Johann Emil Schaudt

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Emil Schaudt
Berlin, Ahornallee 36, Wohnhaus Emil Schaudt von 1929

Johann Emil Schaudt, auch häufig Emil Schaudt, (* 14. August 1871 in Stuttgart; † 6. April 1957 in Berlin) war ein deutscher Architekt, der vorwiegend Geschäftshäuser und Verwaltungsgebäude entwarf.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schaudt studierte Architektur an der Technischen Hochschule Stuttgart und an der Technischen Hochschule Wien. Anschließend wurde er Mitarbeiter im Büro von Skjøld Neckelmann in Stuttgart sowie bei Ernst von Ihne und bei Paul Wallot, zwei der bekanntesten deutschen Architekten jener Epoche. Ab 1901 arbeitete Schaudt als Architekt vor allem in Berlin und Hamburg, wo er zahlreiche Geschäftshäuser, Verkehrsbauwerke und Verwaltungsgebäude entwarf, besonders auch für die Bauunternehmung Boswau & Knauer.

Zunächst orientierte er sich stilistisch am Historismus, wie von Ihne und Wallot ihn vertraten; mit der Errichtung des KaDeWe übernahm Schaudt zunehmend Elemente von der seit der Jahrhundertwende aufkommenden prämodernen Architektur. Von einer plastischen Formgebung herkommend, reduzierte er seine Formensprache auf einen sachlichen Neoklassizismus.

Schaudt war spätestens seit 1919 Mitglied im Bund Deutscher Architekten (BDA).

Bauten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • um 1900: Konzert- und Tanzhaus „Groß-Berlin“ in Berlin-Mitte, Jägerstraße 63a (kriegszerstört)
  • 1905–1906: Bismarck-Denkmal in Hamburg (gemeinsam mit dem Bildhauer Hugo Lederer)
  • 1906–1907: Industriepalast Warschauer Straße in Berlin-Friedrichshain[1]
  • 1906–1907: Kaufhaus des Westens („KaDeWe“) für Adolf Jandorf & Co. in Berlin, Wittenbergplatz / Tauentzienstraße (1929–1930 durch Schaudt und Ströming umgebaut und aufgestockt)
  • 1908–1909: Geschäftshaus Meyerhof in Berlin-Mitte, Schützenstraße 15–17 (kriegszerstört)
  • 1908–1909: Verwaltungsgebäude für die Norddeutsche Versicherungsgesellschaft in Hamburg, Alter Wall 12 (gemeinsam mit Emil Janda)[2][3]
  • 1909–1910: Kontorhaus in Hamburg, Alter Wall 10 (gemeinsam mit Walther Puritz)[2]
  • 1909–1910: „Bierhaus Siechen“ in Berlin-Mitte, Potsdamer Platz (gemeinsam mit Paul Zimmerreimer)
  • 1910: U-Bahnhof Rathaus Schöneberg in Berlin-Schöneberg
  • 1910–1911: Wohn- und Geschäftshaus Curiohaus in Hamburg, Rothenbaumchaussee (gemeinsam mit Walter Puritz)
  • 1910–1912: Station „Hafentor“ (später „Landungsbrücken“) der Hamburger Hochbahn in Hamburg-St. Pauli (kriegszerstört)
  • 1910: Umbau und Restaurierung der Burg Storkow
  • 1911–1912: Wohn- und Geschäftshaus Leipziger Straße 33–35 / Charlottenstraße 68 und Krausenstraße 65/66 in Berlin-Mitte (Innenausbau von Otto Schulze-Kolbitz; kriegszerstört)
  • 1913–1914: Büro- und Geschäftshaus „Handelshaus Hermes“ (heute „Haus Dorotheenstadt“) in Berlin-Mitte, Universitätsstraße
  • 1914–1915: Büro- und Geschäftshaus „Haus Kaisereck“ bzw. „Haus Kurfürsteneck“ (auch „Seidenhaus Michels“ oder „Michels-Haus“) in Berlin, Kurfürstendamm / Rankestraße
  • 1927–1928: Excelsiorbad im Hotel Excelsior in Berlin, Anhalter Straße 6 (kriegszerstört)[4]
  • 1928–1929: Verwaltungsgebäude der „Deutscher Herold“ Volks- und Lebensversicherungs-AG in Berlin-Kreuzberg, Friedrichstraße und Puttkamerstraße
  • 1928–1929: Verwaltungsgebäude der Gewerkschaft der Angestellten (GDA) in Berlin-Tiergarten, Am Karlsbad
  • 1929: eigenes Wohnhaus mit Atelier in Berlin-Westend, Ahornallee
  • 1929: Kaufhaus für die H. & C. Tietz AG in Berlin-Wedding, Chausseestraße
  • 1930–1931: Büro- und Geschäftshaus für die Salamander AG (gen. „Salamander-Hochhaus“) in Berlin, Rathausstraße (kriegszerstört)
  • 1938–1940: Gebäude der Königlich Dänischen Gesandtschaft in Berlin

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Johann Emil Schaudt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Industriepalast Warschauer Straße. Im Bezirkslexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins
  2. a b Denkmalliste nach § 6 Absatz 1 Hamburgisches Denkmalschutzgesetz vom 5. April 2013, Hamburg-Mitte (pdf; 1,72 MB)
  3. Rolf Lange: Architekturführer Hamburg. Edition Axel Menges, Stuttgart 1995, ISBN 3-930698–58–7. (eingeschränkte Vorschau bei Google Bücher)
  4. Karl-Heinz Arnold: Verbrannte Pracht am Anhalter Bahnhof. In: Berlinische Monatsschrift, Heft 5/1999, S. 27.