Jens Jessen (Journalist)

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Jens Jessen, 2012 als Laudator bei der Verleihung des Ludwig-Börne-Preises an Götz Aly

Jens Jessen (* 2. August 1955 in Berlin) ist ein deutscher Journalist und Publizist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jens Jessen besuchte das Arndt-Gymnasium Dahlem, studierte Germanistik und Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin und bei Friedrich Sengle an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er war von 1984 bis 1988 Verlagslektor in Stuttgart und Zürich, Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung von 1988 bis 1996, Feuilletonchef der Berliner Zeitung von 1996 bis 1999. Von 2000 bis 2014 war Jessen Ressortleiter des Feuilletons der Wochenzeitung Die Zeit.[1] Seine Arbeitsschwerpunkte sind Literaturkritik, Filmkritik und Politisches Feuilleton.

Er ist Enkel des nationalsozialistischen Wirtschaftsprofessors und Widerstandskämpfers gegen das Hitler-Regime Jens Jessen, der im Zusammenhang mit dem Attentat vom 20. Juli 1944 hingerichtet wurde.

Kritisiert wurde sein Kommentar zur Debatte um die Jugend- bzw. Ausländerkriminalität: In seinem Videoblog fragte Jessen vor dem Hintergrund eines Gewaltverbrechens in der Münchener U-Bahn, „ob es nicht zu viele besserwisserische deutsche Rentner gibt, die den Ausländern hier das Leben zur Hölle machen“.[2] Wenn solche „Spießer“ aufträten, entstehe eine „Atmosphäre der Intoleranz, vor deren Hintergrund man Gewalttaten spontaner Natur beachten muss.“[3] Kritiker warfen ihm vor, er schreibe damit dem Opfer des Gewaltverbrechens Schuld zu.[4]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

als Autor
  • Im falschen Bett. Roman. Carl Hanser Verlag, München 2012, ISBN 9783446239791
  • Deutsche Lebenslügen. Erkundungen einer bewußtlosen Gesellschaft. Verlag Hohenheim, Stuttgart 2000, ISBN 3-89850-014-4.
als Herausgeber

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Patrick Bahners: Kein Diener der Quote. Dem Journalisten Jens Jessen zum Sechzigsten, in: FAZ, 1. August 2015, S. 14

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] Jessen laut eigener Aussage nicht mehr Feuilletonchef
  2. https://www.youtube.com/watch?v=lXhLAdPFROs
  3. Cora Stephan: Das beste Argument gewinnt - Politisches Feuilleton
  4. Prügel für die Geprügelten, focus.de, 21. Januar 2008
  5. Inhalt: Charles Taylor: Kapitalismus ist unser faustischer Pakt. Amitav Ghosh: Das Leben in Amerika ist angenehm. Ludger Lütkehaus: Wir haben genug. Richard Sennett: Die Angst, überflüssig zu sein. Eva Illouz: Berechnung und Hingabe. Jurij Andruchowytsch: Schock ohne Therapie, Markt ohne Ordnung. Jeremy Rifkin: Europa, wir brauchen dich. Ernst-Wilhelm Händler im Gespräch mit Thomas Anheuser und Christoph Siemes. Camille de Toledo: Die Toleranz der Goldfische. Robert Menasse: Kassandras letzter Brief. Jens Jessen: Fegefeuer des Marktes.