Picardie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Picardie (Begriffsklärung) aufgeführt.
Picardie
Ehemalige französische Region (bis 2015)
Flagge der früheren fRegion Picardie Wappen der früheren Region Picardie
Nord-Pas-de-Calais Picardie Champagne-Ardenne Lothringen Elsass Haute-Normandie Basse-Normandie Bretagne Centre-Val de Loire Ile-de-France Burgund Franche-Comté Pays de la Loire Poitou-Charentes Limousin Aquitanien Midi-Pyrénées Languedoc-Roussillon Auvergne Rhône-Alpes Provence-Alpes-Côte d’Azur Korsika Andorra Monaco Liechtenstein Österreich Luxemburg Belgien Niederlande Vereinigtes Königreich Deutschland Schweiz Italien Guernsey Jersey SpanienLage der früheren Region Picardie in Frankreich
Über dieses Bild
Basisdaten
Heute Teil von Nord-Pas-de-Calais-Picardie
Verwaltungssitz Amiens
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2013
 – Dichte

1.927.142 Einwohner
99,3 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

19.399 km²
3 %

Départements 3
Arrondissements 13
Kantone 129
Gemeinden 2.291
Früherer ISO 3166-2-Code FR-S

Die Picardie [pikaʀˈdi] ist eine Region und Provinz im Norden Frankreichs. Sie bestand früher aus den Départements Aisne, Oise und Somme, hatte eine Fläche von 19.399 km² und 1.927.142 Einwohner (Stand 1. Januar 2013). Hauptstadt der Region war Amiens. Mit der Einrichtung der Regionen in Frankreich 1960 entstand die Region Picardie in den derzeitigen Grenzen neu. 1972 erhielt die Region den Status eines Établissements public unter Leitung eines Regionalpräfekten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ault Côte Picarde

Die Picardie liegt im Norden Frankreichs und ist von Paris in ca. einer Stunde mit dem Auto erreichbar. Es bestehen günstige Verkehrsverbindungen (Straße, Schiene, Luft, Kanaltunnel bzw. Fähre) in die europäischen Metropolen (z. B. London 2,5 Stunden, Brüssel 1,5 Stunden).

Sie grenzte an die Regionen Nord-Pas-de-Calais, Champagne-Ardenne, Île-de-France und Haute-Normandie sowie an Belgien und den Atlantik.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beschreibung: Im blau-silber gevierten Wappen sind drei goldene Lilien und drei rote Löwen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Picardie, die seit der Teilung des Frankenreichs zum Westfrankenreich und dann zu Frankreich gehörte, war das Zentrum des Bauernaufstandes, der „(Grande) Jacquerie“, Mitte des 14. Jahrhunderts und fiel während des Hundertjährigen Krieges Frankreichs gegen England und das Haus Burgund ab 1419 bzw. 1435 an Burgund. Erst mit der Burgundischen Teilung fiel es 1477 bzw. endgültig 1493 zusammen mit Burgund an Frankreich. Die Picardie war einer der Hauptkriegsschauplätze des Ersten Weltkrieges.

Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von Collectivités territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die Départements besessen hatten. Im Jahre 1986 wurden die Regionalräte erstmals direkt gewählt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenüber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.

Zum 1. Januar 2016 fusionierte die Region Picardie mit der Region Nord-Pas-de-Calais zu einer neuen Region mit dem vorläufigen Namen Nord-Pas-de-Calais-Picardie.[1]

Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Städte der Picardie sind:

Stadt Einwohner (Jahr) Département
Amiens 132.699 (2013) Somme
Saint-Quentin 55.698 (2013) Aisne
Beauvais 55.252 (2013) Oise
Compiègne 40.430 (2013) Oise
Creil 34.262 (2013) Oise
Soissons 28.472 (2013) Aisne
Laon 25.219 (2013) Aisne
Abbeville 23.821 (2013) Somme
Nogent-sur-Oise 18.753 (2013) Oise
Senlis 15.583 (2013) Oise

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Picardie ist in drei Départements untergliedert:

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Aisne Laon FR-02 5 42 816
000000000540067.0000000000540.067 (2013)
000000000007369.00000000007.369 000000000000073.300000000073,3
Oise Beauvais FR-60 4 41 693
000000000815400.0000000000815.400 (2013)
000000000005860.00000000005.860 000000000000139.1000000000139,1
Somme Amiens FR-80 4 46 782
000000000571675.0000000000571.675 (2013)
000000000006170.00000000006.170 000000000000092.700000000092,7

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2006 einen Index von 86,3 (EU-27 = 100).[2]

Die erwerbsfähige Bevölkerung umfasst 744.000 Menschen. Die Arbeitslosenquote von 11,5 % liegt leicht über dem französischen Durchschnitt von 10,6 %. In der Picardie sind 9,2 % der Beschäftigten in der Landwirtschaft, 40,7 % in der Industrie und 50,1 % im Dienstleistungsbereich tätig. Das Durchschnittseinkommen in der Picardie liegt bei 89 % des Landesdurchschnitts, sie gehört damit zu den vier einkommensschwächsten Regionen Frankreichs. Auch der Anteil von Beschäftigten mit Diplomabschluss an der picardischen Bevölkerung liegt mit 10,6 % unter dem französischen Durchschnitt von 14,2 %.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Heynemann: Reisebuch Picardie: von der Aisne zur Oise – von der Somme zum Ärmelkanal. Meyer & Meyer, Aachen 1999, ISBN 3-89124-558-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Picardie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nord-Pas-de-Calais – Picardie : bâtissons la grande région
  2. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)

Koordinaten: 50° N, 3° O