Jüdischer Friedhof (Bad Salzuflen)

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Mahnmal auf dem jüdischen Friedhof

Der Jüdische Friedhof liegt in der Stadt Bad Salzuflen im Kreis Lippe in Nordrhein-Westfalen. Der jüdische Friedhof ist mit der Nummer 148 als Baudenkmal in die Denkmalliste der Stadt Bad Salzuflen eingetragen.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der jüdische Friedhof befindet sich zwischen der Werler Straße und der Schießhofstraße (früher "Auf der Clues" und "Vor dem Herforder Thore"). Als „Judenkirchhof“ wird er 1607 erstmals urkundlich erwähnt und gilt damit als einer der ältesten jüdischen Friedhöfe in Lippe.[1] Vermutlich wurde er schon Mitte des 16. Jahrhunderts angelegt. 1855 wurde er vergrößert. Bis 1877 diente der Friedhof auch den Juden aus Schötmar als Begräbnisstätte. Der am 31. März 1939 verstorbene Salomon Silberbach ist der letzte Jude, der auf dem Friedhof beigesetzt wurde.

Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Friedhofsgelände 1941 von einem Bad Salzufler Kaufmann erworben und es folgte bis 1945 die kontinuierliche Zerstörung der Friedhofsanlage. Ein Großteil der Grabsteine (Mazewot) wurde abgeräumt und in einer nahe gelegenen Sandgrube entsorgt. Nach 1945 wurde das Gelände von seinem neuen Besitzer teilweise mit einer gewerblich genutzten Halle überbaut, die letzten noch verbliebenen 24 Grabsteine wurden am Rande des Areals aufgestellt.

1987 wurde das Friedhofsgelände von der Stadt Bad Salzuflen erworben. Diese ließ die darauf errichtete Halle abreißen, das Gelände 1988 neu gestalten und ein Mahnmal errichten.

Mahnmal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1988 erinnert auf dem Friedhof ein vom Steinmetz Klaus Görder geschaffener Gedenkstein aus rotem Wesersandstein an die 63 Holocaust-Opfer der einstigen jüdischen Gemeinden von Bad Salzuflen und Schötmar.[2]

Auf dem Stein in Form eines siebenarmigen Leuchters (Menora) befindet sich die Inschrift:

„Zur Erinnerung an die jüdischen Bürger aus Bad Salzuflen und Schötmar, die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur in den Jahren 1933 bis 1945 wurden.
Das ihnen zugefügte Leid und Unrecht darf nicht vergessen werden.
(x).ת. נ. צ. ב. ה.“

(Es folgen die Namen der 63 Opfer).

(x) „Te’hi Nischmató zrurá Bi’zrór Ha’Chajim“ (Hebräisch), d.h.: „Mögen ihre Seelen eingebunden sein in den Bund des Lebens“.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elfi Pracht-Jörns: Jüdisches Kulturerbe in Nordrhein-Westfalen. Teil III: Regierungsbezirk Detmold. (= Beiträge zu den Bau- und Kunstdenkmälern von Westfalen, Band 1.1), Köln 1998, ISBN 3-7616-1397-0, S. 282–283, 342.
  • Hartmut Stratmann, Günter Birkmann: Jüdische Friedhöfe in Westfalen und Lippe. dkv, der kleine Verlag, Düsseldorf 1987, ISBN 3-924166-15-3, S. 89.
  • Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen - Epochen der Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89534-606-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jüdischer Friedhof (Bad Salzuflen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Salzuflen In: Jüdische Friedhöfe in Westfalen. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl.
  • Bad Salzuflen In: Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum, (www.jüdische-gemeinden.de).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Meyer (Hrsg.): Bad Salzuflen-Epochen der Stadtgeschichte. Verlag für Regionalgeschichte, Bielefeld 2006, S. 97
  2. Bad Salzuflen, Werler Strasse In: Mahnmale und Gedenkstätten in Lippe

Koordinaten: 52° 5′ 5″ N, 8° 44′ 28″ O