Jean-Louis Petit (Komponist)

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Jean-Louis Petit (* 20. August 1937 in Faverolles) ist ein französischer Dirigent, Cembalist und Komponist. Er zählt zu den wichtigsten Persönlichkeiten der zeitgenössischen französischen Musikszene. Sein Œuvre umfasst über 400 Kompositionen aller Gattungen und seine Diskografie über 50 Tonträger.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean-Louis Petit studierte Orgel bei Arsène Muzerelle und Komposition bei Georges Moineau am Conservatoire de Reims.[1] Im Anschluss folgte ein Kompositionsstudium bei Simone Plé-Caussade und Olivier Messiaen am Conservatoire de Paris.[2] Er lernte Dirigieren bei Léon Barzin an der Schola Cantorum, bei Igor Markevitch, Pierre Dervaux und Eugène Bigot in Madrid, Monaco und Santiago de Chile, bei Franco Ferrara in Venedig und Rom, bei Manuel Rosenthal am CNSMP und bei Louis Auriacombe und bei Pierre Boulez in Basel.[3]

Um die Musik aus Paris herauszutragen, gründete er 1958 das Orchestre de Chambre Jean-Louis Petit, das bis 1963 in der Champagne und von 1964 bis 1970 in der Picardie wirkte.[2] Der Ehrenpräsident des Kammerorchesters ist Olivier Messiaen. Er produzierte für Radio (u.a. ORTF, ORF, SRG SSR, BBC, RIAS, NDR, WDR) und Fernsehen und tourte durch Europa und die Vereinigten Staaten.[2] Petit dirigierte internationale Sinfonieorchester in Europa, Nordamerika und Asien u.a. die New Yorker Philharmoniker, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Seoul Philharmonic Orchestra, das Monte-Carlo Philharmonic Orchestra, das Warsaw Philharmonic Orchestra, das Orchester der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, die Symphony New Brunswick, das Orchestre Symphonique de la Radio-Télévision Espagnole, das Orchestre de Paris und das Cairo Symphony Orchestra.

1963 spielte er für Decca Records 33 Tonträger ein.[4] Die Collection Grand Siècle beinhaltet Werke u.a. von André Campra, Étienne Ozi, Claude Balbastre, Antoine Dauvergne, François Couperin, Jean-Joseph Cassanéa de Mondonville, Jean-Baptiste Bréval, François Francœur, Louis de Caix d’Hervelois, Joseph Bodin de Boismortier, Jean-Marie Leclair, Jean-Baptiste Loeillet de Gant, Jean-Joseph Mouret, Jacques Aubert, Louis-Gabriel Guillemain, François Devienne, Jean-Baptiste Lully, Jean-Philippe Rameau, Marin Marais, Michel Blavet und Jacques-Christophe Naudot.[4] Mehr als 500 Werke der französischen Barockmusik wurden von ihm transkribiert.[5]

Wirkungsstätte von Jean-Louis Petit, das Château de Thierry, Ville-d’Avray

Von 1972 bis 1977 war er gemeinsam mit Bernard Bonaldi Co-Leiter des Festival Estival de Paris, einem Pariser Sommerfestival für klassische und zeitgenössische Musik.[2] Im Jahr 1972 wurde er zum Rektor der École Nationale de Musique de Ville-d’Avray bei Paris ernannt, die er bis 2005 leitete. 1974 war er mit François Bayle, Jacques Bourgeois und Ivo Malec Gründungsmitglied der zeitgenössischen Musikgruppe Musique Plus.[2] Der Interpretation zeitgenössischer Musik wegen, gründete er 1974 das Atelier Musique de Ville-d’Avray. Im Jahr 1978 war er Direktor der Association musicale international d'echange (AMIE). Seit 1979 ist er der Organisator des Festival de Musique Française im Château de Thierry, Ville-d'Avray. Ebendort gründete er mehrere internationale Musikwettbewerbe wie 1998 den Concours International d'Interprétation Musicale de Ville-d'Avray.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Petit komponierte mehr als 400 Werke, darunter Orchesterwerke, zwei Opern und Oratorien.[5] Er orientiert sich in seinen Kompositionen an seinem Lehrer Olivier Messiaen und an der Zwölftontechnik Arnold Schönbergs.

  • Chose Dite, (Duett, 1958)
  • Le Diable dans le Befroi, (Ballet, 1984)
  • Permutations, (Sextett, 1986)
  • La Chronosphere, (Kinderoper, 1990)
  • Petite Symphonie Cajun, (Oratorium, 1991)
  • Triade I, (Trio, 1995)
  • Sortisatio I, (Quartett, 1996)
  • Etoiles, (Orchestamusik, 2002)
  • Lily Strada, (Oper, 2004)

Diskografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine Diskografie beläuft sich auf über 50 Tonträger, überwiegend erschienen bei Decca Records und REM.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Petit, Jean-Louis. In: John L. Holmes: Conductors on Record. Greenwood Press, Westport 1982, ISBN 0-575-02781-9, S. 505–506.
  • Petit, Jean-Louis. In: Europa Publications (Hrsg.): International Who’s Who in Classical Music 2012. 28. Auflage, Routledge, London 2012, ISBN 978-1-85743-644-0, S. 674.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jean-Louis Petit beim Verlag vierdreiunddreissig
  2. a b c d e International Who’s Who in Classical Music 2012, S. 674.
  3. Jean-Louis Petit bei der Editions Francois Dhalmann.
  4. a b John L. Holmes: Conductors on Record, S. 506.
  5. a b Jean-Louis Petit beim Verlag Dohr.
  6. Billboard-Magazin, 18. Dezember 1965, S. 28.