Treu (Künstlerfamilie)

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Die Künstlerfamilie Treu wirkte hauptsächlich im 18. und im frühen 19. Jahrhundert. Besonders die Malerei des Rokoko prägte ihr Werk. Der Schwerpunkt ihres Schaffens lag in Bamberg, wo ihnen unter anderem ein Raum in der Galerie der Alten Hofhaltung und ein Straßenname [1] gewidmet sind.

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph Marquard Treu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jol Nathan (* 25. Dezember 1712 in Bamberg; † 8. Juni 1796 ebenda) war ein Sohn des Bamberger Hofjuden Wolf Nathan. Er konvertierte 1733 zum katholischen Glauben und nahm den Namen Joseph Marquard Treu an. Im Alter von acht Jahren erhielt er ersten Mal- und Zeichenunterricht bei Johann Rudolf Byss. Später gab der Maler und Radierer sein Wissen seinerseits an seine Kinder Johann Nicolaus, Anna Maria, Christoph und Catharina weiter. Die Tochter Rosalie ehelichte einen Schüler ihres Vaters, den Maler Joseph Dorn. Joseph Marquard Treu wirkte in der Regierungszeit der Fürstbischöfe von Bamberg und Würzburg, Adam Friedrich von Seinsheim und Franz Ludwig von Erthal. Letzterer unterstützte ihn gegen Ende seines Lebens durch Gewährung einer Pension.

Johann Nicolaus Treu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johann Nicolaus [2] (* 16. Mai 1734 in Bamberg; † 1786 in Würzburg), der Bruder von Joseph Marquard Treu, spezialisierte sich auf das Porträtfach.

Unter Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim kam er nach Würzburg, wo er als fürstbischöflicher Kammerdiener, Hofmaler und Galerieinspektor wirkte. Von ihm stammen unter anderem das Hochaltarbild der Würzburger Augustinerkirche und das Gemälde des Nikolausaltars im Käppele. In der Würzburger Residenz war er an der Gemäldeausstattung des Zweiten Gastzimmers der Nördlichen Kaiserzimmer beteiligt.

Anna Maria Treu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anna Maria (* 26. Juli 1736 in Bamberg; † 1786) malte vor allem Jagdstücke und Miniaturbildnisse. Ihr Sohn Joseph Hemmerlein (1766–1838), ein leidenschaftlicher Violinespieler, legte als Kunstsammler den Grundstock für die Sammlung des Historischen Museums in Bamberg [3].

Christoph Treu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(*15. Oktober oder 16. November 1739 in Bamberg; † 2. Oktober 1799 ebenda) [4]

Rosalie Treu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(* 18. Februar 1741 in Bamberg; 19. Dezember 1830 ebenda), seit 1786 mit Joseph Dorn, einem Schüler ihres Vaters verheiratet. Wird in Thieme-Becker als Malerin damit zitiert, dass ihre Bildnisse des Hofrats Johann Alberich Ignaz Böttinger (1722–1772) und des Grafen von Rotenhan gerühmt wurden.

Catharina Treu[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Catharina (* 21. Mai 1743 in Bamberg; † 11. Oktober 1811 in Mannheim) [5] wurde vor allem für ihre Prunk-Stillleben bekannt. In Anlehnung an niederländische Vorbilder malte sie diese häufig auf Eichenholztafeln. Ihren ersten bedeutenden Auftrag erhielt sie 1762 (Supraporten in der Würzburger Residenz), 1766 folgte der Ruf nach Bruchsal. 1768 ging sie im Auftrag von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz und Bayern nach Düsseldorf. 1769 wurde sie kurfürstliche Kabinettmalerin in Mannheim. Nach Aufträgen für den englischen Hof brachte Treu es bis zur Titularprofessorin der Kunstakademie in Düsseldorf [6] und Hofmalerin von Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz und Bayern [7]. Treu blieb trotz der Übersiedelung Karl Theodors nach München im Jahre 1778 in Mannheim und heiratete 1781 den wohlhabenden Hofbauern Jakob König († 1899) aus Schwetzingen. 1785 kurz nach der Geburt ihrer beiden Töchter Franziska und Elisabeth, welche beide ebenfalls Malerinnen wurden, trennte sie sich von ihrem Mann. Sie starb als anerkannte Malerin. Ihr Werk befindet sich in den Sammlungen von Bruchsal, Mannheim, Düsseldorf, Bamberg und Würzburg.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Heinz F. Fränkel: Neue und alte Straßennamen in Bamberg. Norbert J. Haas, Bamberg 1998, S. 372.
  2. http://www.schloesser.bayern.de/deutsch/presse/archiv06/wuerzburg/hofkanzl.htm
  3. http://www.bamberg.de/museum/objekte/mai04.htm
  4. http://www.deutschefotothek.de/kue70134493.html
  5. http://www.deutschefotothek.de/kue70134492.html
  6. http://www.hdbg.de/fbd6-2.htm
  7. http://tizian.khi.uni-heidelberg.de/institut/ArchivAbschlussarbeiten.pdf
  8. Agnete von Specht (Hrsg.): Frauen in Bayern: Künstlerinnen im Portrait – Catharina von Treu Friedrich Pustet Regensburg 1998, ISBN 3-7917-1597-6, S. 146-147.