Jean Camille Formigé

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Jean Camille Formigé (1889)
Krematorium auf dem Friedhof Père Lachaise
Viaduc d'Austerlitz der Métrolinie 5
Viaduc du Pont de Bir-Hakeim der Métrolinie 6
Von Formigé entworfene Hochbahnstation Quai de la Gare
Square Willette unterhalb von Sacré-Cœur
Denkmal für Jean-Charles Alphand in der Avenue Foch in Paris

Jean Camille Formigé (* 24. Juli 1845 in Le Bouscat; † 28. August 1926 in Montfermeil) war ein französischer Architekt, der in Paris die Treibhäuser von Auteuil, zwei Ausstellungshallen zur Weltausstellung von 1889, Viadukte der Métro und mehrere Grabmonumente auf dem Friedhof Père-Lachaise erbaute. Er selbst wurde auf dem Friedhof von Passy bestattet. Jean Camille Formigé ist der Vater des Architekten Jules Formigé.

Im 15. Arrondissement in Paris wurde 1932 eine Straße nach ihm benannt, ebenso in Orange und ein Platz in Fréjus.

Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1861 trat Jean Camille Formigé in die École des Arts décoratifs ein. 1865 wurde er in der École nationale supérieure des beaux-arts de Paris, im Atelier Charles Laisné, aufgenommen. Im Anschluss an seine Ausbildung arbeitete er für die Denkmalpflege (Monument historique). 1884 wurde er zum Architecte des promenades et plantations der Stadt Paris ernannt, ein Amt, das er bis 1919 innehatte und in dem er für die Grünanlagen und Friedhöfe der Stadt zuständig war. Nach dem Tod Théodore Ballus (1817−1885) führte Jean Camille Formigé den Wiederaufbau des Hôtel de Ville von Paris fort. Er ließ im Bois de Boulogne und im Bois de Vincennes Arbeiten durchführen. Auf dem Friedhof Pére Lachaise baute er ein Krematorium und ein Kolumbarium. Am Eiffelturm gestaltete er das Champ de Mars neu und legte unterhalb der Kirche Sacré-Cœur die Parkanlage Square Willette an. Er errichtete die Treibhäuser von Auteuil, Viadukte der Métro beim Fernbahnhof Gare d'Austerlitz und auf der Brücke Pont de Bir-Hakeim (bis 1949: Pont de Passy) und Hochbahnstationen.[1] Auch gestaltete er zahlreiche kleinere Parkanlagen, sogenannte Squares, in Paris. Er entwarf Monumente für Friedhöfe und öffentliche Plätze in Paris sowie Denkmäler u. a. für Léon Gambetta in Bordeaux, für Lazare Hoche in Quiberon, für Louis Faidherbe in Lille, für Jules Ferry in Saint-Dié-des-Vosges.

Ab 1883 war er als Architekt der Diözesen Auch, Meaux und Laval für deren Kathedralen zuständig. Von 1890 bis 1901 gehörte er der Commission des Monuments historiques an. 1892 wurde er leitender Architekt der Denkmalpflege. In dieser Funktion leitete er die Restaurierung der ehemaligen Abteikirche Sainte-Foy von Conques, der Kirchen von Poitiers, von Saint-Savin sur Gartempe, der Kirchen von Chauvigny und Poissy und des römischen Theaters von Orange. 1898 war er leitender Architekt beim Wiederaufbau der Gobelins-Teppichmanufaktur in Paris.

Neben den Aufträgen, die er für den französischen Staat und die Stadt Paris ausführte, baute er in Clichy ein Waisenhaus, eine Kirche in Deux-Évailles im Département Mayenne, Privathäuser in Paris und Villen in Évian-les-Bains, Montfermeil, Orange, Soulac-sur-Mer und Reims.

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerdem war Jean Camille Formigé Jurymitglied der École des Beaux-Arts und 1926 Präsident der Jury des Salons.

Bauwerke und Parkanlagen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Außerhalb von Paris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Restaurierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Arbeiten in Orange und Arles wurden unter seinem Sohn Jules Formigé weitergeführt.

Ausgrabungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Formigé leitete die Ausgrabungen in Sanxay im Département Vienne.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jean Colson, Marie-Christine Lauroa (Hrsg.): Dictionnaire des Monuments de Paris. Editions Hervas, Paris 2003, ISBN 2-84334-001-2.
  • Jean Formigé. Architecte, Membre de l'Institut, 1845 1926. In: L'Architecture. 15 février 1927

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jean Camille Formigé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1.  Julian Pepinster: Le métro de Paris. Éditions La Vie du Rail, Paris 2010, ISBN 978-2-918758-12-9, S. 105.