Jacques-Émile Blanche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jacques-Émile Blanche porträtiert Marie de Heredia, 1893

Jacques-Émile Blanche (* 1. Februar 1861 in Paris; † 30. September 1942 in Offranville, Haute-Normandie) war ein französischer Maler.

Leben[Bearbeiten]

Marcel Proust im Jahr 1892

Jacques-Émile Blanche war der Sohn eines bedeutenden Pariser Nervenarztes und wuchs in der Villa de Lamballe, benannt nach Marie-Louise von Savoyen-Carignan, in Passy auf. Blanche erhielt Unterricht durch Privatlehrer und Tutoren und war Schüler im Pariser Lycée Condorcet, mit Stéphane Mallarmé als Englischlehrer und Henri Bergson als Klassenkamerad. Nebenbei bekam er Mal- und Zeichenunterricht von dem Maler Henri Gervex, gilt aber eher als Autodidakt auf dem Gebiet der Malerei. Édouard Manet, Henri Fantin-Latour und Edgar Degas waren Freunde des Elternhauses.

In den 1880er Jahren fuhr er regelmäßig nach London, wo er innerhalb kürzester Zeit Bekanntschaft mit Künstlern der Stadt, unter anderem Aubrey Beardsley, James McNeill Whistler, Walter Sickert und Oscar Wilde, machte, und gehörte dem New English Art Club an.

Jacques-Emile Blanche: Charles Conder, 1904

Blache war regelmäßiger Besucher des Salons von Geneviève Strauss, wo auch Edgar Degas, Marcel Proust, den er dort kennenlernte und später porträtierte, Georges de Porto-Riche oder Paul Bourget verkehrten. Ab den 1890er Jahren hatte Blanch einen hervorragenden Ruf als Porträtmaler des europäischen Hoch- und Geldadels erworben. Ab 1903 lehrte er an der Académie Vitti. Viele Künstler wie André Gide (1912), René Crevel, Mary Cassatt, Jean Cocteau (1912), Igor Fjodorowitsch Strawinski und Paul Morand wurden im Laufe der Zeit von Blanche porträtiert.

Blache pflegte einen ausgedehnten Briefwechsel mit Literaten und Künstlern seiner Zeit. Nach dem Ersten Weltkrieg tat er sich als Autor von Kunstliteratur hervor.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Briefwechsel[Bearbeiten]

  • Correspondance 1916-1942. Avec François Mauriac. Etablie, présentée, annotée par Georges-Paul Collet. Paris, Grasset, 1976
  • Correspondance 1892-1939 avec André Gide. Etablie, présentée et annotée par Georges-Paul Collet. Gallimard, coll. (Cahiers André Gide. 8.) Paris, 1979
  • Nouvelles lettres à André Gide (1891-1925). Textes recueillis, établis et présentés par Georges-Paul Collet, Genève, Droz, 1982
  • Correspondance 1901-1939 avec Maurice Denis. Établie, présentée, annotée par Georges-Paul Collet. Genève, Droz, 1989
  • Correspondance 1912-1939 avec Jean Cocteau. Établie et présentée par Maryse Renault-Garneau. Paris, La Table ronde, 1993

Literatur[Bearbeiten]

  • Georges-Paul Collet: Jacques-Emile Blanche : le peintre-écrivain, Bartillat (2006) ISBN 2-84100-385-X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacques-Émile Blanche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien