Johann Georg von Dillis

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Johann Georg von Dillis
Grabmal im Alten Südfriedhof in München

Johann Georg von Dillis (* 26. Dezember 1759 in Gmain bei Schwindkirchen, heute Dorfen; † 28. September 1841 in München) war ein deutscher Maler, der heute vor allem für seine Darstellungen des bäuerlichen Lebens und seine Reiseskizzen berühmt ist. Er gehört zu den bedeutendsten deutschen Künstlern der Zeit um 1800 und gilt als wichtigster Vertreter der sog. Münchner Schule .[1][2][3]

Leben und Werk[Bearbeiten]

Dillis wurde als erstes Kind einer Förstersfamilie geboren und schloss 1775 das heutige Wilhelmsgymnasium München ab.[4] Anschließend absolvierte er am Lyzeum München das obligatorische Grundstudium (= Philosophie),[5] dann begann er dort das Theologiestudium, das er ab 1779 an der Universität Ingolstadt fortsetzte.[6] 1782 wurde er in Ingolstadt zum Priester geweiht.[7] Schon bald jedoch verspürte er den Wunsch, sich verstärkt der Malerei zu widmen.

Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts war er vorwiegend damit beschäftigt, in deutschen Adelshäusern Malunterricht zu erteilen; später wurde es ihm dank Empfehlungen möglich, junge deutsche und englische Adlige auf Reisen in den Mittelmeerraum zu begleiten, was seiner Entwicklung als Maler zugutekam. Mit dem bayerischen Kronprinzen Ludwig unternahm Dillis mehrere Reisen nach Italien, insbesondere Rom und Sizilien. Auf diesen Reisen fertigte Dillis zahlreiche Aquarellskizzen an, die als Studien für spätere Veduten in Öl gedacht waren. Für das heutige Auge jedoch wirken die Skizzen und Studien, durch ihre Ausschnitthaftigkeit und Dillis’ vollendete Farb- und Formensprache, viel moderner als seine vollständig ausgearbeiteten Veduten[8][9].

Eine der Inspirationen für Dillis’ Werk waren die idealen Landschaften von Claude Lorrain, auf die Dillis in seinen Skizzen mehrfach Bezug nimmt. Des Weiteren fertigte Dillis auch zahlreiche Wolkenstudien mit Kreide auf blauem Grund an, der damaligen Begeisterung für dieses Sujet nach Einführung der Wolkenklassifikation durch Luke Howard folgend. Im Auftrag König Ludwigs I. fertigte Georg von Dillis 1827 eine Porträtkopie des Monarchen für dessen frühere Erzieherin Louise Weyland in Mannheim.[10]

Zu seiner Zeit war Dillis als Maler praktisch unbekannt. 1790 war er als kurfürstlicher Bilder-Galerie-Inspector verbeamtet worden und avancierte 1822 zum königlichen "Central-Gallerie-Direktor", wodurch er zeitgenössische Prominenz erlangte. [11]Sein Wirken hier ist der Nachwelt am bekanntesten durch die Konzeption der Alten Pinakothek in München, bei der sich Dillis unter anderem vom Louvre inspirieren ließ. Zwischen 1808 und 1814 war er Professor für Landschaftsmalerei an der Münchner Akademie.[12] Über die Verwaltungstätigkeit und den Zeitmangel für künstlerische Aktivitäten hat er sich zunehmend beklagt.


Museale Rezeption (Auswahl)[Bearbeiten]

Sonderausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Alte Pinakothek, München, Retrospektive zum 150. Todestag, 1991 - 9. Februar 1992
  • Albertinum (Dresden), Retrospektive zum 150. Todestag, 1. März 1992 - 3. Mai 1992[15]
  • Hamburger Kunsthalle, 14. Juni bis 12. September 2004

Literatur[Bearbeiten]

  • Margarete Braun-Ronsdorf, Ulrich Christoffel: Dillis, Maximilian Johann Georg von. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 3, Duncker & Humblot, Berlin 1957, ISBN 3-428-00184-2, S. 720 f. (Digitalisat).
  • Waldemar Lessing: Johann Georg von Dillis. Als Künstler und Museumsmann 1759–1841. Bruckmann, München 1951
  • Marggraff: Dillis, Johann Georg von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 5, Duncker & Humblot, Leipzig 1877, S. 229–237.
  • Richard Messerer: Georg von Dillis. Leben und Werk, in: Oberbayerisches Archiv 84, 1961, S. 7-186
  • Richard Messerer (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Ludwig I. von Bayern und Georg von Dillis 1807 - 1841. C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München 1966 (Schriftenreihe zur Bayerischen Landesgeschichte, Band 65)
  • Christoph Heilmann (Hrsg.): Johann Georg von Dillis. 1759-1841. Landschaft und Menschenbild. Prestel, München 1991, 319 Seiten

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Georg von Dillis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Information des Lenbachhauses, München
  2. ganz-muenchen.de
  3. Barbara Hardtwig bei froelichundkaufmann.de Zitat aus dem Katalog der Sonderausstellungen 1991, 1992
  4. Leitschuh, Max: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, 4 Bde., München 1970-1976; Bd. 3, S. 148
  5. Testimonium publicum profectus eorum, qui in Electorali Lyceo, et utroque Gymnasio Momacensi scientiis et artibus liberalibus praestantem navarunt operam. München 1776
  6. Pölnitz, Götz Frh.v.: Die Matrikel der Ludwig Maximilian Universität, München 1939 ff.
  7. Schottenloher, K.: Die Bayern in der Fremde. München 1950
  8. Monika Goedl, Avantgardist in Bayern, Die Zeit 10.1.1992, zeitonline
  9. Margarete Meggle-Freund, Romantische Landschaften, Text zu Ausstellungseröffnung, Landsberg, 2010,margarete.meggle-freund.de
  10. „Briefwechsel zwischen Ludwig I. von Bayern und Georg von Dillis 1807-1841“, Beck Verlag, 1966, Seite 653; Ausschnitt aus der Quelle
  11. www.zeit.de
  12. margarete.meggle-freund.de
  13. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, 1824 books.google.de; Trivia: Joseph Dillis erlangte als Verantwortlicher für die Erlegung des letzten Bären Bayerns mediale Bekanntheit
  14. artcyclopedia.com
  15. Monika Goedl in der Zeit vom 10. Januar 1992