Jira (Software)

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JIRA
Entwickler Atlassian
Aktuelle Version 7.1.2[1]
(16. März 2016)
Betriebssystem plattformunabhängig
Programmier­sprache Java
Kategorie Fehlerverwaltung
Lizenz proprietär, kostenlos für wohltätige Organisationen[2]
deutschsprachig ja
atlassian.com/software/jira

Jira [ˈdʒi.rə] ist eine Webanwendung zur Fehlerverwaltung, Problembehandlung und operativem Projektmanagement. Jira wird auch in nicht-technischen Bereichen für das Aufgabenmanagement eingesetzt. Sie wurde von Atlassian entwickelt. Primär wird Jira für die Softwareentwicklung eingesetzt. Dort unterstützt es das Anforderungsmanagement, die Statusverfolgung und später den Fehlerbehebungsprozess. Jira ist durch seine Funktionen zur Ablauforganisation („Workflow-Management“) verwendbar für Prozessmanagement und Prozessverbesserung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt vom ursprünglichen japanischen Namen für Godzilla, „Gojira“.[3] Die Entwickler von Jira wollten einen Bezug zu Bugzilla und kamen so auf Gojira. Ausgesprochen wird es, der japanischen Lesart entsprechend, „Dschiera“ und nicht, wie vielfach fälschlich angenommen, „Dscheira“.[4]

Funktionsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jira basiert auf einer Java Servlet Plattform und läuft auf verschiedenen gängigen Datenbanken und Betriebssystemen.

Jira wird durch den Nutzer im Wesentlichen durch Tickets (Vorgänge, englisch issues) gefüllt. Diese können vielfältig angesehen werden, zu den Funktionen zählen anpassbare Dashboards, eigene Suchfilter, Statistik, RSS-Web-Feed und E-Mail. Ein Ticket besteht aus einer Projektzuordnung, einer Zusammenfassung (englisch summary), einem Typ, einer Priorität, einer Komponentenzuordnung oder mehreren, und einem Inhalt. Einem Ticket können viele weitere Informationen entweder über weitere Felder (auch eigene Felder können definiert werden), Anhänge oder Kommentare hinzugefügt werden. Die Tickets können einfach nur editiert werden oder den Status wechseln, z. B. von Open nach Closed. Welche Statusübergänge möglich sind, wird über den anpassbaren Workflow definiert. Jede Änderung an einem Ticket wird geloggt.

Jira bietet eine große Anzahl von Konfigurationsmöglichkeiten: Für jeden Anwendungszweck kann ein eigener Tickettyp mit eigenem Workflow, eigenem Status, einem oder mehreren verschiedenen statusabhängigen Ansichten (englisch screens), eigenen Feldern (engl. custom fields) und beliebigen manuellen oder automatischen Workflowübergängen entwickelt werden. Zusätzlich lassen sich über sogenannte „Schemes“ die Zugriffe, das Verhalten von Feldern, die Sichtbarkeit von Tickets und vieles mehr für jedes Jira-Projekt individuell festlegen.

Durch diese umfangreich anzupassende Architektur lassen sich viele Unternehmensbereiche abbilden und Jira für viele Zwecke (z. B. Fehler, Aufgaben, Anforderungen, Risiken, Besprechungen, Reisebuchungen, Einstellen neuer Mitarbeiter, …) einsetzen.

Jiras flexible Architektur versetzt den Benutzer in die Lage, Erweiterungen für Jira zu entwickeln und diese der Gemeinschaft über den Atlassian Marketplace[5] zur Verfügung zu stellen.

In der am 6. Oktober 2015 vorgestellten neuen Version JIRA 7 wird es nicht mehr wie bislang eine JIRA-Anwendung geben, sondern drei sogenannte "Applications": JIRA Software, JIRA Core und JIRA Service Desk.[6]

Kunden und Lizenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kundenliste des Herstellers weist viele große und international tätige Unternehmen aus, darunter etwa SAP, IBM, Microsoft, Nokia, Navteq, Thales, Electronic Arts, BMW, Audi, VW, IAV, aber auch Organisationen und Institutionen wie das Europäische Parlament, das CERN oder die BBC und einige Universitäten wie die Harvard University oder die Stanford University. In Deutschland setzen etwa die Deutsche Bundespolizei, die Deutsche Post und die Deutsche Nationalbibliothek die Software ein. Jira wird weltweit von circa 14.500 Kunden in 122 Ländern eingesetzt.[7]

Obwohl Jira ein kommerzielles Produkt ist, gibt es kostenlose Lizenzen für Open-Source-Projekte, gemeinnützige Einrichtungen, wohltätige Organisationen und Einzelpersonen. So wird Jira beispielsweise für die Entwicklung des Anwendungsservers JBoss (jetzt WildFly)[8] und der Frameworks Spring[9] und Hibernate,[10] sowie in zahlreichen Apache-Projekten[11] genutzt. Auch die Entwickler von ReactOS[12] setzen Jira ein.

Die Lizenzen zur Nutzung werden sowohl von Atlassian selbst vertrieben, als auch von Partnern in verschiedenen Ländern. Diese bieten meist, neben dem Lizenzkauf an sich, noch zusätzliche Serviceleistungen wie Installation, Wartung und Hosting an. Eine Übersicht der Atlassian-Partner findet sich im Atlassian Partner Directory.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. URL der Fundstelle: https://confluence.atlassian.com/jirasoftware/jira-software-7-1-x-release-notes-788728210.html#JIRASoftware7.1.xreleasenotes-v7.1.2
  2. atlassian.com: Atlassian Community License Request
  3. What does JIRA mean? auf den FAQ-Seiten von Atlassian
  4. How is JIRA pronounced? auf den FAQ-Seiten von Atlassian
  5. marketplace.atlassian.com
  6. JIRA for every team – Alles über die neuen JIRA 7 Applications Blogeintrag von David Toussaint von Communardo. Abgerufen am 7. Oktober 2015.
  7. Kundenliste
  8. Jira-Site des JBoss-Projekts
  9. Jira-Site des Spring-Projekts
  10. Jira-Site des Hibernate-Projekts
  11. Jira-Site von Apache
  12. Jira-Seite von ReactOS