Jenő Károly

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jenő Károly
Spielerinformationen
Geburtstag 15. Jänner 1886
Geburtsort BudapestÖsterreich-Ungarn
Sterbedatum 28. Juli 1926
Sterbeort TurinItalien
Position Mittelläufer
Herren
Jahre Station Spiele (Tore)1
1903–1910 MTK Budapest 106 (95)
1910–1919 Budapesti AK
Nationalmannschaft
Jahre Auswahl Spiele (Tore)
1903–1918 Ungarn 25 (10)
Stationen als Trainer
Jahre Station
1919–1923 Savona Calcio
1923–1926 Juventus Turin
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jenő Károly (* 15. Jänner 1886 in Budapest, Österreich-Ungarn; † 28. Juli 1926 in Turin, Italien) war ein ungarischer Fußballspieler und -trainer. Er war der erste Trainer in der Geschichte des italienischen Rekordmeisters Juventus Turin.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Károlys erste Station als Spieler war der MTK Budapest, der 1903 eben in die höchste ungarische Spielklasse aufgenommen wurde. In der Debütsaison wurde der dritte Platz erreicht und Károly holte sich den Titel des Torschützenkönigs. Bereits 1904 holten die Blau-Weißen unter Trainer Sándor Kertész ihren ersten Meistertitel, dem 1907/08 unter Hugó Szüsz noch ein weiterer folgen sollte. Auch den Titel als erfolgreichster Torschütze konnte Károly noch einmal gewinnen. 1910 wechselte er zum Budapesti AK, wo er bis Ende des Jahrzehnts als Mittelläufer tätig war. Károly war bekannt für seine langen Pässe, galt aber auch als „Schwalbenkönig“.

Seinen ersten Einsatz in der Nationalmannschaft hatte Károly bereits im April 1903 unter Trainer Ferenc Gillemot beim 2:1-Sieg gegen Böhmen. In den nächsten zehn Jahren gehörte er zum Stamm der ungarischen Auswahl und trat auch immer wieder als Torschütze in Erscheinung. 1912 war er auch Teil des ungarischen Aufgebots bei den Olympischen Spielen, kam aber nur beim 0:7 im Viertelfinale gegen England zum Einsatz. Danach erfolgten seine Einsätze im Nationalteam nur mehr sporadisch, sein letztes Spiel machte er 1918 beim 3:0 gegen Österreich. Insgesamt bestritt er 25 Spiele und erzielte dabei zehn Tore.[1]

Nach Meldungen zeitgenössischer österreichischer Zeitungen soll Károly 1919 während der Zeit der Räterepublik stellvertretender Kommandant eines Arbeiterbataillons gewesen sein.[2] Dies könnte nach dem Sturz der Räteregierung somit auch ein Grund gewesen sein, weshalb er Ungarn verließ.

Károly übernahm zunächst 1920 das Training beim italienischen Verein Savona Calcio, der damals in der – allerdings regional sehr zersplitterten – höchsten Spielklasse antrat. 1923 übernahm Edoardo Agnelli das Präsidentenamt beim Juventus FC in Turin und sorgte neben einigen Spielereinkäufen auch dafür, dass bei den Turinern erstmals ein Trainer verpflichtet wurde. Die Wahl fiel auf Jenő Károly, der das Team um Federico Munerati, Virginio Rosetta und Giampiero Combi zunächst nur auf einen enttäuschenden sechsten Gruppenplatz in der Nordliga 1923/24 führte. In der Folgesaison wurde die Mannschaft um den Ungarn József Viola verstärkt, diesmal reichte es für einen dritten Gruppenplatz, doch wieder nicht für die Teilnahme an den Finalspielen. 1925 wurden schließlich mit dem Ungarn Ferenc Hirzer sowie mit Luigi Allemandi und Antonio Vojak weitere Verstärkungen geholt. Juventus holte 1925/26 überlegen den Gruppensieg und qualifizierte sich damit für das Finale der Nordliga gegen den FC Bologna. Im Auswärtsspiel holte Juventus dank zweier Hirzer-Tore ein 2:2-Unentschieden, das Heimspiel endete 0:0. Die damit verbundene Aufregung war für Károly jedoch zu groß, denn er erlitt einen Herzanfall, an dem er wenige Tage später verstarb. Viola übernahm die Mannschaft und führte sie mit einem 2:1-Sieg im Entscheidungsspiel in die Finalspiele gegen Alba Roma wo sich Juventus mit einem 7:1 zu Hause und 5:0 auswärts die nach 1905 zweite Meisterschaft der Vereinsgeschichte sicherte.

József Károly, ein jüngerer Bruder, spielte bis 1921 bei MTK und kam danach über MTV 1879 München und 1860 München 1924 zur Eintracht Frankfurt, wo er bis 1926 blieb.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach anderen Quellen sollen es sieben bzw. elf Tore gewesen sein.
  2. Artikel in: Sportblatt am Mittag / Sport-Tagblatt. Sport-Ausgabe des Neuen Wiener Tagblattes, 4. Juni 1919, S. 4 (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wst