt zu Schleppern. Berliner Zeitung, 7. August 2017, abgerufen am 9. Juli 2018.
  9. Catrin Lorch: In Seenot. Süddeutsche Zeitung, 12. Juni 2018, abgerufen 10. Januar 2019.
  10. IUVENTA - Solidarity at Sea. Abgerufen am 9. Januar 2019.
  11. Iuventa bei farbfilm-verleih.de