Gilead Sciences

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Gilead Sciences
Gilead-logo.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN US3755581036
Gründung 1987[1]
Sitz Foster City, Kalifornien[1]
Leitung John Martin, President and Chief Executive Officer[1]
Mitarbeiter ca. 7.000 (2013)[2]
Umsatz 32,2 Mrd. $ (2015)[3]
Branche Biotechnologie
Website www.gilead.com

Gilead Sciences ist ein Pharmazie- und Biotechnologieunternehmen aus den Vereinigten Staaten mit Firmensitz in Foster City, Kalifornien. Das Unternehmen ist im S&P 500 gelistet.

Rund 6.000 Mitarbeiter sind bei Gilead Sciences beschäftigt (Stand 2013). Gilead Sciences verfügt über Standorte in Nordamerika, Europa und Australien.

Der Name des Unternehmens und das Logo beziehen sich auf den biblischen Ort Gilead.

Gilead Sciences erforscht und kommerzialisiert Therapien, beispielsweise für HIV, Hepatitis B, Hepatitis C und Influenza.

Unternehmensgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 1987 gründete der damals 29-jährige Arzt Michael Riordan die Firma Oligogen, Inc., die 1988 in Gilead Sciences umbenannt wurde.

Im Januar 1997 wurde Donald Rumsfeld Vorsitzender des Aufsichtsrates, dessen Mitglied er seit 1988 gewesen war.[4] Er trat von diesem Posten zurück, als er Verteidigungsminister unter George W. Bush wurde. Sein Aktienanteil wurde auf einen Wert von fünf bis fünfundzwanzig Millionen US-Dollar geschätzt. Er dürfte noch gestiegen sein, als im Herbst 2005 die erhöhte Nachfrage nach Tamiflu (wegen der Vogelgrippe H5N1) die Gilead-Aktien in die Höhe trieb.[5]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gilead Sciences hat folgende Produkte auf dem Markt (Stand August 2014).

Die Vermarktung von Mozenavir wird nicht weiter verfolgt, da keine wesentlichen Vorteile gegenüber anderen Proteasehemmern vorlagen.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vermarktung von Sovaldi (Sofosbuvir) hat eine kontroverse gesellschaftliche Debatte ausgelöst. Eine Kalkulation der AOK von 2014 ergab, dass aufgrund des hohen Preises die Kosten nur dieses einen Medikamentes bis zu ein Fünftel der gesamten deutschen Arzneimittelausgaben ausmachen könnten.[6] Weiterhin wird kritisiert, dass Gilead „astronomisch hohe Preise“ verlangt: so kostet eine reguläre 12-Wochentherapie bis zu 60.000 Euro, wohingegen Berechnungen ergeben haben, dass die Herstellungskosten lediglich 136 Dollar betragen, womit zusammen mit den Entwicklungs- und Vertriebskosten der Gesamtpreis für die 12-Wochen-Therapie nur etwa 1500 Dollar beträgt.[7] Nach Ansicht von Wolfgang Becker-Brüser sei der Preis durch nichts gerechtfertigt, zumal die Kostenkalkulation von Gilead völlig intransparent sei.[8] Dagegen können betriebswirtschaftliche Motive eine Rolle spielen, da Gilead 2011 die an der Entwicklung von Sovaldi verantwortliche Biotech-Firma Pharmasset für elf Milliarden Dollar kaufte. Demgegenüber machte Gilead alleine 2014 einen Reingewinn von 10,3 Milliarden Dollar.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Gilead Sciences Company Overview. Gilead Sciences. Abgerufen am 5. Februar 2014.
  2. Media FAQs. Gilead Sciences. Abgerufen am 16. März 2015.
  3. Financial Results. PM Gilead Sciences vom 2. Februar 2016. Abgerufen am 3. Februar 2016.
  4. Donald H. Rumsfeld Named Chairman of Gilead Sciences. Gilead Sciences. 3. Januar 1997. Abgerufen am 15. September 2009.
  5. Nelson D. Schwartz: Rumsfeld's growing stake in Tamiflu. CNN. 31. Oktober 2005. Abgerufen am 15. September 2009.
  6. Stern vom August 2014
  7. Stern vom Oktober 2015
  8. 700-Euro-Pille von Gilead: "Unmoralische Gewinnzahlen. Spiegel Online, 7. August 2014, abgerufen am 7. August 2014.