Johan Rockström

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Johan Rockström (2011)

Johan Rockström (* 31. Dezember 1965) ist ein schwedischer Resilienzforscher, der vor allem für seine Arbeiten zu den planetaren Grenzen bekannt ist. Er wird von Clarivate Analytics zu den meistzitierten Forschern der Welt gezählt.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johan Rockström hat von 1987 bis 1991 an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala (Bodenkunde und Hydrologie) sowie am Pariser Institut national agronomique (Landwirtschaft) studiert. Den Doktorgrad erlangte er 1997 an der Universität Stockholm, wo er zum Thema „Systemökologie und Natürliches Ressourcenmanagement“ geforscht hatte. Rockström befasste sich in seiner bisherigen wissenschaftlichen Tätigkeit u. a. mit inter- und transdisziplinären Themen zum globalen Wasserressourcen- und Landnutzungsmanagement sowie der sozio-ökologischen Resilienz und globalen Stoffkreisläufen.[3]

Bekannt ist Rockström insbesondere für die im Jahr 2009 veröffentlichte Entwicklung des Konzeptes der Planetary Boundaries (Belastungsgrenzen des Planeten).

Gegenwärtig ist Rockström Professor an der Universität Stockholm mit thematischem Schwerpunkt Management von Wasserressourcen und globale Nachhaltigkeit. Außerdem ist er Exekutivdirektor des Stockholm Resilience Centre an der Universität. Von 2004 bis 2012 war er Exekutivdirektor des Stockholm Environment Institute,[4] zeitweise Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Seit 2007 ist er Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie für Land- und Forstwirtschaft, außerdem Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften.

Rockström steht u. a. dem Arctic Resilience Assessment des Arktischen Rats sowie der Earth League vor, einem im Februar 2013 gegründeten Netzwerk von führenden Wissenschaftlern und Forschungsinstituten aus über zehn Ländern, die sich mit planetaren Prozessen und Fragen der Nachhaltigkeit befassen.[3] 2009 wurde er als „Schwede des Jahres“ ausgezeichnet.[4]

Seit September 2018 leitet Rockström zusammen mit Ottmar Edenhofer das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rockström forderte im April 2019 eine Zahlung von EUR 300 pro Monat um allen Deutschen ökologische Ernährung zu ermöglichen. Die Kosten dafür würden EUR 144 Mrd. pro Jahr betragen, mehr als das Vierfache der Ausgaben für das Kindergeld.[6] Nach zahlreicher Kritik, u. a. auch an der fehlenden Plausibilität der Höhe der Kosten, reduzierte er seine Forderung auf EUR 30/Monat.[7]

Er behauptete auch, dass "in jedem Steak ... 70 Liter Erdöl" stecken würden. Recherchen ergaben, dass nach dieser Angabe der Erdölverbrauch der Rindfleischproduktion 2016 rund drei Mal so hoch wie die Gesamtfördermenge dieses Jahres ausgefallen wäre. Nachdem Rockströms Institut PIK vom ARD-faktenfinder mit dieser Inkonsistenz konfrontiert worden war, wurde der Fehler zugegeben.[8]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johan Rockström et al.: Water Resilience for Human Prosperity. Cambridge University Press, 2014, ISBN 978-1-107-02419-9.
  • Anders Wijkman, Johan Rockström: Bankrupting Nature: Denying Our Planetary Boundaries. Taylor & Francis, 2012, ISBN 978-0-415-53969-2.
  • Malin Falkenmark, Johan Rockström: Balancing Water for Humans and Nature: The New Approach in Ecohydrology. Earthscan, 2004, ISBN 978-1-85383-927-6.

Journals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johan Rockström – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zehn PIK-Forscher unter den einflussreichsten Wissenschaftlern weltweit . Pressemitteilung des PIK. Abgerufen am 11. Dezember 2018.
  2. Highly Cited Researchers 2018. Clarivate Analytics. Abgerufen am 11. Dezember 2018.
  3. a b Deutscher Umweltpreis 2015: Einzelwürdigung Prof. Dr. Johan Rockström, 22. September 2015 (abgerufen am 24. September 2015).
  4. a b Johan Rockström auf der Seite des Stockholm Environment Institute, abgerufen am 25. September 2015.
  5. [1] Social and Natural science together: New Co-Directors to lead the Potsdam Institute for Climate Impact Research, 22. Februar 2018 (abgerufen am 22. Februar 2018).
  6. Potsdamer Klimaforscher fordert staatliches Bio-Essensgeld. In: rbb24.de. 28. April 2019, abgerufen am 5. Juni 2019.
  7. Klimaforscher fordert Prämie von 30 Euro für Bio-Lebensmittel. In: tagesspiegel.de. 30. April 2018, abgerufen am 5. Juni 2019.
  8. tagesschau.de: Wissenschaftspopulismus: 70 Liter Rohöl für ein Steak? 9. Mai 2019, abgerufen am 5. Juni 2019.
  9. Cosmos Prize: The Prizewinner 2015. (Memento des Originals vom 19. September 2015 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.expo-cosmos.or.jp Auf: expo-cosmos.or.jp, abgerufen am 25. September 2015.
  10. DBU: „In New York und Paris Weichen stellen, um Zukunft der Menschen auf stabilem Planeten zu sichern“, 22. September 2015