Jischuw

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Mit Jischuw (hebr.: יישוב; „bewohntes Land, Siedlung“) bezeichnet man die jüdische Bevölkerung in Palästina vor der Gründung des Staates Israel.

Der Begriff stammt aus der zionistischen Bewegung der 1880er Jahre[1] und bezeichnet ursprünglich die jüdische Bevölkerung, die zwischen der ersten Einwanderungswelle (= erste Alija) im Jahr 1882 und dem Palästinakrieg im Jahre 1948 in Palästina lebten. Der Jischuw umfasste zu Beginn der Einwanderung etwa 25.000 Menschen und wuchs bis zur Staatsgründung auf rund 700.000 Menschen an.

Der Begriff alter Jischuw wird als Bezeichnung für die jüdische Bevölkerung, die bereits vor 1882 in Palästina ansässig war, und ihre Nachkommen verwendet. Sie besaß eine eigene kulturelle Prägung und war überwiegend orientalisch-sephardischer Herkunft. Mit dem Begriff neuer Jischuw, der neben Jischuw und alter Jischuw Verwendung findet, ist die jüdische Gemeinschaft Palästinas gemeint, die durch die überwiegend zionistisch motivierte Zuwanderung vor allem aus Mittel- und Osteuropa entstand und in der schließlich auch der kleinere alte Jischuw aufging. Da sich der neue Jischuw als politische Bewegung verstand, bildete er in Palästina rasch neue Strukturen zur Organisation und Verwaltung des jüdischen Gemeinwesens, die zunächst neben älteren Verwaltungsformen des Osmanischen Reiches und seiner Minderheiten bestanden. 1903 gründete sich die erste Knesset, und 1920 fanden Wahlen zu einer Delegiertenversammlung statt. 1928 wurde der Jischuw von der britischen Regierung offiziell anerkannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ron Kuzar: Jischuw. In: Dan Diner (Hrsg.): Enzyklopädie jüdischer Geschichte und Kultur. (EJGK) Band 3, Metzler, Stuttgart/Weimar 2012, ISBN 978-3-476-02500-5, S. 199–203.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jischuw – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. laut Kuzar, S. 202 f. verwendete Abraham Isaak Kook den Begriff.