Jacques Forestier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jacques Forestier (* 27. Juli 1890 in Aix-les-Bains; † 15. März 1978 in Paris) war ein französischer Internist und Rheumatologe, sowie Olympia-Silbermedaillist im Rugby-Union.

Leben[Bearbeiten]

Forestier war ein Kriegsheld des Ersten Weltkrieges, er wurde im Rang eines Commandeur in die Ehrenlegion aufgenommen, sowie mit den Orden Croix de Guerre mit mehreren Bandauflagen und dem Order of Merit ausgezeichnet.[1] Er war ein erfolgreicher Sportler, der Frankreich bei internationalen Wettbewerben im Rugby, Schwimmen und Skifahren vertrat. Mit der französischen Rugby-Auswahl gewann er bei den Olympischen Spielen 1920 die Silbermedaille; neben dem Spiel gegen die USA beim olympischen Turnier absolvierte er noch ein weiteres Länderspiel gegen Wales beim Five-Nations-Turnier Five Nations 1920.[2]

Forestier studierte Medizin in Paris, wo er Schüler von Jean-Athanase Siccard war.

1928 wurde er als Nachfolger seines Vaters Direktor des Therapiezentrums in Aix-les-Bains.

Er ist der Entdecker der Myelografie mit öligem Kontrastmittel. In den 1930er Jahren behandelte er Rheumapatienten mit einer Goldverbindung. Seine Therapie basierte auf der weit verbreiteten, jedoch falschen Annahme, rheumatoide Arthritis sei eine atypische Form von Tuberkulose. Es war jedoch die erste wirksame Therapie und wurde erst Ende der 80er Jahre durch Behandlungen mit Corticoiden abgelöst.

1950 beschrieb Forestier gemeinsam mit seinem Schüler Jaume Rotes-Querol mit der „greisenhaft versteifenden Hyperostose der Wirbelsäule“ (engl. Senile ankylosing hyperostosis of the spine) eine Skeletterkrankung „älterer Menschen“,[3] die zunächst als Morbus Forestier nach ihm benannt wurde. 1976 prägten Donald R. Resnick und Gen Niwayama hierfür den Begriff Diffuse idiopathische Skeletthyperostose (kurz: DISH), welcher aktuell weit verbreitet ist.[4] Sie wiesen darauf hin, dass die Erkrankung schon 1942 vom Radiologen Albert Oppenheimer[5] beschrieben wurde.[6]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Méthode radiographique d’exploration de la cavité épidurale par la lipiodol. Written with Jean Athanase Sicard (1872-1929). Revue neurologique, Paris, 1921, 28: 1264-1266. Positive contrast myelography with iodised oil (lipiodol). Lipide (iodised oil) first used in radiology.
  • L’exploration radiologique des cavités broncho-pulmonaires par les injections intra-trachéales d’huile iodée. With Jean Athanase Sicard. J méd Franç, 1924, 13: 3-9.
  • L'aurothérapie dans les rhumatismes chroniques. Bulletins et memoires de la Société medicale des hôpitaux de Paris, 1929, 323-327. Introduction of gold therapy.
  • Xanthélasma disséminé et symétrique, sans insuffisance hépatique. Bulletins et memoires de la Société medicale des hôpitaux de Paris, 1889, 3 sér., 6: 412-419.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. G. D. Kersley: Obituary - Dr. Jacques Forestier; In: Annals of the Rheumatic Diseases, 1978, Ausgabe 37, S. 388. PMC 1000253 (freier Volltext).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-Formatscrum-Datenbank: Eintrag zu Jacques Forestier. ESPN, abgerufen am 16. September 2009.
  3. Jacques Forestier, Jaume Rotes-Querol: Senile ankylosing hyperostosis of the spine. In: Ann Rheum Dis. 1950 Dec;9(4):321-30. PMID 14800245, PMC 1011670 (freier Volltext).
  4. Fábio A. Nascimento et al.: Diffuse idiopathic skeletal hyperostosis: A review. In: Surg Neurol Int. 2014 Apr 16;5(Suppl 3):S122-5. doi:10.4103/2152-7806.130675, PMID 24843807, PMC 4023007 (freier Volltext).
  5. Albert Oppenheimer: Calcification and ossification of vertebral ligaments (spondylitis ossificans ligamentosa): Roentgen study of pathogenesis and clinical significance. In: Radiology. 1942;38:160–173. doi:10.1148/38.2.160.
  6. Donald R. Resnick et al.: Diffuse idiopathic skeletal hyperostosis (DISH) [ankylosing hyperostosis of Forestier and Rotes-Querol]. In: Semin Arthritis Rheum. 1978 Feb;7(3):153-87. doi:10.1016/0049-0172(78)90036-7, PMID 341323.