Januskinase

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JAK - STAT Signalweg

Januskinasen (Abkürzung JAK) sind zytoplasmatische Tyrosinkinasen (spezielle Enzyme), welche unter anderem mit Zytokin-Rezeptoren assoziiert sind.[1]

Beschreibung[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu Rezeptor-Tyrosinkinasen besitzen Zytokin-Rezeptoren keine eigene Enzymaktivität und benötigen daher die Kinasen JAK1 und JAK2 (welche ursprünglich als „Just Another Kinase“ bezeichnet wurde) um intrazelluläre Signalkaskaden zu aktivieren. Beim Andocken eines Signalmoleküls an den Rezeptor werden die JAKs aktiviert und phosphorylieren sich daraufhin gegenseitig.

Funktion[Bearbeiten]

Im nun vorliegenden aktivierten Zustand können sie den sogenannten JAK-STAT-Signalweg aktivieren. JAKs phosphorylieren hierbei sogenannten STAT-Proteine (signal transducer and activator of transcription). Diese bewegen sich nun zum Zellkern, wo sie als Transkriptionsfaktoren die Transkription spezifischer Zielgene stimulieren können.

Über die JAK- und STAT-Proteine vermitteln viele Zytokine, Interferone und Interleukine, aber auch Erythropoetin, das Wachstumshormon (GH) sowie Prolaktin und Leptin ihre Signale.

Janus-Kinasen sind benannt nach dem doppelköpfigen römischen Gott Janus, dem Wächter der Tore, da sie zwei ähnliche Proteindomänen besitzen, von denen aber nur eine funktional ist.

Januskinasen-Inhibitoren[Bearbeiten]

Januskinasen lassen sich durch sogenannte Januskinasen-Inhibitoren hemmen. Damit gehören diese Substanzen zu den Kinasehemmern. Zu dieser Stoffgruppe gehören die Substanzen Ruxolitinib und Tofacitinib. Ruxolitinib wird zur Behandlung der Myelofibrose eingesetzt.[2][3] Tofacitinib befindet sich für die Indikation Psoriasis in klinischer Phase III Prüfung.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Joachim Rassow et al: Duale Reihe – Biochemie, Thieme, 1. Auflage 2006, Stuttgart, Seite 562 (ISBN 3-13-125351-7).
  2. C. Keohane, D. H. Radia, C. N. Harrison: Treatment and management of myelofibrosis in the era of JAK inhibitors. In: Biologics. Band 7, 2013, S. 189–198. doi:10.2147/BTT.S34942 PMID 23990704.
  3. M. Kogler: Ruxolitinib bei der Behandlung der Chronischen idiopathischen Myelofibrose. In: Klinik und Forschung, Band 19, Nr. 1, 2013, S. 67.
  4. Pfizer Announces Detailed Results of OPT Compare Phase 3 Study of Tofacitinib 5 mg and 10 mg Twice Daily Compared to High-Dose ENBREL® in Adults with Moderate-to-Severe Chronic Plaque Psoriasis, PM von Pfizer vom 22. März 2014, abgerufen am 24. März 2014