Jakob Klaesi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jakob Klaesi-Blumer (* 29. Mai 1883 in Luchsingen; † 17. August 1980 in Knonau) war ein Schweizer Psychiater, der für die Einführung der Schlafkur bekannt ist.

Biographie[Bearbeiten]

Von 1903 bis 1909 studierte Klaesi Medizin in Zürich, Kiel und München. 1912 wurde er in Zürich promoviert. Danach war Klaesi Assistenzarzt und später Oberarzt bei Eugen Bleuler an der Psychiatrischen Universitätsklinik Burghölzli in Zürich,[1] wo er 1921 habilitiert wurde. Von 1923 bis 1926 war er Leiter neu eröffneten Psychiatrischen Universitätspoliklinik und Oberarzt der Psychiatrischen Universitätsklinik Friedmatt in Basel.[1] Anschliessend gründete[1] und leitete er die Privatklinik Schloss Knonau im Kanton Zürich. 1933 wurde er Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik Waldau in Bern. Ab 1933 war er ausserordentlicher und von 1936 bis 1953 Professor für Psychiatrie an der Universität Bern. 1934 gründete er die Psychiatrische Poliklinik Bern. Im Studienjahr 1950/51 war er Rektor der Universität Bern.

Klaesi stand somatischen Behandlungsmethoden skeptisch gegenüber, obwohl er um 1920 die psychiatrische Schlafkur mit dem Medikament Somnifen entwickelte. Er war vor allem Psychotherapeut und interessiert an der Psychodynamik seiner Patienten. Aufgrund seiner Erfahrungen begann er, eine phänomenologische Ausdrucksanalyse zu entwickeln.[1]

Klaesi verfasste zudem Gedichte und Dramen.

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten]

Psychiatrische Schriften[Bearbeiten]

  • Über das psychogalvanische Phänomen. In: Journal für Psychologie und Neurologie. Bd. 19 (1912), S. 141–159 (Dissertation, Universität Zürich, 1912).
  • Über die Bedeutung und Entstehung der Stereotypien. Karger, Berlin 1921 (Habilitationsschrift, Universität Zürich, 1921).
  • Vom seelischen Kranksein: Vorbeugen und Heilen. Haupt, Bern 1937.
  • Der unheilbare Kranke und seine Behandlung: Rektoratsrede. Haupt, Bern 1950.

Belletristische Werke[Bearbeiten]

  • Christus: Dramatische Messe. Haupt, Bern 1945.
  • Huldigung: Ausgewählte Sonette. Speer, Zürich 1947.
  • Gott und sein Zweifler: Dramatische Messe in einem Aufzug. Thomas-Verlag, Zürich 1964.
  • Tragödie der Sendung Holofernes und Judith in vier Akten und einem Aufzug. Classen, Zürich 1969.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Thomas Haenel: Jakob Klaesi zum 120. Geburtstag. In: Der Nervenarzt. Bd. 74 (2003), Nr. 5, doi:10.1007/s00115-002-1464-3.