Johan Halvorsen

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Johan Halvorsen

Johan Halvorsen (* 15. März 1864 in Drammen; † 4. Dezember 1935 in Oslo) war ein norwegischer Violinist, Komponist und Dirigent.

Halvorsen studierte ab 1883 Musik in Kristiania (Oslo) und Stockholm. Er war Kapellmeister in Bergen (Norwegen), Leipzig Gewandhausorchester, Aberdeen und Professor für Musik in Helsinki. 1893 kehrte er nach Bergen (Den Nationale Scene) zurück. Als ihm die Stelle des Chefdirigenten am Nationaltheater in Kristiania angeboten wurde, ließ er sich 1899 dort nieder und hatte diese Position bis 1929 inne. Während dieser Zeit dirigierte er unter anderem 30 Opern.

Nach seiner Pensionierung widmete sich Johan Halvorsen stärker als zuvor der Komposition musikalischer Werke, die in der nationalromantischen Tradition seines Heimatlandes stehen. Bekannt sind vor allem seine drei großen Symphonien und seine Norwegischen Rhapsodien, außerdem der Bojarenes inntogsmarsj (Einzug der Bojaren), die Reisen til Julestjernen (Reise zum Weihnachtsstern) und die Bergensiana.

Halvorsen bezeichnete Edvard Grieg, dessen Nichte er heiratete, und Johan Svendsen als seine musikalischen Vorbilder. Der Schauspieler Stein Grieg Halvorsen (1909–2013) war sein Sohn.

2003 wurde eine von Per Ung geschaffene Statue des Komponisten vor dem Nationaltheater in Oslo enthüllt. Sein verschollen geglaubtes Violinkonzert, das Halvorsen für die kanadische Geigerin Kathleen Parlow komponierte, wurde 2016 in der Bibliothek der University of Toronto wiederentdeckt.[1]

Halvorsen-Denkmal in Oslo

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1896: Bojarenes inntogsmarsj
  • 1908–1909: Fiolinkonsert, op. 28
  • 1919–1920: Norsk rapsodi nr. 1 (Norwegische Rhapsodie Nr. 1) in A-Dur
  • 1919–1920: Norsk rapsodi nr. 2 (Norwegische Rhapsodie Nr. 2) in G-Dur
  • 1923: Symfoni nr. 1 in c-Moll
  • 1924: (revidiert 1928) Symfoni nr. 2 in d-Moll
  • 1929: Symfoni nr. 3 in C-Dur
  • Passacaglia für Violine und Viola über ein Thema von Händel[2]
  • Norwegian Sea Picture

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Long-lost concerto found deep in U of T basement archives. The Star, 6. Januar 2016, abgerufen am 7. Januar 2016.
  2. Ein viel gespieltes, vor allem als Zugabe beliebtes Stück, das häufig auch in der Kombination Violine und Cello aufgeführt wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]