Jacobus de Kerle

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Jacobus de Kerle (* 1531 oder 1532 in Ypern; † 7. Januar 1591 in Prag) war ein franko-flämischer Komponist.

Er lebte ab 1555 in Italien und wirkte an einer Kirche in Orvieto. Ab 1562 diente er während des Konzils von Trient dem Erzbischof von Augsburg in Rom, von 1565 bis 1567 in Ypern, und dann als Chorleiter am Augsburger Dom. 1575 übersiedelte er in eine Benediktiner-Abtei in Kempten. Als Kantor von Cambrai kehrte Jacobus de Kerle 1579 noch einmal nach Flandern zurück. 1579, wechselte aber bereits 1582 als Chorleiter nach Köln. Im gleichen Jahr übernahm er in Prag seinen letzten Posten. Seine veröffentlichten Werke umfassen acht Ausgaben von Motetten und Vespermusik sowie einen Band Messen. Seine Stücke im unkomplizierten, lyrischen Palestrina-Stil haben möglicherweise die Väter des Konzils von Trient davon überzeugt, polyphone Musik nicht aus der Kirche zu verbannen. Diese vermeintliche Rettung der mehrstimmigen katholischen Kirchenmusik wurde bisher meist Palestrinas Missa Papae Marcelli zugeschrieben, geschah jedoch wohl eher durch die Preces speciales von Jacobus de Kerle.

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Literatur[Bearbeiten]